CORONA-KRISE

Schwesig kritisiert Bundesregierung wegen Corona-Studie

Gleich „vier gute Nachrichten” hatte Manuela Schwesig am Donnerstagabend für die Bürger in MV parat. Doch damit nicht genug, die Regierungschefin übte auch Kritik an der Bundesregierung.
Erläuterte die Position des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Erläuterte die Position des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. ZVG
Schwerin.

Bereits im Vorfeld der Video-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten am Donnerstagnachmittag hatte MV-Regierungschefin Manuela Schwesig im Ringen um eine Wiederbelebung von Gastronomie und Tourismus einen Sonderweg für MV nicht ausgeschlossen. Sie hoffe und wünsche sich zwar ein bundesweites Signal für die Öffnung der Gastronomie. „Wenn das aber nicht möglich ist, weil andere Länder noch nicht so weit sind, können wir regional auch einen eigenständigen Weg gehen”, hatte Schwesig in den vergangenen zwei Tagen stets betont.

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„Tourismus braucht konkrete Perspektive”

Nun, nach Aussagen von Teilnehmern der Videokonferenz am Donnerstagnachmittag sollen die öffnungsfreundlichere Schwesig und die eher vorsichtige Kanzlerin in dieser Frage inhaltlich aufeinander geprallt sein. Will Schwesig jetzt auf den Bund warten oder wird MV voranpreschen? Am Donnerstagabend wollte Schwesig in einer Pressekonferenz in Schwerin den vermeintlichen Streit nicht direkt kommentieren, machte aber deutlich, dass es bei der Öffnung durchaus unterschiedliche regionale Wege geben könne. Sie, Schwesig, habe sich deshalb dafür stark gemacht, dass sich die Wirtschaftsminister der Länder am 6. Mai auf konkrete weitere Schritte verständigen sollen. „Die Tourismusbranche braucht eine Perspektive”, forderte die MV-Ministerpräsidentin.

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MV hat niedrigste Infektionsrate

Die Öffnung von Gaststätten hatte Schwesig allerdings auch immer mit der Voraussetzung verbunden, dass die Entwicklung der Infektionszahlen in MV auch in der nächsten Woche weiterhin positiv verlaufe. Alles deute jedoch bislang darauf hin. In Mecklenburg-Vorpommern hatte es in den zurückliegenden Tagen nur noch wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Mit zuletzt etwa 43 Infizierten pro 100.000 Einwohner weist der Nordosten bundesweit weiterhin die geringste Infektionsquote auf.

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800-Quadratmeter-Regel für Geschäfte in MV gekippt

Am Donnerstagabend gab Schwesig auch bekannt, dass ab sofort die 800-Quadratmeter-Regel bei Geschäften gekippt sei. Das sei eine Übergangsregel gewesen. Nun gibt es keine Begrenzung der Einkaufsfläche mehr. Gleichzeitig verkündete Schwesig, dass ab sofort die Spielplätze in MV wieder öffnen – natürlich mit Kontaktverbot und Abstandsregelungen.

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Apropos Kinder: Schwesig kritisierte die Bundesregierung dahingehend, dass sie erst jetzt eine Studie in Auftrag gegeben habe, in der untersucht werde, ob und wie sehr Kinder das Coronavirus auch übertragen können. „Da hätte ich mir schon gewünscht, dass eine solche Studie schon wesentlich früher hätte in Auftrag gegeben werden müssen”, sagte Schwesig unmissverständlich.

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Kommentare (16)

Die anderen haben Schuld.

Wie kann das bloß sein, dass ein Land voll aufrechter, klargeistiger und anständiger Leute so kopflos und egozentrisch regiert wird? "Ich, ich, ich als Ministerpräsidentin" hört man allenthalben, während die Leute um ihre Existenz bangen (und nicht so sehr vor dem Virus). Statt gut begründeter, vernünftiger Ideen (die die Einwohner ja auch selber haben), kommen aus dem Hause "Prinzess" Regelungen wie die, dass Schüler kein Desinfektionsmittel bekommen dürfen, weil sie es ja trinken könnten (!), Psychotherapiepatienten Masken tragen müssen, eigene Boote zwar beguckt, aber nicht betreten werden dürfen oder in Autokinos (!) die Wagen 1,5 m auseinander geparkt werden müssen (was denn sonst?) und man nur zum Toilettengang aussteigen darf. Grotesk! Leute, was lasst ihr euch da gefallen? Es steht auch der Ruf eines ganzen Landes auf dem Spiel.

Man muss sich nur zu Gemüte führen, dass diese Dame zum einen von "Besitzstandspflege" palavert und auf der anderen Seite darauf pocht, den Zugang zum Eigentum nur durch eine Bescheinigung der Meldebehörde mit dem Vermerk "Zweitwohnsitz" zu ermöglichen.
Ich frage mich, ob bei 688 offiziell registrierten Infizierten die Mittel angemessen dem Zweck dienen oder ob da nicht irgendetwas anderes, was ich noch nicht erfassen kann, dahinter steckt...

Die Zahl spricht für die Mittel. Wieso einige meinen, dass bei verhängten Massnahmen immernoch die Zahl der Infizierten und Erkrankten ansteigen müsse, will mir nicht einleuchten.
Genau deshalb macht man das doch, auch wenn das kinderlose, nicht in der Tourismusbranche - oder überhaupt noch - arbeitende Zweitwohnsitz/Ferienhausinhaber nach 5 Wochen immer noch nicht raffen.

„Ich bin sehr gespannt, was da kommt, wenn die Katze aus dem Sack kommt...“

Dachte schon, das verordnete Elend nehme kein Ende. Wer braucht einen Corona-Impfstoff, wenn man nicht weiß, ob man coronainfiziert ist. Sollte wie bei Grippe sein, wer Grippe hat, bei dem ist Impfung rausgeschmissenes Geld.

Aber mit Abstand das D...... 🤦🏼‍♂️

Außer inhaltsleere Reaktionen auf Leserkommentare habe ich von Ihnen noch nichts gelesen. Sind Sie im privaten und beruflichen Alltag auch so farb- und sprachlos?

Seit der letzten "Lockerung" haben wir eine Maskenpflicht, die niemanden schützt, weil bei uns in MV (und Rostock im speziellen) sogut wie niemand krank ist. Dafür werden unsere Grundrechte mit den Füßen getreten, die individuellne Freiheiten unverhältnismäßig eingeschränkt und die wirtschaftliche Grundlage der verbleibenden Steuerzahler zerstört.
Gerade ist unsere Ministerpräsidentin in der letzten Maßnahmenrunde stramm den anderen Bundesländern nachgelaufen, ohne die lokalen Verhältnisse zu berücksichtigen (siehe Schwesigs Kommentar zur Maskenpflicht) und nun versucht sie mit einem angeblich milderen Kurs gegenüber der Bundesregierung Stimmen zu gewinnen. Aus meiner Sicht ist das im besten Fall unglaubwürdig, aber in Wirklichkeit wohl eher politisches Kalkül um zumindest ein bischen von der steigenden Unzufriedenheit (hervorgerufen durch die eigene Politik) zu profitieren.

Die Frau ist... [keine Beleidigungen]. Statt Erleichterungen muss ich nun eine Maske tragen und bekomm da drunter schon keine Luft und werde beim kurzen Lüften bald dem Kaufland verwiesen. Es ist eine Denunzierung der Bevölkerung. Leute hat das Arbeitsamt in die Politik geschickt.

bekommen keine Luft! Aber den Ärzten, die Sie behandeln sollen, zumuten mit Maske 8 Stunden hintereinander rumzulaufen. Da lache ich jetzt mal.

Augen auf bei der Berufswahl...

... scheint auch den Geist zu verwirren. Einige Kommentatoren zeigen es hier mit aller Deutlichkeit.

das Bundesland, dessen Regierung, am drastischsten gegen Artikel 45 der Charta der Grundrechte der EU "Die Unionsbürgerinnen und Unionsbürger haben das Recht, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten." verstößt, ohne hierfür eine Evidenz zu haben, als "öffnungsfreundlicher" zu bezeichnen, zeugt doch von deutlicher Verwirrung bereits im Artikel.

...das führt doch allen die Kopflosigkeit des Krisenmanagements hierzulande deutlich vor Augen:

Erst Autos mit fremden Kennzeichen jagen
und dann über leere Kassen klagen...

...werden sich künftig genauer überlegen wo sie künftig investieren
bzw sich billig abmelken lassen wollen.