Werft in Wismar

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Schwesig schweißt am Riesenschiff

Manuela Schwesig hat das Handwerk früh erlernt und beweist ihr Talent.
Manuela Schwesig hat das Handwerk früh erlernt und beweist ihr Talent.
Jens Büttner

Für Manuela Schwesig (SPD) ist es nur ein kleiner Wunsch, der in Erfüllung geht. Für MV geht es aber um ein Milliardengeschäft.

Für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) eröffnen sich neue berufliche Perspektiven, deren Wurzeln in der eigenen Familie liegen. „Wollen Sie hier nicht weitermachen”, wurde die Schweriner Regierungschefin gefragt, nachdem sie bei einem Werftbesuch am Donnerstag in Wismar eigenhändig eine Schweißnaht an eine Transportöse für Schiffsteile gezogen hatte.

„Falls mal Not am Mann ist, kann ich ja vorbeikommen und helfen”, entgegnete Schwesig. Werftarbeiter Ralf Haase bescheinigte ihr Talent. „Da haben sich einige Azubis am Anfang schon ganz anders angestellt”, sagte er.

Schwesig freut sich sehr darüber, dass ihr lang ersehnter Wunsch in Erfüllung geht.

Beim Baustart für das erste Kreuzfahrtschiff der großen „Global Class” hatte Schwesig Anfang März den Wunsch geäußert, auch einmal schweißen zu dürfen. Der wurde ihr nun beim zweiten Besuch innerhalb weniger Wochen erfüllt.

„Mein Vater war Schlosser und Schweißer. Ich habe ihm oft interessiert zugeschaut. Doch da hieß es meist: Finger weg”, berichtete Schwesig nun in Wismar. So manche Tätigkeit sehe aus der Ferne mitunter recht einfach aus. „Wenn man es selbst mal gemacht hat, lässt sich nachvollziehen, wie schwer das aber auch sein kann.”

Schiffbau sichert Zukunft

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich nach dem Werftbesuch in Wismar zuversichtlich geäußert, dass mit dem Engagement der malaysischen Genting-Gruppe der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern wieder eine gesicherte Zukunft hat. „Wer hier ein riesiges Kreuzfahrtschiff bauen lässt und weitere in Planung hat, der legt die Sache langfristig an”, sagte die Regierungschefin am Donnerstag in Wismar. Dort hatte es erst Anfang März den symbolischen Start für den Bau eines 342 Meter langen Kreuzfahrtschiffs für 5000 Passagiere gegeben, das von 2021 an in Asien zum Einsatz kommen soll.

„Die Gespräche heute haben mir noch einmal deutlich gemacht, welches Potenzial im asiatischen Markt steckt. Sehr gut, wenn unsere Werften davon profitieren. Der Schiffbau ist und bleibt eine wichtige Säule unserer Wirtschaft und er bietet gute Arbeit mit guten Löhnen für die Menschen hier”, betonte Schwesig. Nach schweren Zeiten mit Werftenkrisen und Arbeitsplatzabbau bestehe nun wieder Grund zu Zuversicht.

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Die Genting-Gruppe hatte die drei Werften in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund vor zwei Jahren für 240 Millionen Euro übernommen und zunächst kleinere Flusskreuzfahrtschiffe bauen lassen. Das vierte und letzte dieser Serie liegt derzeit am Ausrüstungskai und soll im April ausgeliefert werden. Derzeit liefen in den Hallen in Wismar und Rostock weitere Vorarbeiten für den Bau der Kreuzfahrtschiffs der „Global Class”.

Schwesig sicherte für die Finanzierung der 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro teuren Ozeanriesen Unterstützung des Landes zu, machte aber deutlich, dass sie auch den Bund bei der Gewährung von Bürgschaften in der Pflicht sieht. „Ich erwarte, dass die neue Bundesregierung und der neue Bundeswirtschaftsminister zu den bisherigen Zusagen stehen”, sagte die Schweriner Regierungschefin.