ARD-Talk

Schwesig spricht bei Anne Will von „Lockdown für Ungeimpfte”

Die MV-Ministerpräsidentin hat den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Sonntagabend in der ARD scharf kritisiert. Schwesig forderte strenge Kontaktbeschränkungen.
Häufiger Gast derzeit in Berlin: MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (hier bei Koalitionsverhandlungen in der Ha
Häufiger Gast derzeit in Berlin: MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (hier bei Koalitionsverhandlungen in der Hauptstadt) war gestern live bei der Talk-Sendung „Anne Will”. Tobias Schwarz
Schwerin

Es sei ein Fehler von Jens Spahn gewesen, dass er Mitte Oktober angekündigt hatte, die epidemische Lage von nationaler Tragweite auslaufen zu lassen. Das hat MV-Regierungschefin Manuela Schwesig in der Talk-Sendung „Anne Will” betont. Zwar habe sich Spahn zwischenzeitlich korrigiert und seine Ankündigung als Fehler eingestuft, doch sei die ursprüngliche Aussage Spahns nach Einschätzung Schwesigs ein fatales Signal an die Bevölkerung gewesen.

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Schwesig stellte in der Fernsehrunde unmissverständlich fest, dass sie einen vollständigen Lockdown unbedingt verhindern wolle. Allerdings wirkt die in Mecklenburg-Vorpommern geltende 2G-Plus-Regel (Genesen oder geimpft und getestet) mittlerweile wie ein „Lockdown für Ungeimpfte” – inklusive strenger Kontaktbeschränkungen. Und das gutem Grund, wie Schwesig sagte: „Denn schließlich sind die Ungeimpften für 75 Prozent des Infektionsgeschenhens verantwortlich.”

Schwesig hält an 3G-Regel am Arbeitsplatz fest

Die Ministerpräsidentin aus dem Nordosten machte zudem klar, dass die 3G-Regel am Arbeitsplatz dazu führe, dass die Bürger sich jetzt vermehrt impfen lassen. „Das ist ein gutes Instrument”, so Schwesig. Wohlwissend, dass die Wirtschaft in MV diese 3G-Regel für nicht flächendeckend praktikabel hält – und eher eine allgemeine Impfpflicht favorisiert. Den Vorwurf, dass die Länderchefs nicht schon im August – wie von Jens Spahn seinerzeit gefordert – die 2G-Regel (Genesen oder geimpft) einzuführen, wies Schwesig zurück. Die SPD-Politikerin: „Das Infektionsgeschehen war in MV im August so niedrig – das hätten wir rechtlich nicht durchbekommen.”

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Schwesig gab am Sonntagabend auch bekannt, dass Patienten aus Sachsen nach Mecklenburg-Vorpommern ausgeflogen seien, um auf hiesigen Intensivstationen behandelt zu werden. In Sachsen sind die Kapazitäten der Intensivstationen weitgehend ausgeschöpft. Die MV-Ministerpräsidentin äußerte ihr Unverständnis über einige Länderchefs, die nicht konsequent genug – beispielsweise mit der 2G-Plus-Regel – die Pandemie bekämpfen würden. Namentlich nannte Schwesig den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

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