Das Berater-Gremium für den Landes-Osten, in dem auch Dagmar Braun (2. v. l., untere Reihe) mitwirkt.
Das Berater-Gremium für den Landes-Osten, in dem auch Dagmar Braun (2. v. l., untere Reihe) mitwirkt. Staatskanzlei MV / ZVG
Vorpommern-Rat

Schwesig und ihre 21 Retter für den Landes-Osten

Der Vorpommernrat der Landesregierung ist jetzt noch größer und nicht mehr nur für Vorpommern zuständig. Er entscheidet mit darüber, wohin Fördergelder fließen.
Greifswald

Greifswald, Anklam, Pasewalk, aber auch Demmin, Altentreptow oder Feldberg – auf die östliche Hälfte Mecklenburg-Vorpommerns hat die Politik in Schwerin ein besonderes Auge geworfen. Schließlich solle sich, so die These aus Schwerin, der Landstrich nicht abgekoppelt oder im Stich gelassen fühlen. In der vergangenen Legislaturperiode stand deshalb ein sogenannter Vorpommernrat dem damaligen „Sonderbeauftragten“ des Landes, Patrick Dahlemann (SPD), beratend zur Seite.

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Das Problem-Gebiet wird größer

Nun gibt es nicht nur einen erweiterten Wirkungsbereich für den neuen „Beauftragten für Vorpommern und das östliche Mecklenburg“, wie Staatssekretär Heiko Miraß (SPD) sich nennen darf, sondern auch ein neues Beratergremium, das in Teilen allerdings das alte ist. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte nach Greifswald eingeladen, um die 21 Ratsmitglieder aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften, die Heiko Miraß bei der Förderung von Projekten in der Region unterstützen sollen, zu präsentieren.

Für Kontinuität steht unter anderem Unternehmerin und Wissenschaftlerin Dagmar Braun aus Greifswald. Als Vertreterin der Gesundheitswirtschaft war Braun bereits Mitglied des ersten Vorpommernrates und freut sich auf eine erneute Herausforderung. „Wenn ich meine Gefühlslage beschreiben müsste, würde ich sagen: neuer Aufbruch, neue Herausforderungen und Vorfreude“, so Braun.

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Gremium beinahe doppelt so groß

Sie gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit noch besser werde als im ersten Durchgang. Man habe bereits die Abläufe etabliert und die Verfahren hätten sich bewährt. Auch die neuen Mitglieder – immerhin wuchs der Rat von elf auf 21 Mitglieder – könne man mit der Hilfe der bereits Erfahrenen wunderbar einbeziehen.

Den erweiterten Wirkungsraum begrüßt Braun sehr. „Die Grenzen Vorpommerns verlaufen fließend. Wir hatten teilweise das Problem, dass wir Projekte in Neustrelitz oder in der Nähe von Neubrandenburg nicht fördern konnten, obwohl wir uns das gewünscht hätten. Es soll ja vor allem um die Region gehen und die Region kennt keine strukturellen Grenzen.“

Es geht um viel Geld

Mit einem Fonds von 3,5 Millionen Euro für die Legislaturperiode können von Staatssekretär Miraß und seinen Beratern strategische Entwicklungsthemen für den östlichen Landesteil auserkoren werden, die einer gezielten Förderung bedürfen. Dazu gehört auch, dass der Rat zu größeren Vorhaben, die mit Hilfe des neuen Vorpommernfonds verwirklicht werden sollen, seine Stellungnahme abgibt – insbesondere bei Fördersummen ab 50 000 Euro.

„Der Rat ist unsere Verbindung zu den vielen engagierten Vereinen, Unternehmen, Verbänden und der Verwaltung unserer Region“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Die Mitglieder hätten sich in den vergangenen Jahren in besonderer Weise um Vorpommern und das östliche Mecklenburg verdient gemacht. „Sie haben Impulse gesetzt, sie kennen Land und Leute. Sie sind verankert in den wichtigen gesellschaftlichen Bereichen, ob Wirtschaft oder Sozialpartner, Wissenschaft, Kultur oder Sport, Soziales oder Kommunalpolitik.“ Die Landesregierung setze auf diese Kompetenz zur weiteren Entwicklung der östlichen Landesteile.

Wichtig sei es, Akteure aus der Region zu Wort kommen zu lassen. „Ziel ist es nicht über die Köpfe der Menschen, sondern mit den Köpfen der Menschen zu entscheiden.“ Explizite Ziele des Rates sind laut Schwesig unter anderem die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, aber auch die Förderung des Tourismus in der Region.

Staatssekretär Heiko Miraß zeigte sich jedenfalls froh über die Mannschaft, die an seiner Seite stehen wird: Man kenne mittlerweile die Akteure und freue sich auf eine belastbare Arbeitssituation.

Die Mitglieder des Rates für Vorpommern und das östliche Mecklenburg:
Volker Schulz Regionsvorsitzender der Region Vorpommern des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Roger Müller

Regionsvorsitzender der Region Ost-MecklenburgVorpommern des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Dietrich Lehmann Vizepräsident des Unternehmerverbands Vorpommern
Torsten Haasch Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern
Torsten Grundke Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock
Axel Hochschild Präsident der Handwerkskammer OstmecklenburgVorpommern
Axel Hochschild Vizepräsidentin des Bauernverbands MecklenburgVorpommern
Knut Schäfer Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbands Rügen
Dr. Franziska Tanneberger Leiterin des Greifswald Moor Centrum
Beatrix Wilke Bürgermeisterin der Stadt Putbus
Dr. Stefan Fassbinder Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald
Rainer Schulze Bürgermeister der Gemeinde Rothenklempenow
Thomas Witkowski Bürgermeister der Hansestadt Demmin
Constance von Buchwaldt Bürgermeisterin der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft
Thomas Huth Bürgermeister der Stadt Ribnitz-Damgarten
Jeannine Rösler Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE im Landtag Mecklenburg-Vorpommern
Prof. Dr. Katharina Riedel Rektorin der Universität Greifswald
Andrea Gronwald Geschäftsführerin der Kommunalgemeinschaft Pomerania
Dr. Ruth Slenczka Direktorin des Pommerschen Landesmuseums
Prof. Dr. Dagmar Braun Gesellschafterin der Braun-Beteiligungs-GmbH
Heiko Miraß Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg

 

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