CORONA-PANDEMIE

Schwesig und Smudo stellen Luca-App vor

Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist Trendsetter bei der Luca-App. Kann die Pandemie damit jetzt noch wirkungsvoller bekämpft werden?
Rapper Smudo demonstriert auf seinem Smartphone die Funktionsweise der App.
Rapper Smudo demonstriert auf seinem Smartphone die Funktionsweise der App. Axel Heimken
Schwerin ·

Alle Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern sind an das Luca-System zur verschlüsselten Kontaktnachverfolgung angeschlossen. Damit können Einrichtungen mit Publikumsverkehr wie Geschäfte, Gaststätten, Kulturbetriebe, Hotels und Behörden ihre Besucher im ganzen Nordosten die Luca-App ab sofort nutzen und die Gesundheitsämter im Fall eines nachgewiesenen Corona-Falls auf die verschlüsselten Daten zur Kontaktverfolgung zurückgreifen. Das gab die Landesregierung am Freitagnachmittag in einer Pressekonferenz bekannt.

Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, in dem die Luca-App flächendeckend genutzt werden kann. Diese schnelle Möglichkeit zur Nachverfolgung von Kontakten ist eine wichtige Voraussetzung, um öffentliche Einrichtungen Schritt für Schritt wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen. Zugleich entlasten wir die Gesundheitsämter, die schnell und sicher Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen können”, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in der Video-Pressekonferenz, bei der das Luca-System vorgestellt wurde.

MV hat jetzt Zugang zu Luca-System

„Die acht Gesundheitsämter in MV haben seit gestern Abend einen eigenen Zugang zum Luca-System. Darüber können ihre Mitarbeiter schnell und einfach auf den Datenaustausch zwischen den Einrichtungen und ihren Besuchern zugreifen und so Infektionsketten zurückverfolgen und schnell unterbrechen – allerdings nur, wenn diejenigen, die sich mit ,Luca‘ beim fraglichen Ereignis eingecheckt haben, ihre Daten dafür auf die Anfrage hin freigeben”, informierte Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD).

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Der Minister bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass Luca ab sofort im Land funktioniert: „Den Vertrag mit den Entwicklern haben wir vor einer Woche unterzeichnet. Wir sind davon ausgegangen, dass es einige Wochen dauert, die acht Gesundheitsämter in MV technisch so anzubinden, dass sie – und nur sie – auf die verschlüsselten Daten des Luca-Systems zugreifen können. Dank des unglaublichen Engagements und vieler Überstunden aller damit befassten Kolleginnen und Kollegen in meinem Ministerium, bei den Entwicklern des Systems, in den Kommunen und Gesundheitsämtern funktioniert diese Anbindung schon jetzt.”

Smudo erklärt Luca-App

Musiker Smudo von der Band „Die Fantastischen Vier” erklärte, wie die App funktioniert: ",Luca‘ ist einfach, sicher und effizient. Für den Nutzer, also den, der Gastronomie oder Veranstaltungen besuchen will, ist der Aufwand minimal: Download der kostenlosen App, Namen und Telefonnummer angeben – und man ist startklar. Der Aufwand für den Gastgeber, Veranstalter, Gastronomen ist ähnlich gering: QR-Code am Eingang scannen und fertig. Von diesem Augenblick an sind die Daten sicher verschlüsselt und die Gesundheitsämter können im Falle einer Infektion am Ort des Geschehens, alle informieren. Ohne großen Aufwand, ohne Zettelwirtschaft, ohne einzelne Rückrufe ist sichergestellt, dass alle in der Infektionskette Bescheid wissen und sich gegebenenfalls testen lassen sollten.”

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Weiter führte Smudo aus: "„Der Informationsprozess verkürzt sich so von einigen Tagen auf wenige Stunden. Quellcluster werden aufgedeckt, bevor sie zu größerer Verbreitung finden können. Als wir als Musiker davon hörten, waren wir begeistert, denn Luca bietet uns eine Chance auf mehr kulturelles Leben im Rahmen der Pandemiebekämpfung. Das wollen wir unterstützen.”

Schwesig appelliert an Bürger in MV

Manuela Schwesig und Christian Pegel appellierten an alle Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, Betreiber von öffentlichen Einrichtungen ebenso wie diejenigen, die diese Einrichtungen besuchen: „Laden Sie die kostenfreie App herunter und benutzen Sie sie. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Verfolgung und Unterbrechung von Corona-Infektionsketten. Das ermöglicht uns allen, zunehmend wieder in ein öffentliches Leben zurückzukehren.”

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Auch, wer kein Smartphone hat, kann sich über „Luca“ sicher einchecken und im Bedarfsfall informieren lassen: Es gibt die Möglichkeit, vor Ort über den Webbrowser einzuchecken.

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Kommentare (5)

ist der Verwendung der App freiwillig?

Ja! Luca soll aber gut sein.

Waren wir nicht immer 50 Jahre hinterher?
Komisch, dass wir in unserem Bundesland, das deutschlandweit das schlechteste Internet hat, ausgerechnet hier Trendsetter sind.

Kontrolle über die Menschen zu erlangen, scheint hier ein großes Ziel zu sein.
Kann man ja auch verstehen, denn das Virus ist überaus gefährlich.
Nur Politiker befällt es nicht, wie man beim letzten PR Termin von Frau Schwesig eindrucksvoll sehen konnte.
Für Politiker gelten Coronaregeln im Dienst nicht und das Virus weiß das bestimmt auch.
Für die Steuerzahler gilt das nicht, die brauchen eine App, um verfolgt werden zu können.
Ich nehme hier nichts mehr ernst.

Eigentlich ist diese App ein Ersatz für die Zettelwirtschaft die wir haben/hatten. Jeder sollte sich informieren wie die überhaupt funktioniert. Daß der Herr Smudo diese App bewirbt und bejubelt ist klar, er gehört zu den Mitinitiatoren, was immer das heißen soll, und ist er sicherlich auch an den Lizenzen beteiligt. Die müssen nämlich die Gesundheitsämter und alle gewerblichen Nutzer, z.B. Gaststättenbetreiber usw., erwerben. Nur der private Nutzer muß nichts bezahlen, noch nicht möchte ich anfügen. Wie viel hat Frau Schwesig bzw. die Gesundheitsämter denn hingeblättert? Da wird gejubelt als hätte man das Ei des Columbus gefunden aber, so meine Meinung, ist der praktische Beweis noch gar nicht geliefert.

Zweiter Satz: die App überhaupt....