CORONA-PANDEMIE

Schwesig wirft Merkel und Spahn Versagen vor

Die MV-Regierungschefin auf der einen, Bundeskanzlerin und Gesundheitsminister auf der anderen Seite – in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner” gab sich Schwesig angriffslustig.
Attackierte CDU und Grüne: MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nahm am Donnerstagabend kein Blatt vor den Mund.
Attackierte CDU und Grüne: MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nahm am Donnerstagabend kein Blatt vor den Mund. Jens Büttner
Schwerin ·

Schon vor Wochen nutzte Manuela Schwesig einen Auftritt in der Talkshow „Maybrit Illner”, um mit dem katastrophalen Impfeinkauf der Europäischen Union mit Ursula von der Leyen (CDU) an der Spitze und der Bundesregierung mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) abzurechnen – am Donnerstagabend teilte die SPD-Politikerin erneut in der Livesendung im ZDF aus.

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Grüne haben zu Corona noch keinen vernünftigen Vorschlag gemacht

Gleich zu Beginn zog Schwesig einen Rund-um-Schlag durch, attackierte das „Versagen von Merkel und Spahn in der Corona-Pandemie” und warf den ebenfalls in der Talk-Runde sitzenden Robert Habeck vor, dass die Grünen im Bundestag noch keinen vernünftigen Vorschlag zur Corona-Krise beigetragen hätten.

Selbsttests bei Aldi statt in Schulen

Letzter Auslöser des Wutausbruchs von Schwesig: Die vom Bund bereits zum 1. März versprochenen Selbsttests stünden nicht in ausreichender Form zur Verfügung – stattdessen laufe die Verteilung der Selbsttests jetzt über Aldi und nicht dort, wo sie wirklich dringend gebraucht würden, beispielsweise in den Schulen.

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MV hat zwei Millionen Selbsttests eingekauft

MV hat selbst zwei Millionen Schnelltests geordert. „Wir haben uns nicht auf den Bund verlassen, sondern selbst gehandelt”, betonte die Ministerpräsidentin. Deshalb seien in MV bereits ab Montag wöchentliche Schnelltests für Lehrer und Erzieher möglich. Und auch Hausärzte sollen verstärkt beim Impfen einbezogen werden – wenn ausreichend Impfstoff da ist.

Schwesig verteidigte den jetzt vereinbarten Lockerungskurs. Ihr Argument: „Es gibt bundeseinheitliche Regeln und die Möglichkeit, regional zu handeln. In Rostock beispielsweise mit einer Inzidenz von dauerhaft unter 35 können wir mehr öffnen als im Landkreis Vorpommern-Greifswald, wo wir direkt an der polnischen Grenze seit Monaten einen Corona-Hotspot haben.” In dem Zusammenhang lobte Schwesig den Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen für seine klugen Corona-Maßnahmen.

Am Freitag Sondersitzung des Landtags und MV-Gipfel

Am Freitag wird Schwesig in einer Regierungserklärung vor dem MV-Landtag ihre Corona-Politik erläutern. Am Nachmittag beginnt dann der MV-Gipfel. Dort wollen Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft, Kommunen und Sozialverbände die einzelnen Maßnahmen in MV abstimmen. Der Gipfel wird mit Spannung erwartet – im Vorfeld hatte die Wirtschaft scharfe Kritik an den Maßnahmen und speziell an den fehlenden Perspektiven für Tourismus, Einzelhandel und Unternehmen geäußert.

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Kommentare (2)

läuft es...

...wie man immer den schwarzen Peter weitergibt. Gesundheitspolitik ist in erster Linie Ländersache, man hätte also alle Möglichkeiten gehabt Impfstoff selbst zu besorgen und es besser zu machen. Das man dies nicht kann hat man ja mit den monatelang eingelagerten 2,6Mio FFP2-Masken gesehen. Wenn das nicht durch Zufall rausgekommen wäre würden die heute noch irgendwo liegen. Gestern haben wir unsere dann endlich bekommen...
Und zum Vergleich Rostock-Greifswald, schön das man jetzt auch erkennt, woran es in VG liegt. Auch die Grenzschließung/Testung dort kann in die Verantwortung des Landes übernommen werden. Geht in anderen Bundesländern ja auch.