Disco-Schiff für die Küste geplant

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Schwofen auf hoher See

Erste Testfahrten mit Partypublikum waren bereits im vergangenen Sommer erfolgreich. Mehrere Hundert Gäste feierten bei Ausflugsfahrten von Husum, Sylt und Flensburg auf dem Sonnendeck der „Adler Dania“.
Erste Testfahrten mit Partypublikum waren bereits im vergangenen Sommer erfolgreich. Mehrere Hundert Gäste feierten bei Ausflugsfahrten von Husum, Sylt und Flensburg auf dem Sonnendeck der „Adler Dania“.

Mit einer neuen Geschäftsidee will die Adler-Reederei im Sommer zusätzliche Fahrgäste ins Boot holen. Ab heute wird dafür die ehemalige Fähre „Adler Dania“ zum Veranstaltungsschiff umgebaut.

Seit dem Ende der sogenannten Butterfahrten vor 13 Jahren dümpelte das Fährschiff „Adler Dania“ die meiste Zeit im Hafen Peenemünde. Nur selten wurde die alte Dame noch für Charter- oder Ausflugsfahrten gebucht. Doch nun zeichnet sich für das Schiff eine ungewöhnliche Zukunft ab: Am vergangenen Wochenende wurde der Dampfer an die Nordseeküste überführt, wo er ab Mittwoch in der Husumer Schiffswerft zum Event-Schiff umgebaut wird.

„Wir werden einen sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen und in Modernisierung und Umbau investieren“, kündigt der Betriebsleiter der Reederei Adler-Schiffe, Tobias Lagmöller, in Westerland auf Sylt an. Neben der Erneuerung von Antrieb und schiffstechnischen Sicherheitsanlagen sollen Haupt- und Oberdeck für große Tanzveranstaltungen hergerichtet werden. Auch auf dem Sonnendeck darf künftig geschwoft werden. Unter freiem Nachthimmel können Ausflugsgäste dann nach Disco-Klängen das Tanzbein schwingen.

Disco-Schiff Konkurrenz zu etablierten Veranstaltern?

Ab Mitte April soll der modernisierte schwimmende Tanztempel für Feten auf Nord- und Ostsee zur Verfügung stehen. Am Tourenplan werde gerade gebastelt, sagt der Reedereivertreter. „In Mecklenburg-Vorpommern könnten wir uns vorstellen, zum Beispiel von Wismar, Warnemünde, Binz, Sassnitz und den Usedomer Kaiserbädern zur Party in See zu stechen.“ Neben Discoveranstaltungen seien auch Schlagerabende mit Sonnenuntergang, Bälle auf schwankenden Decksplanken, Konzerte, Konferenzen und Lesungen denkbar.

Noch wird das Konzept von Veranstaltern eher skeptisch bewertet. Grundsätzlich seien Partys auf dem Meer zwar eine gute Idee, sagt Peter Weitkamp, der seit 15 Jahren in Prora auf Rügen eine Großdisco betreibt. „Aber es nützt mir nichts, wenn gerade zur Urlaubssaison mein Publikum abwandert und zum Feiern in See sticht.“ Weitkamp bereiteten schon illegale Tanzpartys an Rügens Stränden mächtig Sorgen. „Noch mehr Konkurrenz kann ich mir einfach nicht leisten.“

Die Adler-Reederei schlägt deshalb Vereinbarungen vor, von der die Event-Träger sogar profitieren würden. So könnten die Bordkarten gleichzeitig auch für die Klubs an Land gelten. „Nach einer vierstündigen Feier an Bord ziehen die Partygäste dann einfach weiter zur Nachtparty im Disco-Klub“, sagt Lagmöller. Diese Idee findet auch Prora-Disco-Betreiber Weitkamp akzeptabel, der überdies auch selbst einmal Seemann war: „Wenn zu später Stunde noch mal ein richtiger Schwung Disco-Gäste zu mir kommt, dann freu’ ich mich.“