MITTELMEER

„Sea-Eye“ verkauft Rettungsschiff an spanischen Verein

Vor zwei Jahren nahm der ehemalige Rügener Fischkutter „Seefuchs“ von Stralsund aus Kurs auf das Mittelmeer, um in Seenot geratene Flüchtlingen zu retten. Nun hat ihn die Hilfsorganisation „Sea-Eye“ verkauft.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Am 11. April 2017 legte der damals 59 Jahre alte Stahlkutter „Seefuchs“ mit mehreren Freiwilligen an Bord vom Stralsunder Dänholm ab und nahm Kurs ins Mittelmeer.
Am 11. April 2017 legte der damals 59 Jahre alte Stahlkutter „Seefuchs“ mit mehreren Freiwilligen an Bord vom Stralsunder Dänholm ab und nahm Kurs ins Mittelmeer.
Ein letztes Gespräch vor dem Ablegen in Stralsund am 11. April 2017. Der ehemalige Kapitän der „Cap Anamur“ Stefan Schmidt (l.), bespricht mit dem Gründer der Hilfsorganisation „Sea Eye“, Michael Buschheuer, Details zum geplanten Einsatz der „Seefuchs“ vor der afrikanischen Küste.
Ein letztes Gespräch vor dem Ablegen in Stralsund am 11. April 2017. Der ehemalige Kapitän der „Cap Anamur“ Stefan Schmidt (l.), bespricht mit dem Gründer der Hilfsorganisation „Sea Eye“, Michael Buschheuer, Details zum geplanten Einsatz der „Seefuchs“ vor der afrikanischen Küste.
Stralsund.

Da eine Überführung nach Deutschland wegen Personalmangels scheiterte, sei die „Seefuchs“ an die spanische Hilfsorganisation „Proem Aid“ verkauft worden, sagte Sea-Eye-Vereinsgründer Michael Buscheuer. In Spanien soll der Oldtimer künftig von Rettungsorganisationen als Trainings- und Ausbildungsschiff genutzt werden. Dazu werde es gegenwärtig nach Sevilla überführt.

Das Schiff war einer der letzten noch existierenden 26-Meter-Kutter der ehemaligen DDR-Fangflotte. Im April 2017 war es von dem Verein „Sea-Eye“ dank einer Privatspende gekauft und zum Rettungsschiff umgerüstet worden.

Seitdem hatte seine aus ehrenamtlichen Helfern bestehende neue Besatzung im Mittelmeer mehr als 5000 in Seenot geratene Flüchtlinge gerettet. Im Juni vergangenen Jahres hatte Malta das Schiff im Hafen von Valetta festgesetzt. Fünf Monate später kam die „Seefuchs“ wieder frei.

Weiterer Einsatz zu gefährlich

Ein weiterer Einsatz zur Seenotrettung sei mit dem 60 Jahre alten Schiff allerdings zu gefährlich, sagte Vereinsgründer Buscheuer. Er war im Mai 2018 selbst Crewmitglied auf der „Seefuchs“. Damals hatte die Schiffsmannschaft innerhalb von drei Tagen über 400 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt.

Die „Seefuchs“ war 1958 in der Elbewerft Boizenburg – damals als „Heringshai“ – vom Stapel gelaufen. Vor Rügen war sie zuletzt als Charterschiff von Wissenschaftlern, Tauchern, Urlaubern und Funkamateuren genutzt worden.

Insgesamt waren in den 1950er und 1960er Jahren 50 der legendären, 26,5 Meter langen Fischkutter in Boizenburg und Stralsund gebaut worden. Die meisten von ihnen wurden außer Dienst gestellt, verkauft oder abgewrackt.

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