RAZZIEN IN MV

Seehofer verbietet rechtsextreme Gruppe „Combat 18”

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextreme Gruppe „Combat 18” verboten. Unter anderem in MV und Brandenburg wurden mehrere Objekte durchsucht.
dpa
Bei einer Razzia laden Zivilermittler der Polizei vor einem Haus Kartons in ein Auto.
Bei einer Razzia laden Zivilermittler der Polizei vor einem Haus Kartons in ein Auto. René Werner
Kiel: Sichergestellte Waffen und ein Schild der kriminellen Neonazi-Gruppe „Combat 18” (Archivbild).
Kiel: Sichergestellte Waffen und ein Schild der kriminellen Neonazi-Gruppe „Combat 18” (Archivbild). Horst Pfeiffer
Horst Seehofer (CSU) hat die Gruppe „Combat 18” verboten.
Horst Seehofer (CSU) hat die Gruppe „Combat 18” verboten. Gregor Fischer
Polizeiwagen stehen vor einem Wohnhaus im Ortsteil Vieselbach. René Werner
Schwerin.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextreme Gruppe „Combat 18“ verboten. Das teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Insgesamt 210 Polizisten durchsuchten am frühen Morgen mehrere Objekte in sechs Bundesländern: in Thüringen, Osthessen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der mutmaßliche Rädelsführer Stanley R., der als wichtige Figur der Szene gilt, wurde den Angaben zufolge von der Polizei in Thüringen an seinem Arbeitsplatz angetroffen und zu seiner Wohnung gebracht, die durchsucht wurde.

Mehr lesen: So wurden am Donnerstag auch eine Wohnung in Malchin von der Polizei durchsucht.

In Thüringen wurden zwei Objekte durchsucht: ein Wohnhaus in Erfurt-Vieselbach, einem dörflichen Ortsteil abseits der Landeshauptstadt, und nach Angaben des Landeskriminalamts ein weiteres Objekt im Raum Eisenach. In NRW wurde laut dortigem Innenministerium ein größeres Mehrfamilienhaus in Castrop-Rauxel durchsucht. In Brandenburg durchsuchten laut Innenministerium Beamte zwei Wohnhäuser, eines in Wildau und eines in Eberswalde.

In Rheinland-Pfalz lief eine Durchsuchung in Trierweiler nahe Trier. Die Polizisten stellten bei den Durchsuchungen laut Bundesinnenministerium neben Laptops, Tonträgern und NS-Devotionalien auch „waffenrechtlich relevante Gegenstände“ sicher. Die Produktion und Verbreitung von Musik mit rechtsextremem Inhalt bildete den Angaben zufolge einen Schwerpunkt der Aktivitäten der Gruppe. Diese habe versucht, über die Musik ihre „menschenverachtende Gesinnung mit rechtsextremistischer und antisemitischer Hetze“ in die Gesellschaft hineinzutragen.

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Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation gilt als bewaffneter Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour” (Blut und Ehre). Sie hat ihren Ursprung in Großbritannien und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

Die Zahl „18” ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H – die Initialen von Adolf Hitler. Symbol der Gruppe, die sich auf einen „Rassenkrieg” vorbereitet, ist der Drache. Neonazis, die sich „Combat 18” zugehörig fühlen, tragen häufig schwarze T-Shirts oder Jacken mit der Aufschrift „C 18”.

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Caffier begrüßt Verbot von Combat 18

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier hat das heutige Verbot ausdrücklich begrüßt. Sie steht unter Verdacht, rechtsterroristische Bestrebungen zu verfolgen. "Wer unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat bekämpft, darf sich nicht hinter Vereinsstrukturen verstecken! Das heutige Verbot steht für Null Toleranz gegenüber den Feinden der Demokratie. Damit wurde eine bundesweit organisierte Kaderstruktur zerschlagen, die auch in Mecklenburg-Vorpommern vertreten war", betonte der Minister und ergänze: "Heute haben wir eine Struktur zerschlagen, deren einzelne Akteure wir aber weiterhin fest im Blick behalten!"

Der Artikel wurde mehrfach aktualisiert. 

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