81 LEBEN GERETTET

Seenotretter haben zwischen Usedom und Borkum viel zu tun

Die Seenotretter sind 2019 zu insgesamt 2140 Einsätzen auf Nord- und Ostsee ausgerückt. 81 Menschen wären ohne ihre Hilfe nicht mehr am Leben. Für die hohen Zahlen gibt es Gründe.
dpa
Bo(o)tschafter-Wechsel: Windsurf-Profi Bernd Flessner übergibt das Steuerruder symbolisch an die Moderatorin Anke Harnack
Bo(o)tschafter-Wechsel: Windsurf-Profi Bernd Flessner übergibt das Steuerruder symbolisch an die Moderatorin Anke Harnack. DGzRS - Die Seenotretter
Heringsdorf.

Seenotretter sind im vergangenen Jahr zu 2140 Einsätzen auf der Nord- und Ostsee ausgerückt. Nach am Dienstag in Cuxhaven vorgestellten Zahlen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) blieb die Zahl der Einsätze damit auf einem konstant hohen Niveau.

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Mehr Wassersportler

Die Gesellschaft half demnach knapp 3400 Menschen. 81 davon seien aus Seenot gerettet worden – „das heißt, sie wären ohne unsere Hilfe nicht mehr am Leben”, sagte ein DGzRS-Sprecher. 2018 waren es nicht mal halb so viele (38) gewesen.

Diese Zahl schwanke von Jahr zu Jahr, so der Sprecher. „Wir beobachten aber mindestens seit den letzten zehn Jahren, dass sich die Einsätze insgesamt bei gut 2000 bis knapp 2200 einpendeln.” Ein Grund sei die Zunahme an Wassersportlern – darunter Segler, Motorbootfahrer und Trendsportler wie Stand up Paddler oder Kitesurfer.

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Einsätze an der MV-Küste

In Mecklenburg-Vorpommern waren die Seenotretter zu 523 (2018: 551) Einsatzfahrten für 1.065 Menschen unterwegs. Sie retteten 23 (4) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 102 (140) aus Gefahrensituationen.

Unter dem Motto „Sicher auf See” wendet sich die DGzRS verstärkt an Wassersportler und macht auf einer Internetseite auf Gefahren aufmerksam. Über die App „SafeTrx” der Seenotretter kann im Notfall direkt auf den aktuellen Standort des Sportlers zugegriffen werden. Sie wurde laut DGzRS seit ihrer Einführung vor drei Jahren mehr als 20.000 Mal heruntergeladen.

Viel befahrenes Seegebiet

Im Zuständigkeitsbereich zwischen Borkum und Usedom, der zu den am dichtesten befahrenen Seegebieten weltweit gehört, sind laut Sprecher außerdem immer mehr und größere Schiffe unterwegs. „Dazu kommt der Versorgungs- und Baustellenverkehr zu den Windparks”. Die Retter wurden etwa gerufen, wenn im Maschinenraum eines solchen Zubringers Feuer ausgebrochen war.

Sie befreiten nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 270 Menschen aus drohender Gefahr und transportieren 373 Kranke oder Verletzte von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland. Seit ihrer Gründung 1865 hat die DGzRS demnach bis Ende 2019 mehr als 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder aus Gefahrensituationen befreit.

Zur neuen Botschafterin der Seenotretter wurde NDR-Moderatorin Anke Harnack ernannt. Sie übernahm am Dienstag die Aufgabe von Surfprofi Bernd Flessner an Bord der „Hermann Marwede”, dem größten Kreuzer der Seenotretter. 2020 soll nach 35 Jahren wieder ein Kreuzer auf den Namen „Hamburg” getauft werden – er ist für die Station Borkum vorgesehen.

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Die Einsatzzahlen im Detail

Im Jahr 2019 haben die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf Nord- und Ostsee bei insgesamt 2.140 Einsätzen (2018: 2.156 Einsätze) 3.396 Menschen Hilfe geleistet.

  • 81 (38) Menschen aus Seenot gerettet
  • 270 (318) Menschen aus drohender Gefahr befreit
  • 373 (369) erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert
  • 54 (56) Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt
  • 1.014 (1.012) Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art
  • 606 (613) Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten

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