Corona

Seenplatte auf „Rot“ – Zahlen-Stau in Vorpommern-Greifswald

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gibt es offenbar wieder einen Meldeverzug bei den Corona-Zahlen. Die Seenplatte hat derweil als erster Landkreis in MV die Stufe „Rot” erreicht.
Ein Kontaktnachverfolger der Bundeswehr im Gesundheitsamt Vorpommern-Greifswald in Pasewalk. Der Landkreis hat erneut Probleme
Ein Kontaktnachverfolger der Bundeswehr im Gesundheitsamt Vorpommern-Greifswald in Pasewalk. Der Landkreis hat erneut Probleme bei der Erfassung von Corona-Fällen. Stefan Sauer (Archivfoto)
Neubrandenburg

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat erneut Probleme mit der zeitnahen Erfassung von Corona-Neuinfektionen. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die das Landratsamt gestern herausgab. Der Kreis meldet derzeit im Vergleich mit den übrigen Landkreisen in MV auffällig niedrige Inzidenzen: Die 7-Tage-Inzidenz liegt dort bei 201,9 – der zweitniedrigste Wert landesweit. Die Hospitalisierungs-Inzidenz ist in Vorpommern-Greifswald mit 1,3 sogar deutlich niedriger als in allen anderen Kreisen. Dort liegt sie zwischen 4,3 und 9,9. Dieser Wert geht allerdings auf die Krankenhäuser und nicht auf die Meldung des Landkreises zurück.

Kreis will Stau bei Meldungen zügig abarbeiten

Wie der Kreis nun mitteilte, habe sich durch den starken Anstieg der Fallzahlen und hohen Aufwand bei der Kontaktnachverfolgung ein Stau bei der Erfassung der Fälle ergeben. Man habe sich aber nun mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) auf ein vereinfachtes Meldeverfahren geeinigt, sodass der Stau bald abgearbeitet sei. Anfang des Jahres hatte es bei dem Landkreis schon einmal einen ähnlichen Meldeverzug gegeben. Der Kreis teilte weiterhin mit, dass die Kontaktnachverfolgung möglichst von den Infizierten selbst vorgenommen werden solle. Der Landkreis könne dies nur in besonders ansteckungsgefährdeten Fällen übernehmen, hieß es.

Anfang des Jahres hatte es bei dem Landkreis schon einmal einen ähnlichen Meldeverzug gegeben. Warum die anderen Kreise diese Probleme nicht haben, blieb gestern offen.

Seenplatte erreicht als erster Kreis in MV die Warnstufe „Rot”

Derweil erreichte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gestern als erster Landkreis in MV die Warnstufe „Rot“ auf der landeseigenen Risiko-Karte. In dem Kreis ist fast jedes fünfte Intensivbett (19,4 Prozent) mit einem Covid-Patienten belegt. Bleibt eine Region drei Tage in der roten Zone, tritt unter anderem die 2G-Regel in weiteren Bereichen als bei „Orange“ in Kraft, wie ein Regierungssprecher erklärte. Dazu zählten etwa körpernahe Dienstleistungen mit Ausnahme der Friseure.

Weil der Kreis drei Tage zuvor die Stufe „Orange“ erreicht hatte, tritt dort ab diesem Freitag der für diese Stufe vorgesehene Regelkatalog in Kraft. Das bedeutet: In ersten Bereichen gilt die 2G-Regel dann bereits. So dürfen etwa in Kultur- und Freizeiteinrichtungen ab sofort nur noch Geimpfte und Genesene eingelassen werden.

Gemäß den verschärften Regeln müssen auch Hotels die Schutzvorkehrungen intensivieren. Im Innenbereich ist eine Trennung zwischen Gästen, die geimpft oder genesen sind, sowie nicht geimpften und nur getesteten Gästen vorzunehmen. Ausgenommen von der 2G-Regel bleiben nur Kinder unter sieben Jahren. Schwangere, Kinder ab 7 Jahren und alle, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, brauchen einen tagesaktuellen Test.

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