GREIFSWALDER BODDEN

Segler vor Rügen in Seenot - schwer verletzt nach Wassereinbruch

Im Greifswalder Bodden vor der Insel Rügen sind zwei Segler in Seenot geraten. Ein schwer verletzter Mann brauchte dringend Hilfe, es gab jedoch Probleme dabei, diese zu organisieren.
Nordkurier Nordkurier
Bei ruppiger See schleppen die Seenotretter aus Stralsund das havarierte Segelboot nach Stahlbrode.
Bei ruppiger See schleppen die Seenotretter aus Stralsund das havarierte Segelboot nach Stahlbrode. DGzRS - Die Seenotretter
Greifswald.

Zwei Segler sind am Donnerstag im Greifswalder Bodden in Seenot geraten. Bei starkem Seegang und heftigen Windböen brach gegen 15 Uhr Wasser in ihr Segelboot ein – welches sich jedoch mit Bordmitteln herauspumpen ließ. Gleichzeitig verletzte sich aber einer der beiden Männer im Gesicht.

Aufgrund der stark blutende Wunde brauchte er umgehend ärztliche Hilfe. Diese war nicht so leicht zu organisieren, denn weder per Handy noch per Funk konnte eine stabile Kommunikationsverbindung mit dem Havaristen aufgebaut werden. Auch die genaue Position des Segelbootes war nicht zu ermitteln, teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit.

Suche nach dem Segelboot

Sicher war lediglich: Die Segler befanden sich im westlichen Teil des Greifswalder Boddens. Also wurden der Seenotrettungskreuzer „Berthold Beitz” (Station Greifswalder Oie), das Seenotrettungsboot Hertha Jeep (Station Stralsund) sowie der Hubschrauber „Northern Rescue 02“ von Northern HeliCopter (NHC) alarmiert.

Die Seenotküstenfunkstelle sendete ein „Mayday Relay“ aus, um die gesamte Schifffahrt in dem Seegebiet um erhöhte Aufmerksamkeit zu bitten. Auf diese Weise gelang es schließlich, die genaue Position zu ermitteln: Die Segler befanden sich etwa eineinhalb Seemeilen (etwa drei Kilometer) östlich von Palmer Ort – dem südlichsten Punkt der Insel Rügen am Strelasund.

Hubschrauber als erstes vor Ort

Als erstes war gegen 15.45 Uhr der Hubschrauber vor Ort. Die Besatzung setzte per Seilwinde einen Arzt auf dem Segelboot ab, der den verletzten Mann versorgte. Wenig später trafen die Seenotretter mit der „Berthold Beitz” ein und gingen trotz schwieriger Bedingungen bei dem neun Meter langen Segelboot längsseits.

„Wir mussten bei der ruppigen See mit einer steilen und kurzen Welle von bis zu eineinhalb Metern gut abfendern“, beschreibt Vormann Hartmut Trademann die Situation vor Ort. Die Seenotretter übernahmen den Verletzten und den Arzt. Beide wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht.

Segelboot nach Stahlbrode geschleppt

Der zweite Segler blieb auf dem Boot und wurde von den freiwilligen Seenotrettern aus Stralsund nach Stahlbrode geschleppt. Während der rund zweistündigen Schleppreise schöpfte der Skipper fast ununterbrochen Wasser aus seinem Boot. „Wir haben den Schleppanhang immer gut im Blick gehabt und hätten sofort eingegriffen, wenn sich die Lage verschlimmert hätte“, so Vormann Joachim Venghaus.

Ende August schleppten Seenotretter einen Heißluftballon bis nach Zinnowitz. Der ungewöhnliche Einsatz rettete vier Ballonfahrer vor einer nassen Landung in der Ostsee. Am gleichen Tag war das Motorboot eines Paares ist südlich der Insel Rügen in der Ostsee versunken. Auch hier rückten die Seenotretter aus.

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