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Burka-Debatte

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Seit dieser Bundestags-Rede reden alle über Philipp Amthor

Philipp Amthor (CDU) bei seiner Rede zum Thema Vollverschleierung im Bundestag am 22. Februar.
Philipp Amthor (CDU) bei seiner Rede zum Thema Vollverschleierung im Bundestag am 22. Februar.
Parlamentsfernsehen

Philipp Amthor (CDU), Abgeordneter aus dem Nordosten, ist mit einer energischen Rede im Bundestag aufgefallen. In vielen Medien und sozialen Netzwerken ist die Begeisterung groß.

Eigentlich waren es nur gute sechseinhalb Minuten, ein Auftritt unter vielen im Deutschen Bundestag. Doch auch am Tag danach ist die Begeisterung – oder auch Überraschung – noch groß. Philipp Amthor (CDU) hat eine „denkwürdigen Rede” gehalten und „frischen Wind in den Bundestag” gebracht, schreibt der Kölner „Express”. „Merkels Bubi gibt der AfD Saures” schreibt die „Bild” und urteilte: Amthor sei „bühnenreifer Konservativer”. „Jüngster CDU-Abgeordneter zerpflückt AfD-Antrag” steht auf der Seite der Berliner Morgenpost.

Philipp Amthor hat am Donnerstag, es war erst seine zweite Rede, energisch und gut vorbereitet gegen einen AfD-Antrag argumentiert. Es ging um die Vollverschleierung von Frauen in der Öffentlichkeit, die zu verbieten sei. Amthor hält, stellte er gleich zu Beginn klar, ebenfalls nicht viel von Burka und Niqab. Solche Kleidungsstücke seien Ausdruck von Unterdrückung. Noch wichtiger sei ihm aber das Grundgesetz und die darin verankerte Religionsfreiheit, daher könne man bestimmte Kleidungsstücke nicht einfach verbieten.

Hier gibt es die komplette Rede im Parlamentsfernsehen des Bundestag.

„Wenn Sie die Verfassung ändern wollen, dann können Sie nicht die Axt an die Religionsfreiheit anlegen”, sagte Amthor in überwiegend freier Rede zur AfD-Fraktion. „Die Religionsfreiheit gehört zu Deutschland, aber der politische Islam gehört nicht zu Deutschland”, sagte er. "Überall dort, wo der politische Islam versucht, unsere offene Lebensweise zu beschränken, werden wir ihm die Härte des Rechtsstaats entgegenhalten.”

"Wow, so viel Schwung von der CDU"

Die AfD führte in ihrem Antrag auch die Menschenwürde an. „Aber sie schützt nicht vor der Autonomie, eine Burka zu tragen”, sagte der Politiker aus Ueckermünde. „Ich mache Ihnen das an einem Beispiel deutlich: Sie haben ja hier die Abgeordnetenfreiheit aus Artikel 38. Die zwingt Sie auch nicht, richtige Anträge zu stellen. Sondern sie erlaubt es Ihnen, solchen Quatsch hier vorzulegen.”

Nach dem Auftritt des 25 Jahre alten Politikers prasselt nun auf seiner Facebook-Seite immer noch ein Lob nach dem anderen ein. So heißt es etwa:

„Wow, soviel Schwung von einem CDUler, habe ich seit langem vermisst!!”

„Sehr authentisch, ich finds geil! Ich könnte mir das Video tausende Male ansehen”

Es gibt aber auch Kritik, eine Nutzerin argumentiert ausführlich, dass die Vollverschleierung eigentlich keine Vorgabe des Islam sei, sondern eher eine politische Bedeutung habe. Amthor ging darauf noch nicht ein.

Auch der Satiriker Jan Böhmermann meldete sich am nach der Rede wieder zu Wort und twitterte unter anderem:

Vor ein paar Wochen hatte Böhmermann den jungen Politiker aus der Provinz in seiner Show "Neo Magazin Royale" noch sehr amüsiert aufs Korn genommen: Philipp Amthor – "Der Merkel-Killer aus Ueckermünde"

„Respekt!” gab es auch von Sawsan Chebli (SPD), Staatssekretärin in Berlin.

Kommentare (3)

"Unser" Neuer aus der CDU im Bundestag bringt frischen Wind in das angestaubte Parlament. Guter Anfang, weiter so!

Herr Amthor macht es etwas richtig: will man ins Rampenlicht kommen, muss man laut sein. Man bekommt aber niemanden mit Schreien und Brüllen überzeugt, geschweige Mehrheiten in der Politik.

Bei aller Begeisterung und Erregung, aber die Worte wollen doch gut überlegt sein. Irgendwo bei 1:04 min. gibt er zu, dass ihm Fakten gleichgültig sind. Ich nehme das Mal als Versprecher und nicht als Versprechen.