Am Donnerstagmorgen durchsuchte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei zwei Wohnunegn in Stralsund. (Symbolbild)
Am Donnerstagmorgen durchsuchte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei zwei Wohnunegn in Stralsund. (Symbolbild) Marius Becker
Verdächtiges Video

SEK setzt Tschetschenen und Afghanen in Stralsund fest

Einer der beiden ist früher mit Sympathien für den Islamischen Staat aufgefallen. Am Donnerstagmorgen griff das SEK zu. Innenminister Caffier ruft zu Besonneheit auf.
Stralsund

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei (SEK) hat am Donnerstagmorgen in Stralsund einen 19-jährigen Tschetschenen und einen gleichaltrigen Afghanen festgesetzt. Gegen den Tschetschenen war schon vor drei Jahren ein Strafverfahren eingeleitet worden, weil er Sympathien für die Terrororganisation Islamischer Staat gezeigt hatte, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, Sascha Ott, dem Nordkurier.

Bei der Durchsuchung zweier Wohnungen wurde eine Schreckschusswaffe sichergestellt. Die Polizei habe auch geringe Mengen Betäubungsmittel gefunden und Speichermedien sowie einen Laptop und ein Handy beschlagnahmt, die jetzt ausgewertet werden. Die Ermittler waren den beiden Männer auf die Spur gekommen, weil sie ein Video im Internet gefunden hatten. Darauf bewegen sich laut Ott die zwei 19-Jährigen in Tarnjacken durch Stralsund und feuern einen waffenähnlichen Gegenstand ab. Die beiden Verdächtigen wurden am Donnerstag vernommen. Bei ihrer Festnahme hätten sie keinen Widerstand geleistet.

Nach der Vernehmung sollen sie wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da die rechtlichen Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht ausreichend seien. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Sympathiebekundungen für den Islamischen Staat

Auch der junge Mann aus Afghanistan ist den Sicherheitsbehörden bekannt, sagte Ott. Der Verdächtige sei wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in den Akten registriert. Ob es sich bei den beiden um Asylbewerber handelt, ist noch unklar. Mindestens einer von ihnen sei in einer Gemeinschaftsunterkunft gemeldet. Das Verfahren aufgrund der Symphatiebekundungen für den Islamischen Staat sei vor drei Jahren eingestellt worden, nachdem erzieherische Auflagen verhängt worden seien, so der Staatsanwalt.

Ott lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit von Landeskriminalamt, SEK, der Kriminalpolizei Stralsund, der Bereitschaftspolizei und den Justizbehörden: „Das war mustergültig. Ein sehr gut organisierter Zugriff.“ Innerhalb von zwei Stunden sei der Einsatz erledigt gewesen. Insgesamt 45 Beamte seien beteiligt gewesen. Darüber hinaus wurde auch ein Sprengstoffspürhund eingesetzt. Und der Staatsanwalt warnte eindringlich: „Solche Taten sind nichts, was wir als Rechtsstaat einfach so hinnehmen.“

Holm: „Wird Zeit, dass der Rechtsstaat endlich die Krallen ausfährt“

Unmittelbar nach Bekanntwerden forderte auch AfD-Landeschef Leif-Erik Holm ein hartes Vorgehen: „Es wird Zeit, dass der Rechtsstaat endlich die Krallen ausfährt und solchen Leuten harte Konsequenzen aufzeigt. Mein Dank gilt der Polizei, die schnell und konsequent gehandelt hat. Das muss jetzt allerdings auch die Justiz tun.“ Dieses Verhalten müsse auch zwingend in Asylverfahren einfließen. Die Landtagsfraktion der AfD sprach in einer Pressemitteilung von „ Terrorverdacht in Stralsund“

Anlass für Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zur Besonnenheit zu mahnen: „Dafür, dass der AfD-Fraktion Vorsitzende Kramer hier einen Terrorverdacht heraufbeschwört, gibt es bisher keinerlei Belege und zeigt einmal mehr, dass die AfD mit den Ängsten der Bevölkerung spielt, um daraus politisch Kapital zu schlagen."

Artikel mehrfach aktualisiert.

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