HOHES AUSSTERBERISIKO

Seltene Spinnenart auf Insel Vilm entdeckt

Die weitgehend von der Öffentlichkeit abgeschirmte Insel Vilm beherbergt viele seltene Arten. Nun entdeckte ein Forscher dort eine Spinnenart, die seit 30 Jahren in MV als ausgestorben galt.
Die Gewöhnliche Tapezierspinne wird nur wenige Millimeter groß und kleidet ihre Bodenröhre mit Seide aus.
Die Gewöhnliche Tapezierspinne wird nur wenige Millimeter groß und kleidet ihre Bodenröhre mit Seide aus. Siga - Stefan Woidig
Vilm.

Im südlichen Steiluferbereich der früheren Regierungsinsel Vilm hat der Putbuser Biologe Dr. Christoph Muster die seltene Gewöhnliche Tapezierspinne (Atypus affinis) entdeckt. Bei Untersuchungen zur Erstellung eines neuen Verbreitungsatlasses für sogenannte Webspinnen stieß er auf lebende Exemplare der Tapezierspinne.

Die Spezies war zuletzt vor mehr als 30 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden, unter anderem auch bei Rechlin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Mönkebude (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Es handle sich hier um eine kleine, hochgradig isolierte Population, die ein hohes Aussterberisiko aufweise, sagte Muster.

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In Europa ist die Gemeine Tapezierspinne von Portugal bis zur Ukraine und von Schweden bis Griechenland verbreitet. Auch in Nordafrika und im Kaukasus wurde sie bereits nachgewiesen.

Spinne fängt Insekten mit Fangschlauch

Biologisch interessant sind vor allem die Lebensweise dieser Spinne und ihre Jagd nach Futtertieren. „Die Männchen werden nur sieben bis neun Millimeter, die Weibchen 10 bis 15 Millimeter groß“, sagte Muster. „Die winzigen Tiere graben bis zu 30 Zentimeter tiefe, daumendicke Löcher in den Boden und kleiden diese mit Spinnenseide aus. Ein bis zu zehn Zentimeter langes Ende bleibt dabei oberirdisch liegen.

Dieser Fangschlauch kann vorbeilaufenden Insekten zum Verhängnis werden. Sie bleiben an dem Streifen hängen, werden von der Spinne ergriffen und in die Bodenröhre gezogen.

Da die Spinnenseide antibakterielle Eigenschaften aufweist, kann sie von Mikroorganismen nicht zersetzt werden. Mit etwas Glück kann man deshalb die oberirdischen Teile der Spinnenschläuche sogar noch nach vielen Jahren wiederfinden.

 

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