AFD MECKLENBURG-VORPMMERN

Sind die Blutorden-Vorwürfe eine Intrige?

Ein „Blutorden” in der AfD in MV: Diese Nordkurier-Meldung schlug hohe Wellen. Heiß diskutiert wird auch die Möglichkeit einer perfiden Intrige, um Fraktionschef Nikolaus Kramer zu schaden.
Dass innerhalb der AfD Mecklenburg-Vorpommern ein Netzwerk namens "Blutorden" existiert, ist strittig.
Dass innerhalb der AfD Mecklenburg-Vorpommern ein Netzwerk namens „Blutorden” existiert, ist strittig. Jens Büttner
Schwerin.

Dass innerhalb der AfD Mecklenburg-Vorpommern angeblich ein Netzwerk namens „Blutorden” existiert, dessen Mitglieder sich auf Gewalttaten vorbereiten, beschäftigte am Mittwoch auch das Innenministerium in Schwerin. Zuvor hatte der Nordkurier darüber berichtet. Wenn das ganze also womöglich nur eine Intrige gegen AfD-Fraktionschef Nikolaus Kramer war, dann war sie gut und von langer Hand vorbereitet und darauf abgezielt, nicht nur Kramer zu schaden, sondern auch das Innenministerium und den Nordkurier zu beschädigen.

Besonders innerhalb der AfD reagierten viele Mitglieder ungläubig auf die Vorwürfe – und insbesondere darauf, dass auch Landtagsfraktionschef Nikolaus Kramer zu den Mitwissern und sogar Mitgründern des Netzwerks gehören soll.

Kramer hatte dies bereits am Montag im Gespräch mit dem Nordkurier vehement bestritten und wiederholte gestern energisch, nicht das geringste über das Netzwerk zu wissen und überhaupt erst durch die Nordkurier-Anfrage davon erfahren zu haben. Dies würde er auch beeiden.

Kritik an Kramers Führungsstil

Dass ausgerechnet Kramer, ehemaliger Polizist, in derartige Machenschaften verwickelt sein soll, halten innerhalb der AfD viele für absolut unvorstellbar. Aber nicht alle in der Partei, so heißt es, sind mit dem eher moderaten und besonnenen Stil des Fraktionschefs einverstanden. Kramer hatte erst kürzlich erklärt, er lege in der politischen Sacharbeit eher Wert auf Qualität als auf Quantität. Er will seine Fraktion auf diese Weise offenbar vom Schreihals-Image befreien, das der AfD insbesondere seit dem Fortgang des früheren Fraktionschefs Leif-Erik Holm anhaftete. Möglich, dass er sich damit auch erbitterte Gegner geschaffen hat – innerhalb oder außerhalb der Partei.

Sein Vorgänger Holm, zugleich Co-Vorsitzender des MV-Landesverbands stellte sich am Dienstag jedenfalls demonstrativ vor Kramer und erklärte: „Bei den Vorwürfen handelt es sich ganz offensichtlich um eine Schmutz- und Rufmordkampagne gegen Nikolaus Kramer und die AfD. Die Geschichte klingt nicht nur nach einer Räuberpistole, sie ist es auch. Jeder, der ihn kennt, weiß, wie lächerlich die Anschuldigungen sind.”

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