Rostock nach der Mega-Party

So entwickelten sich die Coronazahlen nach Hansas Aufstiegsfeier

7500 Fans im Stadion, 6000 auf dem Neuen Markt: Der Aufstieg von Hansa Rostock in die 2. Bundesliga ließ viele Fans die Coronamaßnahmen vergessen. Experten warnten vor einer Massen-Infektion.
Den Aufstieg von Hansa Rostock in die 2. Bundesliga haben die Fans gebührend gefeiert.
Den Aufstieg von Hansa Rostock in die 2. Bundesliga haben die Fans gebührend gefeiert. Danny Gohlke
Rostock

Was waren das vor zwei Wochen für Szenen rund um das Aufstiegsspiel von Hansa Rostock in die 2. Bundesliga. 7500 Fans im Stadion, etliche weitere vor dem Stadion und in der gesamten Stadt. Es lag positive Stimmung in der Luft, die Corona-Pandemie war für kurze Zeit vergessen. Doch genau das bereitete einigen Sorgen: Der Rostocker Infektiologe Professor Emil Reisinger sagte, dass „mit einer steigenden Zahl von Neuinfektionen gerechnet werden” müsse. Jetzt kann klar gesagt werden: Die Aufstiegsfeiern sorgten für keinen Anstieg.

Missachtung der Hygienemaßnahmen

Das bestätigt auch Ulrich Kunze, Sprecher der Stadt. „Im Zusammenhang mit dem Hansa-Aufstieg sind keine Infektionen bekannt geworden”, sagte Kunze am Freitag dem Nordkurier. Die Stadt befinde sich aber auch auf einem geringen Niveau. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz lag am Donnerstag bei 10 Neuninfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

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Reisingers damaliger Grund zur Sorge war der enge Körperkontakt von vielen Tausend Menschen, bei denen die Träger von Schutzmasken die absolute Minderheit darstellten, sagte Reisinger vor anderthalb Wochen der Deutschen Presse-Agentur. Zudem dürften die meisten dieser Fans wegen ihres Alters noch nicht geimpft sein.

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Zu dem Spiel waren ursprünglich 7500 registrierte Zuschauer zugelassen, die einen negativen Corona-Test vorlegen und auch die sogenannten AHA-Regeln einhalten mussten. Gegen Ende hatten dann jedoch mehrere Tausend Fans das Stadion und die Südtribüne gestürmt.

Auch beim Fanmarsch und dem Aufstiegsfest auf dem Neuen Markt mit laut Polizeiangaben 6000 Menschen wurden jegliche Corona-Regeln missachtet. Reisinger bezeichnete diese Art eines Festes als „eine hoffentlich einmalige Outlaw-Veranstaltung”.

Es gilt die aktuelle Landesverordnung

Negative Auswirkungen hatte sie nun offenbar nicht. Ein Grund, womöglich über weitere Lockerungen für die Hansestadt zu beraten? Kunze hält sich zurück: „Wir sind da noch vorsichtig. Größere Veranstaltungen und mehr Lockerungen sind ohnehin nur im Rahmen der aktuell gültigen Corona-Landesverordnung möglich”, sagte er. Einzelfallentscheidungen fänden nur in Rücksprache mit der Landesregierung statt. So eine ist zum Beispiel das Heimspiel des HC Empor Rostock am Sonnabend. Die Drittliga-Handballer dürfen laut Kunze 1000 Zuschauer empfangen – unter besonderen Bedingungen. So dürfen etwa nur Rostocker beziehungsweise Fans aus dem Umland kommen.

Generell ist Kunze aber zuversichtlich, dass die Hansestadt einen „wunderbaren Sommer” erleben wird. Bis dahin dauert es wohl noch etwas. Die Stimmung ist noch verhalten. „Die Gastronomie ist noch nicht überflutet. Einige Gaststätten und Hotels haben auch noch nicht geöffnet”, sagt er. Touristen können erst seit diesem Freitag kommen. Da müsse man schauen, wie sich das in den kommenden Tagen entwickelt, so Kunze. „Die Leute müssen sich auch erst einmal wieder daran gewöhnen.” Aber sie gingen verantwortungsbewusst mit den Maßnahmen um. Ein Grund, warum die Stadt einige Maßnahmen zurücknehmen konnte, so Kunze. Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum etwa. Das entspreche dem, was die Leute für richtig hielten.

Anpassung in den kommenden Wochen

Hansa Rostock bleibt ebenfalls vorsichtig und wartet ab. Trotz sinkender Inzidenzzahlen und schnellen Impffortschritts sei „noch nicht absehbar, wie viele Fans in der kommenden Spielzeit ins Stadion dürfen”, informierte der Verein bereits am Mittwoch. Weil der FC Hansa jedoch allen Dauerkarten-Inhabern den Zugang zum Stadion ermöglichen will, begrenzte er den Verkauf der Jahres-Abos zunächst. Das bestehende Hygienekonzept, das sich in der Vergangenheit bewährt hat, soll in den kommenden Wochen an die aktuelle Situation angepasst werden.

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Kommentare (13)

Kein Corona, dafür Sachschäden in 5-6stelliger Höhe.

So müssen realitätsnahe Artikel über Hansa"fans" aussehen.

Zweitwohnsitz

Positive Stimmung mittels Barrikaden und Sachbeschädigung. Einmalige Outlaw Veranstaltung wenn Wände und Züge mit dem fch Dreck beschmiert werden und Hooligans öffentlich ihr Gewalttraining ausleben. Wann begreifen die Verantwortlichen endlich das dieser "verein" ( eigentlich ein Wirtschaftsunternehmen das dank Vereinsrecht weniger an den Staat zahlen muss) eine Schande für unser Land ist!

sie auch was zum Thema zu sagen.......

Die Aussagen des Infektiologen Professor Emil Reisinger entpuppen sich als Lügen.Wie verhält es sich mit den Aussagen von Drosten ,Lauterbach,Merkel....

Schauen Sie sich die Inzidenzen an und vergleichen Sie diese mit den jährlichen Grippewellen. Ähnlich? Fast gleich? So ein Zufall.

Genauso ein Geschichtenerzähler wie Lauterbach etc. Jetzt habt ihr die Rechnung. Macht euch zum Gespött.

Wie wäre es mal mit einer ehrlichen Stellungnahme, warum ihre Warnung sich als heiße Luft herausgestellt hat. Ihr Mediziner nennt euch doch auch immer gerne Wissenschaftler, nur zu wissenschaftlichen Standards steht ihr nicht.
Ein nicht eingetretene These kann doch hinsichtlich des wissenschaftlichen Fortschritts sogar förderlich sein, fordert die doch die Suche nach den Ursachen heraus. Gilt das für die Medizin etwa nicht , weil immer noch Halbgott in weiß?
Dann schweigen Sie in Zukunft lieber Herr Professor Reisinger.

... wüssten Sie sofort, es wird NIE eine Richtigstellung geben. Halbgott in Weiss ist noch stark untertrieben... 😲

Hab ich mir fast gedacht.

... im Vorfeld alle Anwesenden (negativ) getestet wurden - zumindest die im Stadion - woher sollen dann auch die befürchteten Fälle kommen? Vorsicht ist ja gut und richtig, aber Angst verbreiten ist kein guter Ratgeber.
Und Angst verbreiten ja auch die ganzen Schwurbler hier, die gleich wieder von Lügen verbreiten, Totimpfen und von Diktatur schwafeln. Können diejenigen auch nur einen handfesten Beweis - der nicht aus der Schwurblerszene stammt - für diese Behauptungen liefern?

Wer ist denn das, die Schwurblerszene?

auch wenn's albern ist.
er/sie/es gehört zu denen, die sich brav aus den "Qualitätsmedien" ihren Verhaltenkodex runterladen und alles glauben, was vermeintliche und wirkliche Fachleute zum besten geben.
Merkel, Drosten, Wieler und Konsorten haben Angst, ihre tägliche Bühne zu verlieren, wenn sie nicht irgendeine neue Katastrophensau durchs Dorf jagen können...