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So erlebten wir den Katastrophenwinter 1978/79

Grenzsituationen im Schneechaos: Der Nordkurier hat seine Leser aufgerufen, ihre Erlebnisse vom Jahrhundertwinter 1978/79 aufzuschreiben. Für viele ging es damals ums Überleben.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Schneemassen in Jördenstorf bei Teterow: Die Kinder haben sich sicher darüber gefreut.
Schneemassen in Jördenstorf bei Teterow: Die Kinder haben sich sicher darüber gefreut. Herbert Krüger
Bei Altentreptow wurde die Straße gesperrt. Das Abfallen der Temperatur in so kurzer Zeit war außergewöhnlich – mit katastrophaler Wirkung.
Bei Altentreptow wurde die Straße gesperrt. Das Abfallen der Temperatur in so kurzer Zeit war außergewöhnlich – mit katastrophaler Wirkung. Marianne Stein
Am Goldbroiler-Stand in Neubrandenburg gab es warme Suppe. Zudem mussten die Menschen den Temperatursturz um fast 30 Grad verdauen.
Am Goldbroiler-Stand in Neubrandenburg gab es warme Suppe. Zudem mussten die Menschen den Temperatursturz um fast 30 Grad verdauen. Peter Sengpiehl
Die Neubrandenburger wussten sich – so gut es eben ging – zu helfen. Gemeinsam ging es besser voran als allein, Hilfsbereitschaft war angesagt.
Die Neubrandenburger wussten sich – so gut es eben ging – zu helfen. Gemeinsam ging es besser voran als allein, Hilfsbereitschaft war angesagt.
Auch in der Nähe des Neubrandenburger Marktplatzes wurde fleißig geschoben und geschippt (links). Die Schneeverwehungen am Ortseingang von Lebbin machten den Einwohnern das Leben schwer (Mitte). Sowjetische Soldaten waren im Winter 1978/79 in dem kleinen Ort Lebbin zwischen Altentreptow und Neubrandenburg im Einsatz. Marianne Stein, Peter Sengpiehl
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Neubrandenburg.

Wenn die heute 79-jährige Ruth Schuldt aus Templin vom Katastrophenwinter 1978/79 erzählt, bekommen Zuhörer eine Gänsehaut. Mit ihrem Mann und ihrer 13-jährigen Tochter Gabriele war sie am Silvesternachmittag mit dem Auto in Templin aufgebrochen, um ihre Mutter in Greifswald zu besuchen. Sie kamen dort nicht an.

Stattdessen steckten sie auf der damaligen F96 in Schneewehen fest und wären dort fast erfroren. „Man konnte die Türen vom Auto nicht aufmachen“, erinnert sich Ruth Schuldt. „Die Scheiben hatten innen einen Zentimeter Eis drauf, und alles war von der Atemluft nass.“ Dem Mut eines Bauern und seiner Bereitschaft, zum Äußersten zu gehen, war es zu verdanken, dass die Familie diese Nacht überlebte.

Schreiben Sie uns Ihre Geschichte!

Wie Frau Schuldt sind schon viele Leser dem Aufruf des Nordkurier gefolgt und haben ihre Erlebnisse von damals aufgeschrieben. Die faszinierend abenteuerlichen Erzählungen zeichnen ein Bild von Menschen, die zusammenrückten und mit Hingabe, Aufopferungsbereitschaft und Einfallsreichtum Grenzsituationen meisterten.

Der Nordkurier will dem Jahrhundertwinter vor 40 Jahren eine Spezialausgabe mit ausgewählten Erlebnisberichten der Leser widmen. Dazu bitten wir um weitere Zuschriften und – soweit vorhanden und verwertbar – um historische Fotos. Das Sonderheft soll im Februar erscheinen.

Schreiben Sie uns eine E-Mail an: desk@nordkurier.de

oder schreiben Sie per Post an:

Nordkurier Redaktion
Stichwort: Winter 1978/79
Friedrich-Engels-Ring 29
17033 Neubrandenburg.

Bitte geben Sie eine Telefonnummer für Rückfragen an.

Kommentare (6)

wurden einfach verschwiegen. Offiziell waren es "mindestens fünf". Man wollte besser dastehen als Westdeutschland. Dort waren es siebzehn.

Glaubhaften Recherchen nach der Wende waren es 18 Tote in der DDR durch Bergefahrzeuge überrollt oder im Fahrzeug erfroren. Mehrere hundert Tote wären der DDR-Bevölkerung aufgefallen. Vermutlich haben Sie den Winter 1978/79 in der DDR nicht mitgemacht, solch Phantasiezahl von "mehreren hundert Toten" anzugeben. Verhungert ist niemand.

hat einen Experte (aus dem Westen) diese Zahl genannt. Er sagt auch, dass die DDR sich nie wieder ganz von diesem Katastrophenwinter erholen konnte.

MAKAS76 76läßt auf das Geburtsjahr schließen, da haben sie im Winter 78/79 noch in die Hose gemacht. Und kennen die Winterkatastrophe nur vom hören sagen und von den Dokus die im Fernsehen laufen.

Beim Reservistendienst, habe ich erfahren, dass man 3 Armisten Tod in der Bushaltestellen gefunden hat. Man hätte auch vorbeugen können, Notstromaggregate, in den Ställen aufstellen, dafür gab es Kein Geld, Die Landsitze von den Minister, in Speck, war gut abgesichert

Es wurden nur milde Winter im Sozialismus befohlen