DEBATTE IN MV

So reagieren FDP und Linke auf hohe Spritpreise

Mit zwei ganz unterschiedlichen Konzepten wollen die FDP und die Linke in MV auf die stark steigenden Spritpreise reagieren. Vor allem Berufspendler sind aufs Auto angewiesen.
dpa
Tanken wird teurer (Symbolbild).
Tanken wird teurer (Symbolbild). Frank May
Schwerin ·

Auf die derzeit deutlich steigenden Spritpreise reagieren Parteien in Mecklenburg-Vorpommern mit unterschiedlichen Konzepten. So mahnte die Linke am Donnerstag erneut einen zügigen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsangebots an.

„Ein guter Nahverkehr muss mit der neuen Regierung gelingen. Es muss auch in Mecklenburg-Vorpommern möglich sein, eine Alternative zum Auto anzubieten – und das bezahlbar und für Kinder und Jugendliche möglichst kostenfrei”, sagte die scheidende Landtagsabgeordnete Mignon Schwenke. In weiten Teilen des Landes bestimme die Schülerbeförderung das Nahverkehrsangebot – und das sei keine Alternative zum Auto, auf das vor allem Berufspendler noch immer angewiesen seien.

Mehr lesen: Benzin-Preis auf Rekordhoch – So sparen Sie dennoch

Steuerlicher Ausgleich gefordert

Die FDP, die bei der Landtagswahl Ende September nach zehn Jahren den Wiedereinzug in den Landtag geschafft hatte, verlangt eine Entlastung der Autofahrer durch steuerlichen Ausgleich. „Pauschbeträge müssen sich auch an den Realitäten ausrichten und dürfen derartige Preissteigerungen nicht ignorieren”, forderte der Landesvorsitzende René Domke.

Selbst wenn endlich ein umfassendes Mobilitätskonzept für das Land auf den Tisch komme, dauere es Jahre, bis es seine Wirkung entfalten könne. „Traumtänzereien, die vielleicht in Metropolen funktionieren, sind im ländlichen Raum nicht umsetzbar”, meinte Domke und warnte damit vor überzogenen Erwartungen an den öffentlichen Nahverkehr. Zudem könnten die Menschen im Nordosten nicht von heute auf morgen auf Elektroautos umsteigen.

Mehr lesen: Warum die Energiepreise gerade explodieren

Im Zuge der Corona-Krise war der Benzinpreis im Vorjahr zeitweise unter 1,10 Euro je Liter gesunken, Diesel kostete zum Teil weniger als 1 Euro. Inzwischen sind die Benzinpreise auf 1,70 Euro und mehr gestiegen; für Diesel wird in den Morgenstunden inzwischen mehr als 1,50 Euro je Liter verlangt.

Mehr lesen: Hohe Preise für Heizöl – Darauf sollten Sie jetzt achten

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage

Kommentare (2)

Entweder die Unternehmen mit höheren Fahrpauschalen bei den Lohnausgleichszahlungen entlasten oder Bus fahren. Warum nicht beides?

Wird doch Zeit, die ganzen Rentner, Hartzer und anderen Geringverdiener, Minijobber, hatte kein Geld für ein richtiges Auto, wieder in den Bus zu setzen. Auto fahren ist eine unternehmerische Freiheit, die man sich mit steuerlichen Vorteilen auch erstmal verdienen muss.

Grüne Sache.
Was sagt denn die FDP dazu?

Kaum gewählt schon Traumtänzer, diesen Antrag will Herr Dohmke in den Landtag einbringen ? Für die Einkommensteuer ist der Bund zuständig, natürlich kann sich die Bundes FPD nur um Steuererleichterungen für Millionäre kümmern, da bleibt die Pendlerpauschale im Bund auf der stecke, im Land kann man populistische Forderungen stellen, wird eh nicht auf der Ebene des Landes entschieden.