Kreuzfahrt-Riese

So sieht die „Global Dream” inzwischen aus

Seit das Mittelteil des Kreuzfahrtschiffs „Global Dream” Ende 2019 nach Wismar geschleppt wurde, war das Schiff der MV Werften nicht mehr öffentlich zu sehen - bis jetzt.
dpa
Schiffbauer gehen am Heck des im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff ·Global Dream· im Dock der MV-Werft vorbei. D
Schiffbauer gehen am Heck des im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff ·Global Dream· im Dock der MV-Werft vorbei. Der moderne 230 Tonnen schwere Antrieb mit seinem 5,90 Meter großen Propeller und dem 19.000 Kilowatt starken Elektromotor kann um 360 Grad gedreht werden. Jens Büttner
Der Schriftzug ·Global Dream· ist am Heck des im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff im Dock der MV-Werft sichtbar
Der Schriftzug ·Global Dream· ist am Heck des im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff im Dock der MV-Werft sichtbar. Das für den asiatischen Markt bestimmten Schiff für mehr als 5.000 Passagiere ist rund 342 Meter lang und 57 Meter hoch. Jens Büttner
Einer der insgesamt drei Azipods wird neben dem im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff ·Global Dream· für den
Einer der insgesamt drei Azipods wird neben dem im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff ·Global Dream· für den Einbau im Dock der MV-Werft vorbereitet. Der moderne 230 Tonnen schwere Antriebe mit seinem 5,90 Meter großen Propeller und dem 19.000 Kilowatt starken Elektromotor kann um 360 Grad gedreht werden. Jens Büttner
Ein Schiffbauer schweißt auf einem der Decks in dem in Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff ·Global Dream· im
Ein Schiffbauer schweißt auf einem der Decks in dem in Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff ·Global Dream· im Dock der MV-Werft. Jens Büttner
Wismar

Im Dock der Wismarer Werft ist die Fertigstellung des für den asiatischen Markt bestimmten Kreuzfahrtschiffes „Global Dream” am Mittwoch einen deutlich sichtbaren Schritt nach vorne gekommen. Das letzte der drei Antriebsaggregate wurde so in Position gebracht, dass es am Donnerstag endgültig montiert werden kann. Es handelt sich um so genannte Azipods, Antriebe, bei denen die Schiffsschraube mit einem 19 000 Kilowatt starken Elektromotor um 360 Grad gedreht werden kann. „Der Propeller liegt tiefer im Wasser und kann deshalb in homogenerem Gewässerschichten arbeiten”, sagt Werftchef Peter Fetten.

Weil drei Azipods bei der „Global Dream” arbeiten, wird kein Heckstrahlruder benötigt. „Wir kombinieren Vortrieb und Seitentrieb”, sagt Fetten. Das sei vor allem wichtig, weil das 342 Meter lange und 57 Meter hohe Schiff eine riesige Windangriffsfläche bietet.

Um den 230 Tonnen schweren Azipod mit seinem 5,90 Meter großen Propeller unter das Schiff zu bringen, wurde mit Luftkissen gearbeitet, mit denen sich solch riesige Lasten leicht bewegen lassen. Dann wurden zwei Schwerlastmanipulatoren darunter positioniert und kontinuierlich hochgefahren.

„Das ist nachher eine komplette Stadt auf dem Wasser”

Während die Arbeiter den Azipod positionieren, ist an anderen Stellen des Schiffes ordentlich Betrieb – in der Halle ist es unheimlich laut. Ein großer Teil des Mittelschiffs, das im November 2019 – als Corona noch kein Thema war – unter riesigem Publikumsandrang von Warnemünde nach Wismar geschleppt wurde, ist mit Plastikplanen verkleidet, darunter wird der Schiffsrumpf konserviert, sagt Sprecher Stefan Sprunk. Die Planen sorgen dafür, dass die Luftbelastung in der Halle nicht zu hoch ist. Unter ihnen arbeiten die Leute unter Vollschutz.

Im Schiffsbauch ist noch nicht zu erkennen, dass in rund einem Jahr ein schmuckes Kreuzfahrtschiff mehr als 5000 Passagiere beherbergen soll. Rohre, Leitungen und Kabel für die Klimaanlage, Lüftung, Strom sowie Wasser und Abwasser bilden ein für Laien nicht aufzulösendes Wirrwarr. Arbeiter sind zu sehen, die Stahlplatten zusammenschweißen. „Das ist nachher eine komplette Stadt auf dem Wasser – alles muss funktionieren”, sagt Sprunk. „Am Ende muss jedes kleinste Puzzleteil am richtigen Ort sein, das ist die Herausforderung.”

Der asiatische Konzern Genting Hongkong hatte im Jahr 2016 die drei Werften übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für den asiatischen Markt zu bauen. Ursprünglich sollte die „Global Dream”, eines der größten je gebauten Kreuzfahrtschiffe, 2021 in See stechen, doch die Corona-Krise hat alle Planungen über den Haufen geworfen.

Rund 1000 Beschäftigte pro Schicht

Aktuell wird in Wismar mit rund 1000 Beschäftigten pro Schicht gearbeitet, sagt Sprunk. Sie kommen auch aus den anderen Standorten der MV-Werften-Gruppe in Warnemünde und Stralsund. Viele ihrer Kollegen sind in Kurzarbeit, 660 sind in einer Transfergesellschaft untergekommen.

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