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So teuer sind Wähler-Umfragen bei uns

Von den Antworten erhoffen sich Spitzenpolitiker ein paar Hinweise für ihr strategisches Handeln. Die Politik in Schwerin lässt sich dieses Instrument ordentlich was kosten.

Bei den Umfragen will die Landesregierung unter anderem erforschen, ob die Marketing-Kampagne "MV tut gut" bei den Mecklenburgern und Vorpommern ankommt.
Klaus-Dietmar Gabbert Bei den Umfragen will die Landesregierung unter anderem erforschen, ob die Marketing-Kampagne "MV tut gut" bei den Mecklenburgern und Vorpommern ankommt.

Die Staatskanzlei in Schwerin hat in den vergangenen zwei Wahlperioden insgesamt fünf Meinungsumfragen in Auftrag gegeben, die mit einer satten viertel Million Euro zu Buche schlugen. Das sagte jetzt ein Sprecher von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) auf Nachfrage des Nordkurier. Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Umfrage, die die Staatskasse mit 41 174 Euro belastet. Bei ihren Vorgängern aus den Jahren 2010, 2012 und 2013 war das ebenso der Fall. Die erste Erhebung 2008 kostete sogar 84 490 Euro.

Die Ergebnisse der diesjährigen Wähler-Befragung sollen laut dem Sprecher am 4. November vorgestellt werden. Dabei gehe es um Punkte wie „Landesidentität“ und „Landesmarketing“.

2011 gab es mal spektakuläre Ergebnisse

Letzteres nicht von ungefähr: Gegenwärtig läuft die Kampagne „MV tut gut“ – und deren Macher wollen mehr über die Wirkung bei den Bürgern erfahren. Kommt sie an, kommt sie weniger an, kommt sie gar nicht an? Parallel läuft auch eine bundesweite Analyse, die die Landesmarketinggesellschaft in Auftrag gegeben hat.  

Eine der Umfragen mit den spektakulärsten Ergebnissen war die aus dem Jahr 2011 – kurz vor der damaligen Landtagswahl. Was dabei herauskam, muss für viele Spitzenpolitiker niederschmetternd gewesen sein: Fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten kannten Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) nicht. Für mehr als zwei Drittel (68 Prozent) war Finanzministerin Heike Polzin (SPD) unbekannt, 63 Prozent konnten mit dem Namen des damaligen Verkehrsministers Volker Schlotmann (SPD) nichts anfangen. Und so ging es munter weiter durch fast die gesamte Ministerriege. Immerhin war neun von zehn Befragten Ministerpräsident Sellering  ein Begriff.

Während 2008 – dem Jahr des Amtsantrittes Sellerings – eine Vielzahl von Fragen zum Regierungschef selbst, zum Land und zu landespolitischen Themen gestellt wurden, haben die Umfragen seit 2010 einen immer wiederkehrenden Aufbau. Dabei stehen die zwei Themenblöcke „Landesentwicklung“ und „Landespolitische Themen“ fest. Hinzu kommen variable Themen – 2010 beispielsweise „20 Jahre Deutsche Einheit“ oder vergangenes Jahr die „Energiewende“.