HITZE-WOCHENENDE

So voll waren die Ostsee-Strände von Usedom bis Poel schon am Freitag

Eins steht fest: Dieses Wochenende wird ein Kraftakt für den Tourismus in MV. Trotz Corona wird ein Besucheransturm erwartet. Die Temperaturen klettern auf deutlich über 30 Grad.
Trotz Corona – Volle Strände am Strand von Zinnowitz auf der Insel Usedom.
Trotz Corona – Volle Strände am Strand von Zinnowitz auf der Insel Usedom. Tilo Wallrodt
Der Strand von Zinnowitz auf der Insel Usedom, von der Seebrücke aus fotografiert, am Freitagmittag.
Der Strand von Zinnowitz auf der Insel Usedom, von der Seebrücke aus fotografiert, am Freitagmittag. Tilo Wallrodt
Der Strand von Zinnowitz, von der Seebrücke aus fotografiert, am Freitagmittag.
Der Strand von Zinnowitz, von der Seebrücke aus fotografiert, am Freitagmittag. Tilo Wallrodt
Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommern kommt bei Temperaturen über 30 Grad am Wochenende ins Schwitzen. Gerade im Landesinneren sei mit einer starken Wärmebelastung zu rechen, teilte der Deutsche Wetterdienst am Freitag mit.

Am Sonnabend sei mit Höchstwerten zwischen 26 und 31 Grad an der Küste und 31 bis 34 Grad im Binnenland zu rechnen. Das laue Lüftchen, welches währenddessen wehen wird, verspricht kaum Abkühlung. Am Sonntag ein ganz ähnliches Bild: 26 bis 30 Grad auf den Inseln und bis zu 34 Grad im Landesinneren. Nur am Nachmittag könnte es einige Schauer geben.

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Besucheransturm an Ostsee und Seen erwartet

Die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich wegen dieses Wetters und der Ferien auf einen Kraftakt ein. „Die Nachfrage nach Restquartieren ist noch einmal nach oben gegangen”, bestätigte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbands. Freie Kapazitäten werden demnach durch Spontanbuchungen rasch vergriffen sein. Auch der Verband Mecklenburgischer Ostseebäder rechnet an den Stränden der Ostsee und den vielen Seen in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Besucheransturm.

Freitagmittag war der Strand in Zinnowitz auf der Insel Usedom bereits rappelvoll. Ließ man den Blick von der Seebrücke aus über die Menschenmassen schweifen, hätte man meinen können, es wäre ein ganz normaler Sommer. Glücklich der, der überhaupt noch einen Parkplatz in der Nähe des Strandes finden konnte.

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Parkplatz-Probleme hatte eine Frau, die mit ihrem Auto in Richtung Usedom unterwegs war, zwar nicht, dafür aber eine offene Heckklappe, mit der sie kilometerweit unterwegs war.

„Wir setzen auf die Vernunft unserer Gäste”

Das Ostseebad Boltenhagen rechnet zum Wochenende mit bis zu 20.000 Badegästen. „Die tollen Wetteraussichten lassen einen Ansturm auf unsere Strände erwarten”, sagte Bürgermeister Raphael Wardecki (Grüne) am Freitag. Schon bei den deutlich kühleren Temperaturen eine Woche zuvor seien die Parkplätze vollständig ausgelastet gewesen. Deshalb sei nun auf einem Feld am Ortseingang ein Behelfsparkplatz eingerichtet worden.

Was in normalen Jahren große Freude in der vom Tourismus lebenden Gemeinde auslöse, stelle unter den aktuellen Pandemiebedingungen eine große Herausforderung dar. „Wir setzen auf die Vernunft unserer Gäste, dass sie Abstand halten, und werden gegebenenfalls auch regulierend eingreifen, wenn dies erforderlich sein sollte”, sagte Wardecki. Ob Schließungen von Strandabschnitten – wie im benachbarten Schleswig-Holstein schon häufiger geschehen – nötig werden, könne noch nicht gesagt werden. Dies sei aber das letzte Mittel.

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Auf der Insel Poel sieht man dem Wochenende mit Gelassenheit entgegen. „Wir haben elf Kilometer Außenküste. Da findet jeder einen Platz”, sagte Kurdirektor Markus Frick. Anders als auf Rügen oder Usedom gibt es auf Poel keine großen Hotels. Die Bettenkapazität der Insel liegt laut Frick bei etwa 6000, den beliebten Campingplatz in Timmendorf eingeschlossen.

Strand-Ampel auf Rot

Im Nachbarbundesland Schleswig-Holstein stand die sogenannte Strandampel am Freitagmittag teilweise auf Rot. Mit Hilfe der Ampel auf der Internetseite strandticker.de sollen Touristen vor zu vollen Stränden gewarnt werden und zu besucherärmeren Bereichen der Lübecker Bucht umgeleitet werden, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.

„Wir wollen den Rest des Sommers weiter ohne größeres Infektionsgeschehen durchkommen”, sagte Woitendorf vom Landestourismusverband. Bislang seien keine Infektionsfälle aus dem Tourismus heraus bekannt. Drängen sich zu viel Menschen an einem Ort, sei es durchaus vorstellbar, dass manche Strandbereiche im Nordosten gesperrt würden. Dann müssten die Kommunen aufklären und notfalls mit freundlicher Bestimmtheit eingreifen, sagte Woitendorf. Gleichzeitig sollten die Touristenorte genügend Personal zur Kontrolle vorhalten. „Da kann es dann auch zu unpopulären Maßnahmen kommen.”

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Höchste Waldbrandstufe ausgerufen

Die Corona-Pandemie ist allerdings nicht die einzige Gefahr, vor der in Anbetracht des guten Wetters in Mecklenburg-Vorpommern gewarnt wird. „Für das gesamte Bundesland steigt die Waldbrandgefahr”, erinnerte Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Im Osten des Bundeslandes – einschließlich der Insel Usedom – sei aktuell die höchste Waldbrandgefahrenstufe ausgerufen worden. Wer im schattigen Wald leichte Abkühlung suche, müsse sich an Verhaltensregeln halten. Parken in der Wildnis, rauchen oder offenes Feuer ist demnach verboten. „In den kommenden Tagen ist der Aufenthalt in der Natur mit besonderer Vorsicht zu verbinden.”

Auch die Polizei warnt angesichts des schönen Wetters davor, es nicht zu übertreiben. Innerhalb einer Stunde hat sie beispielsweise auf der Insel Rügen mehrere Temposünder erwischt. Bei zulässigen 70 Kilometern pro Stunde war der negative Spitzenreiter mit 115 Kilometern pro Stunde unterwegs.

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Kommentare (3)

unmöglich. Alles überfüllt, kein Abstand, egal wo. Rücksichtslosigkeit soweit das Auge reicht. Keinerlei Konsequenzen bei Hygieneverstössen. Hier an der Ostsee kann Jeder machen was er will ohne Konsequenzen. Und die Coronazahlen steigen und steigen und steigen. Danke Frau Schwesig.

Die Strände sind schon länger voll. Wo sind die vielen, herbei geredeten Infizierten? Was ist rücksichtslos, wenn keine Infizierten festgestellt?

Reichen nicht die Zahlen vom RKI. Diese Strände sind ein Fest für ein Virus. Da reicht ein infizierter aus. Naja hatten ja in MV schon lange kein Lockdown mehr. Aber das wird der Todesstoß für den Tourismus. Egoismus ist nicht angesagt. Und der Staat muss mit harten Strafen gegensteuern beim Abstand halten und der Maskenpflicht. Nur über den Geldbeutel lernen es auch die aller dämlichsten.