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So will MV gegen Hass im Netz vorgehen

Annika Jacobs (links) und Anika Aschendorf arbeiten für das Präventionsprojekt des Landeskriminalamtes.
Annika Jacobs (links) und Anika Aschendorf arbeiten für das Präventionsprojekt des Landeskriminalamtes.
Marlis Tautz

Auch beim Landeskriminalamt MV scheint man dem neuen Anti-Hass-Gesetz nicht recht zu trauen. Dort setzt ein neues Projekt auf Aufklärung statt Strafrecht – es richtet sich vor allem an junge Leute.

Der Gegner ist unsichtbar und doch schon lange nicht mehr zu übersehen: Die Landeszentrale für politische Bildung und das Landeskriminalamt (LKA) stellen sich gegen die Urheber von Hass im Internet. „Helden statt Trolle“ heißt das Präventionsprojekt für mehr Sachlichkeit und Aufklärung in sozialen Netzwerken. Anfang 2018 wollen die Initiatoren eine Internetseite vorstellen. Sie wendet sich vorrangig an 14- bis 29-Jährige und soll zum Widerstand gegen Hass und Hetze ermuntern. Ziel: eine „Helden-Community“, die sich einmischt.

„Die Tendenz zur Verrohung der Sprache hat sich zur Lawine entwickelt“, sagt Polizeirätin Annika Jacobs. „Das wollen wir aufhalten.“ Von 2014 zu 2016 hatte sich die Zahl der Internet-Straftaten landesweit mehr als verdoppelt. Dabei nehmen die strafrechtlich relevanten Äußerungen ständig zu, sodass sie vom LKA mittlerweile gesondert erfasst werden. Bis Herbst 2017 wurden 219 Internet-Delikte festgestellt, darunter 82 Hasskommentare. Sie hatten bis auf eine Handvoll Ausnahmen durchweg rechtsextremen Inhalt, 58 erfüllten den Straftatbestand der Volksverhetzung. „Und die Dunkelziffer ist sehr hoch“, sagt Annika Jacobs.

Hass und Hetze beeinflussen öffentliche Wahrnehmung in großem Maße

Dabei sind die Urheber der Internet-Hetze ein Bruchteil der Gesellschaft, wie Medienforscher einschätzen. Professorin Elizabeth Prommer von der Universität Rostock verweist darauf, dass weniger als fünf Prozent der Menschen ihre Meinung regelmäßig in sozialen Medien kundtun. „Was im Netz kommentiert, geschrien und gehetzt wird, ist nicht die Meinung der Allgemeinbevölkerung“, schlussfolgert sie.

Dennoch beeinflussen Hass und Hetze die öffentliche Wahrnehmung in großem Maße, so Annika Jacobs. „Wenn bestimmte Äußerungen immer wieder ohne Gegenrede bleiben, besteht die Gefahr, dass Menschen diese Äußerungen als ganz normal übernehmen.“ Ohne Widerspruch werde die Deutungshoheit einer Minderheit überlassen.

Seit März arbeitet die Juristin mit einer Marketingexpertin und einem Politik- und Kommunikationswissenschaftler an einem Konzept, junge Leute für „Helden statt Trolle“ zu gewinnen. In Schulklassen und Lehrerkollegien, mit Berufs- und Polizeischülern haben sie erprobt, was hilft, aufgeheizte Situationen zu beruhigen und sachlich zu diskutieren.

Nicht bei allen lohnt sich das Diskutieren überhaupt

Ergebnis: eine Art Werkzeugkasten zum Bändigen von Trollen. „Wir unterscheiden Trolle und Glaubenskrieger“, erklärt Projektmitarbeiter Christian Heincke. Der Glaubenskrieger sei nicht zugänglich für Gegenargumente. Da er meist strafrechtlich relevante Botschaften verbreite, könne er angezeigt werden, etwa unter der Adresse www.netzverweis.de oder bei der Polizei.

Bei einem Troll indes lohne sich die Auseinandersetzung. „Aber“, so Christian Heincke, „versuch nicht, ihm mit seinen eigenen Mitteln zu begegnen!“ Statt zurückzupöbeln sollte angestrebt werden, den Troll emotional zu erreichen und zum Nachdenken anzuregen – auch, um die vielen stummen Mitleser in den Foren dazu zu bewegen. Schon die Bitte um mehr Sachlichkeit oder einen Perspektivwechsel könne helfen, ein Hinweis auf rechtliche Konsequenzen von Hassbotschaften oder die schlichte Nachfrage, wie und warum bestimmte Behauptungen entstehen.

Danach lassen sich auch Falschmeldungen und Verschwörungstheorien entkräften, hat Christian Heincke festgestellt. „Man kann natürlich nicht ohne Wissen in eine Diskussion gehen.“ Auch das ist eine Erkenntnis der Heldenmacher. Langfristig haben sie es auf „Multiplikatoren“ abgesehen: Lehrer, Schulsozialarbeiter, Ehrenamtliche, die das Anliegen „Helden statt Trolle“ verbreiten. Noch bis Herbst 2019 wird ihr Projekt mit Fördergeld der EU unterstützt.

Kommentare (2)

Sehr geehrte Frau Tautz, sie berichten in ihrem Artikel der heutigen Nordkurier-Printausgabe (Freitag, 05.01.2018) durchaus objektiv-nüchtern über zwei Damen, die offenbar mit Steuergeldern bezahlt politische Aufklärung im Auftrag der Landesregierung von MV betreiben sollen. Als Bürger der Stadt Neustrelitz zähle ich mich zu den ungefähr zehn bis zwanzig von den Damen so definierten deutschen Glaubenskriegern im Internet. Da uns der Fehdehandschuh nunmehr offenkundig hingeworfen wurde, nehme ich ihn auf und fordere die Damen zu einem argumentativen Diskussionsduell auf. Der Nordkurier kann gern dabei sein und auch diese meine Botschaft veröffentlichen (Printausgabe und/oder Internet). Es heißt in ihrem Artikel, wir seien Argumenten gegenüber verschlossen und seien im übrigen volksverhetzend unterwegs. Dem widerspreche ich einfach mal. Die Aufforderung der Damen an Internetuser zur Denunziation über eine Website der deutschen Polizei sehe ich eher gelassen. Kurz zu mir: Michael Ballhorn, 44 Jahre alt, verheiratet mit einer Filipina seit 2012, noch keine Kinder, geboren in Pasewalk, aufgewachsen in Neubrandenburg, Banklehre bei der Dredsner Bank Neubrandenburg, BWL-Studium an der Uni Rostock mit Diplom Note 1,4 abgeschlossen, zehn Jahre Unternehmensberater überwiegend in der IHK-Region Neubrandenburg, 4 Jahre Auszeit von 2013-2017 mit Studium der Weltlage Hobbys: Fußball aktiv und passiv, Weltgeschichte, Wirtschaft und Börse Adresse: Friedrich-Wilhelm-Str. 19, 17235 Neustrelitz gesundheitlich voll auf der Höhe, aber noch insolvent leider und vom Sozialamt unterstützt, Besserung der finanziellen Lage aber in Sicht privat ein ppar Probleme, weil Familie und Frau vorübergehend? Abstand von mir genommen haben, Gründe dafür sind mir eher unklar Wir Glaubenskrieger kämpfen teilweise seit Jahren im Internet für das Gute, Wahre und Schöne im Menschen, und zwar unter hoher persönlicher Opferbereitschaft und ohne, das wir dafür von irgendjemanden direkt bezahlt werden. Am Herzen liegen uns Gesundheitsthemen (Naturheilkunde vs. Schulmedizin), Politische Themen (Aufrichtigkeit vs. Tiefer Staat), Spirituelle Themen (Liebe vs. Kabale), Religiöse Themen (Edda vs. Talmud), Börsenthemen (z.B. Deutsche Traditionsaktien vs. Pharmaaktien, Solide Startups vs. überbewertete US-Internet-Giganten), Wirtschaftsthemen (nachhaltige Wirtschaft vs. Turbokapitalismus), Naturthemen (Heile Natur vs. glyphosatverursachtes Bienensterben), Familienthemen (Hochaltung der Ehe vs. Feminismus), Erotikthemen (Akzeptanz von Kaufsex und ästhetischen Sexfilmchen vs. Prüderie) und nicht zuletzt Geschichtsthemen (wahre deutsche Geschichte vs. Siegerlügen). In folgenden Blogs und Foren bin ich unterwegs unter Klarnamen oder Aliasnamen: vineyardsaker.de von Russophilus, einem Westdeutschen (kommentierte dort bis 02.01.2018 als Michael Ballhorn) - ein eher politischer Blog mit hochkarätigen Diskutanten) n8waechter.info vom Nachtwaechter (kommentiere dort als Mica) - ein weltanschaulicher Blog, der den derzeit tobenden Machtkampf hinter den Kulissen gut beschreibt (Globalismus vs. Poly-Nationalismus). bumibahagia.com von ThomRam, einem Schweizer, der auf Bali lebt (kommentiere dort als Mica Ballhorn), ein Blog, der sich u.a. Gesundheitsthemen wie alternativer Krebsbehandlung und Ideen für ein lebenwertere Zukunft widmet (Gemeinschaftsinn vs. Leben als Egotrip) ariva.de, dem wichtigsten deutschen Börsenforum (kommentiere dort als mb048), dort werden Aktein bewertet, hochgejubelt oder runtergeschrieben, Hauptkampfplatz war monatelang die evotec-Aktie, an der sich offenbar die geister schieden die-heimkehr.info, ein nordisch-germanischer Blog, der auch über die wahre deutsche Geschichte aufklärt, vom Kurzen, den viele als geistigrn Führer betrachten. Ich selber habe seit September 2017 noch eine öffentlich einsehbare Facebook-Seite unter Mica Ballhorn, wo ich mittlerweile täglich auf deutsch oder englisch Beiträge poste, die möglicherweise weltweit gelesen werden. Beim Nordkurier kommentiere ich manchmal als MicaBallhorn recht AfD-nah zmmeist, wie ich finde. Bin dennoch eher überpolitisch tätig, also auch kein Parteimitglied und war auch nie eines außer früher mal FDP (2002-2006). Ich habe 2005 noch die CDU und Frau Merkel gewählt. Wichtige Aufklärer bzw. Glaubenskrieger sind noch Oliver Janich, der von den Philippinen aus youtube-Videos veröffentlicht und auch eine Webseite hat sowie Jasinna, eine französische Staatsbürgerin, die in Deutschland lebt? und auf youtube.ru wirklich gutgemachte Aufklärungsvideos über sogenannte Verschwörungstheorien und deren Wahrheitsgehalt macht, ein wahrer Augenöffner muß ich sagen. Ich stehe wie gesagt für Interview, Bericht und eine Diskussion mit den Damen unter Federführung des Nordkuriers bereit, spreche aber nur für mich, nicht für andere Glaubenskrieger bzw. Wahrheitskämpfer, das gilt auch für diese Email. Ich bitte um Veröffentlichung dieser Email in der Printausgabe des Nordkuriers quasi als Replik auf ihren Artikel über die Anti-Hass-Kampagne der Landesregierung MV. Wir Glaubenskrieger hassen höchstens Lügen und Intrigen sowie Betrügereien, aber eher noch verachten wir solche Bestrebungen. Mit freundlichen Grüßen

Hass ist keine Meinung, Hass ist ein Gefühl. Gefühle haben ist nicht negativ. Gefühle darf man kundtun. Auf Dauer immer dasselbe Gefühl unter eigenem Namen öffentlich kundtun - da muss man ansetzen und spiegeln.