RÜGEN UND USEDOM

▶ So wütet Sturmtief Gisela – die eindrucksvollsten Bilder

An der Ostsee tobt sich Sturmtief Gisela aus. Anwohner bringen sich in Sicherheit, es gab bereits erste Schäden. Meterhohe Wellen überspülen die Stränden auf Usedom und Rügen.
Sturmflut auf der Insel Rügen.
Sturmflut auf der Insel Rügen: Meterhohe Brecher werden am Mittwochnachmittag gegen die Sassnitzer Mole mit ihrem Leuchtturm geworfen, Ralph Sommer
Sturmflut auf der Insel Rügen.
Im sicheren Hafen Sassnitz haben am Mittwoch alle Schiffe vor der Sturmflut festgemacht. Touristen fotografierten, wie meterhohe Wellen gegen die Mole ankämpfen. Nur das auf Reede liegende Kreuzfahrtschiff "Viking Sun" trotzt dem tosenden Meer. Das 228 Meter lange Kreuzfahrtschiff der US-amerikanischen Reederei Viking Ocean Cruises ist wegen Corona derzeit außer Betrieb. Ralph Sommer
Sturmflut auf der Insel Rügen.
"Land unter" auch im Süden der Insel Rügen. Der gesamte Hafen von Glewitz mit seiner neuen Steganlage ist überflutet. Ralph Sommer
Tief Gisela: In Koserow auf der Insel Usedom wurden Fußbeläge aus Holz vor den Wellen gerettet.
Tief Gisela: In Koserow auf der Insel Usedom wurden Fußbeläge aus Holz vor den Wellen gerettet. Tilo Wallrodt
Ein Mitarbeiter der Gemeinde musste dazu schnell auf Bagger springen, um nicht nass zu werden.
Ein Mitarbeiter der Gemeinde musste dazu schnell auf Bagger springen, um nicht nass zu werden. Tilo Wallrodt
Es gab zahlreiche Schaulustige.
Es gab zahlreiche Schaulustige. Tilo Wallrodt
Mönkebude am Stettiner Haff
Mönkebude am Stettiner Haff Christopher Niemann
In Ueckermünde schwappt das Wasser über die Kante.
In Ueckermünde schwappt das Wasser über die Kante. Christopher Niemann
Hohe Wellen auch am Stettiner Haff.
Hohe Wellen auch am Stettiner Haff. Christopher Niemann
Sturmböen der Stärken 7 bis 9 sorgten auch in Warnemünde für ungemütliches Wetter und eine Sturmflut
Sturmböen der Stärken 7 bis 9 sorgten auch in Warnemünde für ungemütliches Wetter und eine Sturmflut an der Küste. Bernd Wüstneck
Abenteuer Strandspaziergang.
Abenteuer Strandspaziergang. Bernd Wüstneck
Gegen den Wind stemmen.
Gegen den Wind stemmen. Bernd Wüstneck
Am Hafen Timmendorf auf der Ostseeinsel Poel schlugen die Wellen über eine kleine Steinmole.
Am Hafen Timmendorf auf der Ostseeinsel Poel schlugen die Wellen über eine kleine Steinmole. Jens Büttner
Kitesurfer-Paradies.
Kitesurfer-Paradies. Jens Büttner
Spaziergänger auf der Ostseeinsel Poel.
Spaziergänger auf der Ostseeinsel Poel. Jens Büttner
Auch in Kiel sorgte der Oststurm für Hochwasser.
Auch in Kiel sorgte der Oststurm für Hochwasser. Gregor Fischer
Koserow.

Das Sturmtief Gisela hat am Mittwoch die Wasserstände an der Ostsee deutlich steigen lassen. An Land warf der stürmische Wind Bäume um. Betroffen war vor allem der Landkreis Vorpommern-Greifswald, dessen Rettungsleitstelle bis zum Nachmittag mehr als 60 Einsätze wegen umgestürzter Bäume auf Straßen und Schienen meldete.

+++ Achtung Aktualisierung: ▶ Gisela legt noch einen drauf – Warnung vor erneuter Sturmflut. +++

Im Bereich Stralsund waren nach Polizeiangaben Bäume auf zwei Autos gestürzt. Auf der Insel Rügen mussten bei Serams und Middelhagen die Straßen zeitweise gesperrt werden, um Bäume wegzuräumen. Verletzt wurde niemand. Laut Deutschem Wetterdienst herrschte auf Rügen der stärkste Sturm mit Windböen bis zu Stärke 9.

[Video]

Häuser vorsorglich gesichert

Wegen des stetig steigenden Wasserstandes haben Hausbesitzer in Stralsund in Hafennähe am Mittwoch vorsorglich ihre Häuser gesichert. Sie stellten sogenannte Schotten auf, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte.

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In Wismar stellte die Feuerwehr Sandsäcke zur Verfügung. Der Höchststand des Hochwassers wird nach Angaben des Wetterstudios Hiddensee zwischen 18 und 20 Uhr erwartet. Der Sturm der Stärke 8 bis 9, vereinzelt 10, werde den Höhepunkt am Nachmittag erreichen und dann langsam abflauen. „Es ist nicht dramatisch”, sagte Meteorologe Stefan Kreibohm.

Warnung vor Sturmflut

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) gab eine Sturmflutwarnung heraus. Demnach werden an der gesamten Ostseeküste Wasserstände bis 1,1 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet. In der Lübecker und Wismarer Bucht und im Greifswalder Bodden sind Wasserstände bis 1,4 Meter möglich.

Touristen in den Küstenorten genossen das Schauspiel der stürmischen Ostsee. So war in Göhren auf Rügen schon am Vormittag der Strand fast ganz überspült. Medienberichten zufolge reichte das Wasser in Lauterbach auf Rügen bis an die Kaioberkante.

Touristen fotografieren die Wellen

Vor dem Ozeaneum auf der Stralsunder Hafeninsel bildeten sich trotz des nassen Wetters lange Schlangen. Viele Touristen fotografierten die meterhohen Wellen an der Mole.

Ein Video aus Wampen am Greifswalder Bodden:

Die Stadtverwaltung appellierte an Autobesitzer, ihre Wagen aus dem Hafengebiet zu holen. Zur Not würden die Autos abgeschleppt werden - zum Eigenschutz der Autos und um Umweltverschmutzungen zu vermeiden. Die Eigner von Fischkuttern und Booten kontrollierten noch einmal die Leinen.

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Hafen in Stralsund teils unter Wasser

Teile des Stralsunder Hafens standen bereits unter Wasser. „Der Pegel steigt etwa alle zehn Minuten um einen Zentimeter an”, sagte ein Sprecher der Stadt. Am Vormittag stand das Wasser knapp einen Meter über Normal, 20 Zentimeter wurden noch erwartet. In Ueckermünde stieg der Pegel der Uecker an. In Rostock-Warnemünde schwappte das Wasser über die Mittelmole.

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Hohe Wellen auf Usedom

Zahlreiche Schaulustige gab es auch in Koserow auf der Insel Usedom. Die Gemeinde rettete am Strand in letzter Minute Fußbeläge aus Holz vor den Wellen und legte sie mittels eines Bagger auf die Dünen ab.

Ein Mitarbeiter musste dazu schnell auf Bagger springen, um nicht nass zu werden. Meterhohe Wellen gab es auch an der neuen Seebrücke, die noch im Bau ist. In Zempin auf der Insel Usedom gab es Schäden an der Düne.

Fähren auf Rügen und Usedom eingestellt

Reedereien stellten ihren Fährbetrieb ein, so zwischen Stralsund sowie Schaprode auf Rügen zur Insel Hiddensee. Die Oderhaff Reederei Peters, die von Ueckermünde zur Insel Usedom und nach Stettin fährt, ließ laut ihrer Internetseite alle Schiffsfahrten ausfallen.

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Die Schweden-Schnellfähre von Sassnitz-Mukran nach Ystad wurde der Reederei FRS Königslinjen zufolge für Donnerstag abgesagt, am Mittwoch fuhr sie fahrplanmäßig nicht. Die Fähren von Stena Line aus Rostock fuhren.

Die Freiwillige Feuerwehr Lübs rückte heute früh zu einer Baumsperre aus. Schäden durch Hochwasser sind nicht bekannt. In Grambin und Mönkebude fiel zudem der Strom am Morgen aus.

Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 14. Oktober, mehrfach aktualisiert.

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