NACH GERMANIA-PLEITE

Sorge um Flughafen Rostock-Laage

Mit der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania geht voraussichtlich fast die Hälfte der Passagiere des Flughafens in Laage auf einen Schlag verloren. Und dabei bleibt es nicht.
dpa
Die Insolvenz der Berliner Fluggesellschaft Germania wird für den Flughafen Rostock-Laage massive Folgen haben.
Die Insolvenz der Berliner Fluggesellschaft Germania wird für den Flughafen Rostock-Laage massive Folgen haben. Bernd Wüstneck
Laage.

Die Insolvenz der Berliner Fluggesellschaft Germania wird für den Flughafen Rostock-Laage massive Folgen haben. In der Bilanz des Jahres 2018 mit insgesamt knapp 296.000 Passagieren war Germania mit 46 Prozent aller Buchungen vertreten, eine schnelle Kompensation ist eher unwahrscheinlich. „Das ist kein guter Tag”, sagte Flughafen-Geschäftsführerin Dörthe Hausmann am Dienstag. Insgesamt seien von Germania über das Jahr hinweg 14 Ferienziele angeflogen worden. Derzeit werde an Alternativen gearbeitet, es gebe Gespräche mit anderen Airlines.

„Wir werden aber sicherlich keine Gesellschaft finden, die alle Strecken übernehmen kann”, erklärte Hausmann. Für dieses Jahr seien auf dem deutschen Markt alle Kapazitäten verplant. Deshalb werde vorrangig nach Airlines in den entsprechenden Zielgebieten gesucht. „Ich bin optimistisch, dass wir einige Strecken kompensieren können. Aber dass wir das gesamte Programm ersetzen können, ist wenig realistisch”, sagte sie. Denn alle anderen von der Germania-Pleite betroffenen Flughäfen seien ebenfalls auf der Suche nach Alternativen.

Germania-Insolvenz „herber Schlag”

Hausmann konnte nicht sagen, wie viele Menschen, die aus Laage ins Warme geflogen sind, aktuell von der Germania-Pleite betroffen sind. Es gebe keinen Zugriff auf die Daten. Die Reaktionen auf das Germania-Aus und die Folgen für den Flughafen waren eindeutig. „Germania war über viele Jahre ein wichtiger Partner für Rostock-Laage und hat verlässlich die Urlauber zu diversen Urlaubsorten geflogen”, sagte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Da mit Air Berlin erst kürzlich eine weitere große Fluggesellschaft den Markt durch Insolvenz verlassen hat, sei dies „für die gesamte Branche ein herber Schlag”.

Für Pegel geht es vor allem darum, die Menschen, die in diesem Jahr Pauschalreisen gebucht haben, sicher an die Urlaubsziele zu bringen. „Da ist noch nichts in trockenen Tüchern”, sagte er. Da Germania ein Anbieter von Pauschalreisen sei, sieht er geringere Auswirkungen auf die Wirtschaft. „Der Flughafen muss allerdings befürchten, dass Außenstände für die Starts und Landungen teilweise nicht mehr beglichen werden könnten. Die genaue Höhe bleibt aber abzuwarten.”

Der Vize-Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, sprach von einer schlechten Entwicklung, die zu einer Destabilisierung führe. „Das trifft uns alle, denn der Flughafen spielt in der touristischen Ausrichtung von MV eine wichtige Rolle.”

Suche nach Alternativen für Germania

Von einem herben Schlag sprach auch Ulrich Kunze, Sprecher der Hansestadt Rostock, die mit rund 54 Prozent Mehrheitsgesellschafter am Flughafen ist. Nun müsse die Geschäftsführung gemeinsam mit den Gesellschaftern Alternativen suchen, „sofern das möglich ist”. Neben Rostock sind der Landkreis Rostock und die Stadt Laage am Flughafen beteiligt. Der Flughafen erhielt im vergangenen Jahr Zuschüsse in Höhe von 2,8 Millionen Euro vom Land und den drei Gesellschaftern.

Hausmann muss sich nicht nur mit dem Ausfall der Germania-Flüge auseinandersetzen: Jüngst hat die Airline BMI Regional die Linien nach Köln und Stuttgart eingestellt. Es bleibt die BMI-Verbindung nach München, die nach Angaben von Hausmann gut ausgelastet ist, sowie die Wochenendverbindung nach Wien.

Gleichzeitig ist im Vergleich zu 2018 ein weiterer Rückgang der Passagierzahl beim Kreuzfahrttourismus zu erwarten. Die Reederei Pullmantur Cruises hatte sich entschieden, in diesem Jahr die Anreise der Touristen statt über Laage über Malmö laufen zu lassen. 2018 wurden über Pullmantur 23.300 Passagiere in Laage abgefertigt.

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