Thomas Krüger (SPD) hat die Verantwortlichen der Tourismusbranche aufgrund der zu niedrigen Gehälter getadelt.
Thomas Krüger (SPD) hat die Verantwortlichen der Tourismusbranche aufgrund der zu niedrigen Gehälter getadelt. Susi Knoll
Zu niedrige Löhne

SPD-Fraktionschef droht dem MV-Tourismus

Die SPD und der MV-Tourismus: Nach einer großen Liebe sieht es derzeit nicht aus. Thomas Krüger hat am Mittwoch wegen der „dunklen Seite” der Branche mit weniger Geldern gedroht.
Schwerin

Mit einer scharfen Attacke hat Thomas Krüger das ohnehin belastete Verhältnis zwischen der von Manuela Schwesig geführten Landesregierung und der Tourismusbranche weiter verschärft. Der SPD-Fraktionschef sprach davon, dass der Tourismus in MV auch eine „dunkle Seite“ habe – und meinte damit die niedrigen Löhne, die in Hotels und Gastronomie gezahlt würden.

Finanzielle Hilfe für Tourismus nur bei passenden Löhnen

Es könne doch nicht sein, dass Mitarbeiter in der Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein 500 Euro mehr erhalten würden als ihre Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern.

Einen Vergleich, den der SPD-Mann mit einer Forderung ergänzte: „Ich erwarte von der Dehoga, dass im Tourismus künftig flächendeckend Tariflöhne gezahlt werden. Diesmal haben wir der Branche noch geholfen. Wenn es aber nochmals zu einer Krise kommen sollte, gibt es finanzielle Hilfe nur, wenn die Löhne stimmen.“ Gleichzeitig gehe er davon aus, dass die Branche in entsprechende Weiterbildung investiere.

Schon seit Wochen Streit zwischen Schwesig und Tourismus-Branche

Zwischen der SPD-Ministerpräsidentin und dem Tourismus hatte es in den Corona-Wochen mächtig Streit gegeben. Einige Male hatte die Branche auf Öffnungen gepocht – Schwesig hatte sich aber lange dagegen gewehrt. Trotz des legendären Satzes der Regierungschefin: „Der Tourismus gehört zur DNA von Mecklenburg-Vorpommern.“ Immer wieder hatte Schwesig ihre Sorge formuliert, dass die Infektionszahlen durch eine zu frühe Öffnung von Hotels und Gastronomen nach oben schnellen könnten.

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