Koalitionsverhandlungen

SPD und Linke verkünden Ende von Bettenburgen im MV-Tourismus

SPD und Linke galoppieren mit Riesenschritten in Richtung Koalitionsvertrag. Auch bei Wirtschafts- und Tourismusthemen bewiesen die Parteien große Einigkeit. Eine Absage gab es allerdings.
Die Architektinnen der rot-roten Koalition: Manuela Schwesig (links) und Simone Oldenburg.
Die Architektinnen der rot-roten Koalition: Manuela Schwesig (links) und Simone Oldenburg. Jens Büttner
Schwerin

Es hat den Anschein, als passe zwischen SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Linken-Fraktionschefin Simone Oldenburg kein Blatt Papier. In großer Eintracht präsentierten sich die beiden Architektinnen einer rot-roten-Regierung am Mittwochabend nach der vierten Runde der Koalitionsverhandlungen vor der Presse.

Oldenburg und Schwesig plädierten bei öffentlichen Aufträgen für tarifgebundene beziehungsweise tarifähnliche Löhne. „Hier sollen Steuergelder für gute Löhne eingesetzt werden”, machte Schwesig unmissverständlich klar. Mecklenburg-Vorpommern müsse bessere Löhne und sozialere Arbeitsbedingungen gewährleisten, um aus dem Lohnkeller zu kommen”, ergänzte Oldenburg. Gleichzeitig sprachen sich die beiden Politikerinnen dafür aus, die Werften als Schlüsselindustrie für MV zu betrachten.

Tourismus soll mehr auf Qualität setzen

Allerdings nahmen Oldenburg und Schwesig die wirtschaftlich ins Schlingern geratenen MV Werften in die Pflicht und forderten das Unternehmen mit Muttersitz in Asien auf, das Portfolio der Produkte zu erweitern – beispielsweise mit Offshore-Plattformen. „Ein Standbein – also nur Schiffbau – reicht nicht aus”, sagte Oldenburg.

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Entschieden sprachen sich SPD und Linke gegen weitere Großprojekte im Tourismus aus. Der Tourismus in MV solle künftig mehr auf Qualität setzen und Gäste- und Einwohner freundlicher werden. Die Zeiten von Bettenburgen seien vorbei, so der Tenor. Um die Pläne der künftigen Regierung in der maritimen Wirtschaft und im Tourismus umzusetzen, sollen jeweils Koordinatoren als Ansprechpartner fungieren.

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Am Freitag und Sonnabend sollen die Koalitionsverhandlungen mit den Themen Gesundheitswirtschaft, Landwirtschaft und Bildung fortgesetzt werden.

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Kommentare (4)

Nachdem man Rügen und MeckPom zur Bettenhochburg gemacht hat und das kontinuierlich seit der Wende, will man nun Qualität. Mit Verlaub, ich lach mich schlapp. Aber da kommt dann die Gesetzeslücke der Zukunft sehr gelegen. Man regelt einfach via Impfstatus, Gesundheitsstatus und div. anderen selbstgemachten Kriterien, wer noch nach PommPomm darf und wer nicht. Es fängt an, an sehr dunkle Zeiten zu erinnern.

Blödsinn

Wir haben zuviel! Es reicht! Straßen stundenlang überfüllt, für eine Strecke von 15 km auf Usedom sind schon mal locker 2 Stunden drin. Alternative Rad fahren keine Option, zu wenige, und wenn vorhanden, katastrophale Radwege, zu schmal und zum Teil auf alten NVA- Betonplatten. Unverschämte, rücksichtslose Urlauber, und überfüllte Badeorte und Geschäfte. ES REICHT FR. SCHWESIG.

👌👌👌👌und den letzten Satz kann man noch unterstreichen.