POLITISCHES ERDBEBEN

SPD vor der Wahl in MV im Höhenflug – CDU stürzt ab

Es ist die letzte große Umfrage vor dem Wahlsonntag – und die birgt politischen Zündstoff. Für die CDU bahnt sich am 26. September ein Debakel an.
Die SPD setzt mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ihren politischen Höhenpflug fort. CDU-Spitzenkandidat Michae
Die SPD setzt mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ihren politischen Höhenpflug fort. CDU-Spitzenkandidat Michael Sack kann seine Enttäuschung nur schwer verbergen. NK-Kombo / dpa
Schwerin ·

Noch ist es nur eine Umfrage – doch der Trend ist eindeutig: Die CDU in MV liegt laut einer vom Nordkurier in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes INSA nur noch bei 12 Prozent – ein Verlust von 6 Prozentpunkten gegenüber den Werten aus dem August.

Lesen Sie auch: Wahlforum: Landtagskandidaten debattieren – und keiner schaut zu

Während die SPD mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ihren politischen Höhenpflug fortsetzt und die 40-Prozent-Marke knackt, ist bei den Christdemokraten Tristesse angesagt. CDU-Spitzenkandidat Michael Sack kann seine Enttäuschung nur schwer verbergen, spricht von einer „unbefriedigenden Umfrage“ und setzt auf das Prinzip Hoffnung: „Viele wissen noch nicht, wen sie wählen sollen. Gleichzeitig gibt es bei vielen Menschen aus nachvollziehbaren Gründen ein deutlich wachsendes Unbehagen, was rot-rot-grüne Bündnisse nach der Wahl angeht“, will sich Sack noch nicht geschlagen geben.

Mehr lesen: Neue Umfrage: Schwesig-SPD knackt in MV die 40-Prozent-Marke

AfD-Spitzenkandidat Nikolaus Kramer hat dagegen einen ganz anderen Rat an die Adresse des politischen Kontrahenten. „Der CDU bleibt angesichts der Umfragewerte nur noch eine Möglichkeit: Einen Insolvenzantrag zu stellen“, ätzt Kramer. Die AfD kann der Wahl mit dem Umfragewert von 18 Prozent gelassen entgegenblicken und will in der nächsten Woche „noch einmal ordentlich in die Hände spucken“, um wohl wieder mit Abstand als zweitstärkste politische Kraft ins Landtagsschloss in Schwerin einziehen zu können.

Liberale wollen bis zum Wahltag alles geben

Genau um diesen Einzug müssen FDP (6 Prozent) und Grüne (7) laut Umfrage verstärkt bangen. Entsprechend kämpferisch präsentiert sich David Wulff, Generalsekretär der Liberalen: „Wir werden bis zum Wahltag alles geben, um im nächsten Landtag eine starke Stimme für die Freiheit zu sein. Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell Freiheiten beschnitten werden.“ Getreu dem Motto, dass Angriff die beste Verteidigung ist, betont Wulff: „Es kann nicht mit einer schlafenden Landesregierung und einer zahnlosen Opposition im Landtag weiter gehen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Wahlkampf: AfD-Plakate häufigstes Ziel von Angriffen in MV

Die Grünen wollen im Finale beim Kampf um die Wählerstimmen die Umweltkarte ziehen: „Jetzt geht es um die Frage, ob Klimaschutz endlich angegangen wird oder weiter keine konkreten Maßnahmen umgesetzt werden“, heißt es von Landeschef Ole Krüger.

Mittendrin im Reigen der politischen Parteien, die von der übermächtigen SPD auf Kleinstformat gedrückt werden, bewegen sich die Linken. „Wer Veränderungen will, muss die Linke wählen. Mit uns wird der Mindestlohn auf 13 Euro steigen und MV aus dem Lohnkeller kommen“, verspricht Linken-Frontfrau Simone Oldenburg. Und wer weiß, vielleicht überholen die Linken am Ende sogar noch die CDU. In MV scheint am 26. September alles möglich zu sein.

 

Made with Flourish

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage

Kommentare (5)

Der Genosse Erich Honecker wünscht der Genossin Schwesig weiter so viel Erfolg bei der Errichtung des Sozialismus 3.0. Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Och' noch Esel auf.

Sozialismus und Kommunismus ala Honneker und DDR haben rein gar nichts mit der SPD zu tun. Aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Entscheidend ist nicht wer was wählt, sondern wer die Stimmen auszählt!!!

wird genau das, was die Menschen angekreuzt/gewählt haben. Anderslautende Behauptungen sehe ich als ehemalige Wahlhelferin als Verleumdung.

Wenn Sie da Zweifel hegen, begeben Sie sich am Wahlabend einfach in ein Wahllokal und beaufsichtigen Sie die Auszählung. Sollten Sie danach Ihre Zweifel mit konkreten Argumenten belegen können, wird Ihr begründeter Antrag auf erneute Auszählung sicher Gehör finden.

Als ob ein Ottonormalbürger zur Stimmenauszählung ins Wahllokal gelassen wird . Wer’s glaubt.