ZU IRRE FÜR ROSTOCK?

SPD will Auftrittsverbot für Xavier Naidoo

Die Gesinnung von Xavier Naidoo sei nicht tragbar, meint die Rostocker SPD-Fraktion. CDU und Stadthalle sehen das ganz anders.
Wenn es nach der örtlichen SPD geht, wird das im Sommer 2021 geplante Rostock-Konzert von Sänger Xavier Naidoo abges
Wenn es nach der örtlichen SPD geht, wird das im Sommer 2021 geplante Rostock-Konzert von Sänger Xavier Naidoo abgesagt. Nicht nur Fans des Sängers sind über den Vorstoß empört. Uwe Anspach
Rostock.

Das für August dieses Jahres geplante Xavier-Naidoo-Konzert in Rostock wurde wegen der Corona-Krise auf den 22. August 2021 verschoben. Der Sänger soll in der Stadthalle der Hansestadt auftreten, der Ticketvorverkauf läuft bereits. Naidoo hat viele Fans im Nordosten, laut Veranstalter sollen schon mehrere Tausend Ticktes für die Tour verkauft worden sein.

SPD: Naidoo passt nicht nach Rostock

Trotzdem forderte die SPD in Rostock die Stadthalle als Veranstaltungsort jetzt öffentlich auf, das Konzert des Mannheimers „nicht zu genehmigen”. „Dieser Mensch verbreitet seit Jahren die wildesten Verschwörungstheorien, hetzt gegen Minderheiten und erkennt die Bundesrepublik und das demokratische Grundgesetz nicht an“, so der Fraktionsvorsitzende Steffen Wandschneider-Kastell in einem Bericht. Er fügt hinzu: „Solche Personen stehen dem weltoffenen und multikulturellen Gesicht unserer Stadt klar entgegen.”

Immer wieder Skandale im Netz

Gemeint sind die Äußerungen und Auftritte Naidoos, mit denen er des öfteren und in letzter Zeit verstärkt Schlagzeilen machte. Erst vor wenigen Wochen flog der Sänger wegen vermeintlich rassistischer Song-Zeilen aus der DSDS-Jury, Jahre zuvor hatte er bereits mit einem Auftritt auf einer Reichsbürger-Veranstaltung vorm Berliner Reichstag für Stirnrunzeln gesorgt, ihm wurde auch Antisemitismus vorgeworfen.

Weil der Sänger auf seinem Telegram-Kanal auch in puncto Corona und Weltpolitik regelmäßig grenzwertige, verstrahlt wirkende und provozierende Dinge sagt (Satanisten in Hollywood, böse Pharma-Industrie, Regierung will Renter töten, Outing als Prepper und mehr), wurde Naidoo in der öffentlichen Meinung während der Pandemie innerhalb kurzer Zeit vom gefeierten Popstar zur medialen Unperson. Gründe dafür lieferte er phasenweise fast täglich, auch der Nordkurier berichtete über befremdliche Statements im Netz.

Mehr lesen: Xavier Naidoo weint um "Adrenochrom-Kinder"

Stadthalle soll „klare Kante zeigen”

Besonders sicher, womit man es zu tun hat, ist man aber in den sozialen Medien: Der Sänger sei endgültig durchgeknallt, ein gefährlicher Verschwörungstheoretiker, „rechts” und ein Aluhutträger sowieso – wenn #Naidoo mal wieder trendet, kriegen sich viele Twitter-User gar nicht mehr ein.

Seine Wandlung ist ja auch tatsächlich bizarr und so manches, was er sagt, aus Sicht vieler Menschen nicht salonfähig. Aber darf und sollte man deswegen seine Konzerte, seine Musik, die so viele Menschen lieben, verbieten? Die SPD ist da scheinbar ganz sicher: „Wir fordern die Betreiber der Stadthalle auf, klare Kante zu zeigen und das geplante Konzert von Xavier Naidoo nicht zu genehmigen“, so der Fraktionsvorsitzende Wandschneider-Kastell.

CDU: Absage wäre wie ein Auftrittsverbot

Völlig anders sieht man das bei der CDU: „Es gilt die künstlerische Freiheit, auf Themen aufmerksam zu machen”, so die Rostocker stellvertretende Kreisvorsitzende Chris Günther zum Nordkurier. „Soweit wir wissen, laufen derzeit keine strafrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Verfahren gegen Herrn Naidoo, die ein Verbot rechtfertigen würden.” Eine Absage des geplanten Konzerts würde juristisch einem Auftrittsverbot gleichkommen – im Grundgesetz sei aber ein starker Schutz der Meinungs- und Kunstfreiheit verankert. Warum Konzerte anderer Künstler, die beispielsweise in ihren Musiktexten gegen die Polizei hetzen, ganz selbstverständlich durchgewinkt werden, bei Naidoo jetzt aber eine große Debatte angezettelt wird, sei nicht nachvollziehbar.

„Das gehört zur künstlerischen Freiheit”

Auch bei der Stadthalle ist das Erstaunen über die Forderung der SPD, das Naidoo-Konzert zu verhindern, groß: „Ich kann bei vielen Künstlern nur den Kopf schütteln”, sagte Petra Burmeister, Geschäftsführerin der Rostocker Location dem Nordkurier. Die Band Rammstein habe zum Beispiel einen Kinderwagen auf der Bühne verbrannt, was sogar Fans irritierte. „Aber streitbare Dinge gehören nun mal zur künstlerischen Freiheit dazu”, so Burmeister. Naidoos Lieder seien ihres Wissens nicht verboten, also dürfe er auch in die Stadthalle kommen. Der Sänger habe zu „normaleren” Zeiten schon drei Mal vor jubelnden Fans in Rostock gesungen – die Stadthallen-Chefin habe an die Auftritte nur gute Erinnerungen.

 

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Kommentare (4)

Wen hat er denn im Schlepptau? Attila - den Dummenkönig - Hildmann oder gar Ken Jebsen?
Antisemit ist Naidoo allemal (Naidoo: "mein Vater musste in einer jüdischen Goldmine als Sklave arbeiten")

Soviel zu Vielfalt und Toleranz...

Die Klorolle wird ihnen bald aus dem Gesicht wachsen...
😂
Sowas können nur Menschenhasser schreiben...

Die Pädophilennetzwerke, eine wirre Verschwörungstheorie (u.a. auch von Xavier), fliegen uns gerade um die Ohren. Einfach mal das Hirn einschalten und selber denken statt nur zu konsumieren.! Naja, lieber nicht ... sonst gehört man ganz schnell zu den Verschwörungstheroretikern.