Seit Jahren warnen Behörden in Deutschland vor einer Einschleppung der Schweinepest.
Seit Jahren warnen Behörden in Deutschland vor einer Einschleppung der Schweinepest. Lino Mirgeler
Tierseuche

Sperrzone wird erweitert - neuer Schweinepest-Fall in MV

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde erneut ein Tier positiv auf die Afrikanische Schweinepest getestet. Auch der Krisenstab in Brandenburg wurde alarmiert.
Neubrandenburg

Nach einem Verkehrsunfall im Süden des Landkreises Ludwigslust-Parchim wurde ein verendetes Wildschwein positiv auf die Tierseuche ASP getestet. In den vergangenen Wochen kam es in MV zu mehreren Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest – sowohl bei Wild- als auch bei Nutztieren.

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Länder richten Sperrzone ein

Der Fall ereignete sich nur wenige Hundert Meter von der Landesgrenze zu Brandenburg und dem dortigen Kreis Prignitz. „Den erneuten Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern sehe ich mit Sorge. Jetzt geht es darum, schnell die Ursache und das Ausmaß des Ausbruchs in Mecklenburg-Vorpommern zu ermitteln”, so die Leiterin des Krisenstabes in Brandenburg. Im Umkreis sei bereits nach Fallwild gesucht worden, dass den Erreger ebenfalls trage. Bislang ohne weitere Funde. Die beiden Landkreise und die zuständigen Ministerien würden weitere Maßnahmen koordinieren, dazu zähle auch die Erweiterung der sogenannten Restriktionszone rund um Marnitz.

Zusätzlich zu den bereits gebauten 40 Kilometer an elektrifiziertem Zaun sollen auf dem Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern 20 Kilometer und in Brandenburg weitere 10 Kilometer hinzukommen, hieß es am Donnerstag. Hier sei man jedoch noch in Absprachen zu Details. 

Wie es weiter hieß, seien sowohl die Fälle unter Wildschweinen in der Region Marnitz, als auch unter Nutztieren im Landkreis Rostock bei Lalendorf vom Typ 3 Brandenburg. Der Minister schloss daraus, dass die Seuche von dort in den Nordosten gelangt sei. Besonders ein Truppenübungsplatz in Grenznähe zu Mecklenburg-Vorpommern, in dem eine hohe Dichte an Wildschweinen vermutet wird, ist laut Backhaus im Visier der Behörden. Noch sei jedoch nicht bewiesen, dass der Truppenübungsplatz in Verbindung mit dem Schweinepestausbruch steht.

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Schweinepest bedroht Nutztierbestände

Die Afrikanische Schweinepest ist ansteckend und verläuft für Haus- und Wildschweine fast immer tödlich. Bislang gibt es weder Heilmethoden noch eine Impfung. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

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