Die Leserfotos zeigen Tankstellen auf Usedom, an der A24, in Polen, Plau am See und Westerland auf Sylt. (von links nach rechts und von oben nach unten)
Die Leserfotos zeigen Tankstellen auf Usedom, an der A24, in Polen, Plau am See und Westerland auf Sylt. (von links nach rechts und von oben nach unten) privat
Mehr als zwei Euro

Spritpreise im Nordosten klettern auf Rekordhoch

Eine Umfrage unter Nordkurier-Lesern zeigt: Benzin und Diesel sind aktuell so teuer wie lange nicht. Auf ein paar Tricks kann man sich aber trotzdem verlassen.
Schwerin

Es scheint keine Grenze mehr nach oben zu geben für diese Zahlen. Benzin und Diesel hatten im Mai neue Höchstpreise an den Tankstellen erreicht, laut einer Erhebung des ADAC ist der Kraftstoff aktuell sogar so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Nordkurier hat seine Leserinnen gefragt, welche Preissprünge sie im Nordosten beobachtet haben. Hier ist eine kleine Auswahl.

So zeigte Clemens Lange ein Foto aus Westerland auf Sylt, wo er Diesel für 1,46 Euro und Super für 1,66 Euro gesehen hatte. Am selben Tag sei dann in Barth für Diesel noch 1,41 Euro aufgerufen worden. Ein anderer Leser schickte ein Foto von einer Tankstelle an der A24, wo für Super (E10) sogar astronomische 1,81 verlangt wurde, Diesel kostete 1,66 Euro.

Mehr als 2 Euro in Plau am See

Klar, das sind die üblichen Aufschläge auf der Autobahn, doch mehr als 1,50 Euro für Superbenzin scheint in diesen Tagen normal zu sein. Eine Leserin zeigte einen Screenshot ihrer Tank-App, die für Brüssow in der Uckermark 1,54 Euro für Super (E5) anzeigte. In Neubrandenburg meldete ein Leser für Mittwochmorgen 1,52 Euro, in Möllenhagen sollen es 1,50 Euro gewesen sein. Als Geheimtipp scheint sich Waren an der Müritz herauszustellen, dort seien „nur” 1,46 Euro für den Liter Super verlangt worden.

Besonders heftig schien es am Montag in Plau am See gewesen zu sein. Ein Leser zeigte das Foto der Sprint-Tankstelle, bei der der kostbare Liter Super Plus sogar rund 2,03 Euro kostete. Selbst Diesel kostete da 1,72 Euro. Aktuell werden dort aber wieder andere Preise angezeigt.

Besser in Polen tanken – oder einfach Fahrrad fahren

„Ich schaue, dass ich immer den Zeitpunkt erwische, wenn Super 1,46 hat”, schrieb zu dem Thema Sarah Nehls auf Facebook. Dies sei meist ab 18 Uhr der Fall. „Hab dann auch gleich den Tank vollgeknallt.”

„Genau deshalb fahr ich lieber nach Polen rüber, Tank und Kanister voll gemacht für 1,13 Euro den Liter”, meinte dagegen Tina Köhler, die eine andere Strategie verfolgt.

Aber es geht auch ganz anders, wie Timo Nietz in den Kommentaren bei Facebook schrieb: „Mich kann das wenig stören. Ich bin Gott sei Dank umgestiegen auf E.” Mit dem Elektroauto, sagt er, sei er deutlich besser dran. Einen weiteren Vorschlag lieferte ein Neubrandenburger auf Twitter: Wer Fahrrad fährt, der muss überhaupt kein Geld mehr zum Tanken bezahlen.

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Ölpreis schon bei über 70 Dollar

Das Vergleichsportal „Clever Tanken” hatte für den Monat Mai einen bundesweiten Durchschnittspreis von 1,4822 Euro für Super E10 ermittelt. Beim Diesel seien es 1,3307 Euro gewesen. Wie der ADAC sprach auch „Clever Tanken” von neuen Höchstpreisen in diesem Jahr – bis jetzt. „Verantwortlich für die hohen Preise sind zum einen die Rohölnotierungen an den Finanzmärkten. Aber auch der neue CO2-Preis und das Ende der Mehrwertsteuersenkung zollen seit Jahresbeginn ihren Tribut“, sagte dazu Geschäftsführer Steffen Bock. Aktuell sei Super E10 rund 31 Cent, Diesel rund 28 Cent pro Liter teurer als vor einem Jahr.

Der Preis für ein Barrel der Nordseeölsorte Brent liegt inzwischen bei 71,04 US-Dollar (Mittwoch). Die Ölpreise bewegen sich schon seit Monaten auf hohem Niveau. Zum Vergleich: Während des ersten Corona-Lockdowns waren sie laut Bock im April 2020 und dem damit verbundenen weltweit wirtschaftlichen Stillstand zeitweise auf historische Tiefstwerte von unter 20 US-Dollar gefallen. Nun bestünde wieder Grund zur Hoffnung und die Weltwirtschaft erhole sich. Das verteuere den Einkauf von Rohöl und damit auch die Kraftstoffpreise.

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Zu diesen Zeiten Zeiten tanken Sie richtig

Die Preise sind ständig in Bewegung, doch wann ist der Sprit nun am günstigsten? „Clever-Tanken” empfiehlt als Tankzeiten den Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr sowie 20 und 22 Uhr. Ein Vergleich lohne sich beim Autofahren jederzeit, da es derzeit zu bis zu sechs Preisspitzen am Tag kommen könne. „Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Beim Vergleich aller Tankstellen einer Stadt sind innerhalb von 24 Stunden auch schon mal bis zu 22 Cent drin“, so Bock.

Sofern nicht anders angegeben, wurden die Preise in diesem Artikel auf die zweite Nachkommastelle gerundet.

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