Rentner-Betrug
Spur bei falschen Polizisten führt zu Organisierter Kriminalität

Die Betrüger geben sich als Polizisten aus und bringen alte Menschen um ihr Erspartes. Da hilft nur eines: ein gesundes Misstrauen an den Tag legen und sich immer rückversichern.
Die Betrüger geben sich als Polizisten aus und bringen alte Menschen um ihr Erspartes. Da hilft nur eines: ein gesundes Misstrauen an den Tag legen und sich immer rückversichern.
Swen Pförtner

Sie verunsichern Senioren mit psychischem Druck und kassieren am Ende viel Geld. Jetzt könnte einer der Drahtzieher geschnappt worden sein.

Bei dem vermehrten Auftauchen falscher Polizisten bei Senioren führt eine Spur in die internationale Organisierte Kriminalität. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln am Donnerstag mitgeteilt.

Unter anderem in Neubrandenburg, aber auch in Kiel, Berlin, und Euskirchen hätten sich die Täter als Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) gemeldet. Die falschen BKA-Beamten gaukelten den Senioren vor, dass in der Türkei ein Haftbefehl gegen sie vorliege. Ihre Festnahme und Auslieferung an die Türkei stehe kurz bevor. Mit solchem psychischem Druck seien die oft hochbetagten älteren Menschen zur Überweisung von mehreren Tausend Euro überredet worden.

Beute mit Wert in fünfstelliger Euro-Höhe

Gegen eine internationale Tätergruppe sei nun ein Schlag gelungen: In Mönchengladbach sei ein 24-Jähriger als mutmaßliche Schlüsselfigur festgenommen worden. Dem Deutschen türkischer Herkunft werde Erpressung und Betrug zum Nachteil älterer Menschen vorgeworfen. Er soll die Taten koordiniert haben. Die Informationen über die potenziellen Opfer seien aus der Türkei gekommen.

Die Fälle laufen ähnlich ab: So habe sich ein falscher Polizist bei einem älteren Ehepaar gemeldet. Er behauptete, ein Mitarbeiter der Sparkasse habe Bankdaten des Paars an Kriminelle weitergegeben, man erwarte nun einen Einbruch bei ihnen. Zur Sicherheit werde ein anderer Polizist ihre Wertgegenstände in sichere Verwahrung nehmen. Der 24-Jährige soll daraufhin Bargeld, Schmuck und Münzen mit Wert in fünfstelliger Euro-Höhe mitgenommen haben.

Immer werden gerade ältere Menschen Opfer von falschen Polizisten. Jüngst waren in Waren mehrere solcher Fälle bekannt geworden. Auch in Malchow oder in Neustrelitz gab es in letzter Zeit Vorkommnisse, in Parchim verlor eine Frau rund 50.000 Euro durch die Masche. Die Polizei stellt klar: Sie frage am Telefon nicht nach Wertgegenständen und biete auch niemals deren Abholung und Aufbewahrung an. In Zweifelsfällen helfe ein Anruf bei der „110“ – dazu sollte aber nicht die Wahlwiederholungsfunktion benutzt werden.