CORONA-IMPFUNGEN

Sputnik V wird in MV nicht mehr gebraucht

Mitte April hatte sich das Land eine halbe Millionen Dosen des russischen Impfstoffs gesichert, der bis heute nicht in der EU zugelassen wurde. Nun ist von dem durch Ministerpräsidentin Schwesig vorangetriebenen Hype um Sputnik V nicht mehr viel übrig.
Mecklenburg-Vorpommern wollte sich eine halbe Millionen Sputnik-Impfdosen sichern. Daraus wird nun nichts mehr.
Mecklenburg-Vorpommern wollte sich eine halbe Millionen Sputnik-Impfdosen sichern. Daraus wird nun nichts mehr. Zoltan Mathe
Neubrandenburg ·

Der in Russland produzierte Corona-Impfstoff Sputnik V wird in Mecklenburg-Vorpommern auf absehbare Zeit nicht zum Einsatz kommen. „Sowohl die Ständige Impfkommission in Deutschland als auch die Europäische Kommission haben Sputnik bis heute nicht zugelassen. Dadurch sind wir nicht in der Lage, Sputnik einzukaufen”, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe gegenüber dem Nordkurier. Angesichts dessen, dass Mecklenburg-Vorpommern derzeit über ausreichend andere, zugelassene Impfstoffe verfüge, werde das russische Vakzin aus seiner Sicht aber auch nicht mehr benötigt.

Im April hatte insbesondere Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Beschaffung von Sputnik V forciert. Seinerzeit waren die Impfstoffe in Deutschland noch Mangelware. Schwesig attackierte deshalb insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU), obwohl absehbar war, dass die durch die EU verhandelten Liefermengen für Deutschland spätestens Ende Juni den Bedarf zumindest abdecken würden. Zugleich fasste sie Sputnik V ins Auge, nachdem der Impfstoff bereits in Ungarn und anderen Ländern eingesetzt worden war. Das Kabinett beauftragte Gesundheitsminister Glawe, einen Vertrag mit den Russen abzuschließen, der den Kauf von bis zu einer Millionen Sputnik-Dosen beinhalte.

Weiterlesen: Kann uns wieder der Sputnik retten? Oder doch der Wodka?

Keine finanziellen Konsequenzen

„Wir sind, als wir Sputnik ins Visier genommen haben, davon ausgegangen, dass wir nicht genug Impfstoff bekommen. Dadurch entstand die Diskussion um Sputnik”, warb Glawe jetzt um Verständnis für die Aktivitäten Richtung Russland. Die Landesregierung sei davon ausgegangen, dass Sputnik V im Juni, spätestens Mitte Juni zugelassen werde. Auch andere Bundesländer wie Sachsen und Bayern hatten auf den russischen Impfstoff gesetzt. Finanzielle Konsequenzen habe der Vertrag mit Russland nicht, sagte Glawe. „Wir haben eine Option bestellt, ohne dass wir finanziell gebunden sind. Da haben wir schon aufgepasst.”

Derzeit sind eher zu viel als zu wenige Impfstoffe auf dem Markt, auch in MV. Die Impfkampagne hat deutlich an Schwung verloren. Wurden in der ersten Juni-Woche in MV noch mehr als 130.000 Dosen verimpft, waren es zuletzt nur noch etwas mehr als 65.000 Pikse pro Woche. Im Bundesmaßstab liegt das Land im hinteren Mittelfeld: 59 Prozent der Einwohner sind mindestens einmal geimpft, 49 Prozent vollständig. Zum Vergleich: Der Spitzenreiter Bremen kommt auf Raten von 69,5 beziehungsweise 55,5 Prozent.

Mehr dazu lesen Sie am Wochenende im Nordkurier, unter anderem in einem Interview mit Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU).

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Kommentare (4)

....wenigsten keine Kosten. Wie ist es eigentlich mit den 700 000 Euronen für die Luca App die zu nichts nutze ist?

ich gerne sehen. Wäre doch mal eine Aufgabe für die Redaktion.

- notfalls in afrikanischen Entwicklungsländern - was ist das Problem, doch nicht etwa die Politik!

das der Impfstoff nicht von den Amis kommt. So einfach ist das.