Konkret werfen die Tierrechtler dem NDR-Moderator vor, in seiner Angel-Sendung gegen Paragraf 1 und 17 des Tierschutzgesetzes
Konkret werfen die Tierrechtler dem NDR-Moderator vor, in seiner Angel-Sendung gegen Paragraf 1 und 17 des Tierschutzgesetzes verstoßen zu haben. Paul Zinken (Symbolbild)
Tierquälerei-Vorwurf

Staatsanwalt ermittelt nach Peta-Anzeige gegen NDR-Moderator

Weil ein NDR-Moderator in seiner Angel-Sendung einen lebenden Fisch aufgespießt haben soll, ist er von Peta wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt worden.
Schwerin

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen NDR-Moderator eingeleitet. Grund dafür ist eine vorliegende Strafanzeige der Tierrechtsorganisation Peta, wie Oberstaatsanwältin Claudia Lange am Donnerstag auf Nordkurier-Anfrage bestätigte. „Wenn ein Anfangsverdacht besteht, leiten wir Ermittlungen ein”, so Lange. Weiter wollte sich die Oberstaatsanwältin nicht zu dem Fall äußern.

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Peta wirft dem NDR-Mann Heinz Galling vor, in seiner Angel-Sendung „Rute raus, der Spaß beginnt!“ einen lebenden Fisch als Köder genutzt und damit gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Nach eigenen Angaben sei bei der Organisation ein „Hinweis eines Whistleblowers” – also eines NDR-Mitarbeiters – eingegangen, woraufhin Galling angezeigt wurde. Peta fordert nun „die Absetzung der tierquälerischen Sendung.”

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In einer am 13. November ausgestrahlten Folge der Serie spießt Moderator Galling eine Rotfeder auf einen Haken, um sie als Köder für Hechte im Steinhuder Meer zu benutzen. Zuvor weist er die Zuschauer daraufhin, dass lebendige Fische nicht mehr als Köder genutzt werden dürfen. „Deshalb haben wir den vorschriftsmäßig getötet," so Galing in der Sendung. Nach Ansicht von Peta sehe man beim Aufspießen aber „deutlich den Fisch zappeln, während Galling ihn fest umklammert.” Dabei handele es sich um eine Schmerzreaktion und nicht um eine Nervenreaktion, die nach dem Tod eintritt. „Dies ist nicht nur grausam, sondern verstößt auch gegen das Tierschutzgesetz”, heißt es dazu von Peta.

Ab etwa Minute 20 ist zu sehen, wie Galling eine Rotfeder auf einen Haken spießt:

 

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Konkret werfen die Tierrechtler dem NDR-Moderator vor, gegen Paragraf 1 und 17 des Tierschutzgesetzes verstoßen zu haben. In Paragraf 1 heißt es: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.” Laut Paragraf 17 kann Galling mit bis zu drei Jahren Haft bei einer Verurteilung bestraft werden. Einem Bericht der Schweriner Volkszeitung zufolge wollen sich weder der NDR noch der Moderator zu dem laufenden Verfahren äußern.

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