Waffenkauf

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Innenminister Caffier

Der ominöse Waffenkauf, der im Herbst 2020 zum Rücktritt von MV-Innenminister Lorenz Caffier geführt hat, hat ein juristisches Nachspiel. Jetzt wird gegen den CDU-Politiker ermittelt.
Im Visier der Staatsanwaltschaft: Lorenz Caffier (CDU).
Im Visier der Staatsanwaltschaft: Lorenz Caffier (CDU). Jens Büttner
Schwerin

Die Staatsanwaltschaft Rostock hat gegen Lorenz Caffier (CDU), den ehemaligen Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsnahme eingeleitet. Das bestätigte die Behörde dem Nordkurier am Dienstagnachmittag auf Anfrage. Dabei geht es konkret um einen Waffenkauf, der dem CDU-Politiker im vergangenen Jahr politisch zum Verhängnis geworden war.

Landtag wurde über die Ermittlungen unterrichtet

Nach Informationen des Nordkurier ist auch das Landtagspräsidium von den Ermittlungen unterrichtet worden – ob Caffiers Immunität mittlerweile aufgehoben wurde, ließ sich bis zum am Abend zunächst nicht ermitteln. Auch Caffier war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Caffier hatte sich im Herbst 2020 zunächst geweigert, den Waffenkauf bei einem Waffenhändler, der sich im rechtsextremen Milieu bewegt haben soll, zuzugeben. Er hatte in ersten Stellungnahmen immer von einer Privatsache geredet. Doch dann wurde der Druck auf den langjährigen Innenminister aus Landes- und Bundespolitik immer größer. Caffier stellte sich der Öffentlichkeit und sagte seinerzeit: „Ja, ich habe eine Kurzwaffe gekauft. Anfang 2018, auf Basis der gesetzlichen Grundlagen und zu einem Zeitpunkt, als der Mann (der Waffenhändler. d. Red.) noch nicht unter Verdacht stand und im In- und Ausland als zuverlässiger Ausbildungspartner der Polizei galt.” Keiner habe mögliche Kontakte des Mannes zu Rechtsextremisten vermutet.

Letzteres stimmte aber wohl nicht so ganz: Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz ermittelten zum Zeitpunkt des Waffenkaufs schon gegen den Mann aus der Nähe von Güstrow, Caffiers Behörden erfuhren jedoch angeblich erst im März 2018 davon. Caffier sagte im Herbst 2020 auch, dass der Mann bis heute ein offiziell zugelassener Waffenhändler sei. Auch gegen den Händler wurde damals ermittelt. Caffier führe die Waffe ausschließlich zur Jagd, eine Kurzwaffe gehöre dort zur normalen Ausrüstung. Er sei seit 40 Jahren Jäger, so Caffier vor einem dreiviertel Jahr. Kurze Zeit später musste der Innenminister von seinem Amt zurücktreten – auch im Zuge einer Reihe anderer Affären, deretwegen er schon länger in der Kritik gestanden hatte.

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