PFLEGEHEIM IN STRALSUND

Staatsanwaltschaft ermittelt nach Impfpanne gegen Arzt

In Stralsund wurde acht Menschen eine deutlich erhöhte Dosis des Corona-Impfstoffs injiziert. Nun wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt.
Nach der Impfpanne in Stralsund ermittelt der Staatsanwalt.
Nach der Impfpanne in Stralsund ermittelt der Staatsanwalt. Stefan Sauer
Stralsund ·

In Stralsund wurde am Sonntag acht Mitarbeitern eines Pflegeheims die fünffache Dosis des Impfstoffes gegen das Coronavirus injiziert. Vier Betroffene kamen daraufhin in ein Krankenhaus. Eine Frau war auch am Dienstag noch mit grippeähnlichen Symptomen in der Klinik.

Arzt zu Impfpanne: „Dass das passieren konnte, macht mich tieftraurig”

Nun hat laut eines Berichts der Ostsee-Zeitung vom Mittwoch die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Arzt, der die Impfung vorgenommen hat, eingeleitet. Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Bürger, die nicht direkt von der Impf-Panne betroffen waren, aber von dem Vorfall aus den Medien erfahren hatten, hatten demnach Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hätte aber auch von Amts wegen ein eigenes Verfahren eingeleitet, hieß es weiter.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte am Nachmittag, dass man derzeit gegen Unbekannt ermittle und nicht gegen eine bestimmte Person.

Mehr lesen: Frau nach Impfpanne in Stralsund weiter im Krankenhaus

Seit dem Beginn der Impfungen gegen Covid-19 am Sonntag haben in Mecklenburg-Vorpommern etwa 4900 Menschen eine Spritze bekommen. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochmorgen in Schwerin mit. Ziel ist es, bis zum Ende der Woche landesweit mindestens 10.000 Personen im Nordosten erstmalig zu impfen. Für den vollen Impfschutz ist eine zweite Spritze erforderlich. Da eine Reserve für diese Folgeimpfung nach drei Wochen gebildet werden soll, kommt nicht der gesamte bislang angelieferte Impfstoff zum Einsatz.

Nach einer ersten Lieferung von knapp 10.000 Impfdosen für den Start am Wochenende waren am Montag laut Ministerium weitere 5000 im Land angekommen. Nach früheren Angaben des Ministeriums erhält MV zunächst wöchentlich etwa 15.000 Impfdosen.

Artikel wurde am 30.12. um 18.45 Uhr aktualisiert.

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Kommentare (2)

Die Impfungen sind ja weltweit gestartet. In der Schweiz gab es nun den ersten Todesfall durch die Corona-Impfung. Traurig. Die Meldung von heute: https://www.zeitpunkt.ch/heiligabend-geimpft-fuenf-tage-spaeter-tot [Hinweis d. Red.: Ob der Todesfall explizit durch die Impfung ausgelöst wurde, soll nun ermittelt werden: https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/behoerde-bestaetigt-todesfall-nach-corona-impfung-3041903612.html ]
Man darf gespannt sein, wie es sich in nächsten Wochen zeigt, wie die Nebenwirkungen sich tatsächlich entwickeln.

Nach OZ: Der Arzt sagt: „Ich hatte nicht mal einen Arbeitsvertrag.“ [ https://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Stralsund/Das-sagt-der-Arzt-zu-den-Ermittlungen-wegen-Stralsunder-Impfpanne ]

Ich hatte schon so eine Ahnung, die sich zu bestätigen scheint, dass sich das Verschulden in Richtung Organisationsverantwortung verschiebt. Auch wenn die Ärzte bei den Impfkampagnen sehr, sehr gut verdienen, müssen die Mitarbeiter doch rechtlich und gesundheitlich, sowie Arbeits- und Unfallschutz mäßig abgesichert sein.
Das war sicher keine Notsituation, die Verwaltung hatte genügend Zeit und Ressourcen, fachlich qualifiziertes Personal zu rekrutieren.

LG