Vor dem Landgericht Schwerin fällt in der nächsten Woche die Entscheidung, ob die beiden Angeklagten im Awo-Prozess
Vor dem Landgericht Schwerin fällt in der nächsten Woche die Entscheidung, ob die beiden Angeklagten im Awo-Prozess zu Haft- oder Geldstrafen verurteilt werden. Jens Büttner
Awo-Affäre

Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Haftstrafen für Ex-Awo-Manager

Spektakuläres Finale in der Awo-Affäre: Ehemaligen Führungskräften der Awo drohen wegen schwerer Untreue Haftstrafen. Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft hatte es in sich.
Schwerin

Die Staatsanwaltschaft Schwerin fordert für den Ex-Geschäftsführer der Awo Müritz, Peter Olijnyk, wegen schwerer Untreue in mehreren Fällen eine dreijährige Haftstrafe. Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek begründete die hohe Strafe mit dem planvollen, konspirativen und bewussten Verhalten des Angeklagten, um sich in den Jahren 2005 und 2012 jeweils üppige Gehaltssteigerungen inklusive Tantiemen und einer lebenslangen Betriebsrente zu genehmigen.

„Goldener Wohlstand auf Kosten der Wohlfahrt”

Dabei habe der Angeklagte gemeinsam mit dem ebenfalls angeklagten Ex-Vorsitzenden der Awo Müritz, Götz-Peter Lohmann, gezielt den geschäftsführenden Vorstand über die Gehaltssteigerungen nicht informiert, so die Staatsanwaltschaft. Für Lohmann beantragte die Staatsanwaltschaft eine zweijährige Haftstrafe – allerdings zur Bewährung.

Olijnyk habe mit seiner Untreue der Awo einen Vermögensschaden von rund einer Million Euro zugefügt, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe sich einen goldenen Wohlstand auf Kosten der Wohlfahrt genehmigt. Dies wirke umso schwerer, als dass die Wohlfahrt auch mit Steuermitteln finanziert werde.

Eher Mittäterschaft als Beihilfe

Lohmann habe seine Aufsichtspflicht als Vorstandsvorsitzender aufs „Gröblichste missbraucht”, sagte Urbanek. Lohmann habe die Taten erst ermöglicht. Das sei eher Mittäterschaft als Beihilfe zur Untreue. Als ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter und Ex-Bürgermeister der Stadt Waren/Müritz sei er Profi genug gewesen, umso zu wissen, dass sein Verhalten nicht rechtmäßig gewesen sei, so Urbanek in seinem Plädoyer.

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