ERMITTLUNGSVERFAHREN?

Staatsanwaltschaft prüft Fall des Impfdränglers Kerth

Dass sich Landrat Stefan Kerth beim Impfen offenbar vorgedrängelt hat, erinnert an den Fall des Oberbürgermeisters in Halle. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft Stralsund am Zug.
Im Visier der Staatsanwaltschaft: die Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen mit ihrem Chef Stefan Kerth.
Im Visier der Staatsanwaltschaft: die Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen mit ihrem Chef Stefan Kerth. Stefan Sauer
Stralsund ·

„Der Sachverhalt liegt jetzt beim zuständigen Staatsanwalt. Der prüft jetzt, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Landrat von Vorpommern-Rügen eingeleitet wird.” Das gab Martin Cloppenburg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, am Dienstagnachmittag im Gespräch mit dem Nordkurier bekannt.

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Der Fall müsse jetzt strafrechtlich eingeordnet werden, dann werde relativ kurzfristig entschieden, ob ein Anfangsverdacht bestehe und die Ermittlungen aufgenommen würden, sagte Cloppenburg. Derzeit sammele die Staatsanwaltschaft Informationen zum Sachverhalt.

Bisher steht fest: Am Montagabend in der Sitzung des Kreistages hatte Kerth auf die Frage von Michael Philippen, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Kreistagsfraktion „Bürger für Stralsund/FDP”, ob er sich beim Impfen „vorgedrängelt” habe, geantwortet: „Ich habe, als ich die Eröffnung des Impfzentrums durchgeführt habe, an dem Tag war ich zum Dienstschluss dort in der Einrichtung, und es ist Ausschau gehalten worden nach Leuten, die an dem Tag – das ist vor ungefähr drei Wochen gewesen – noch verimpft werden können. Es ist keiner da gewesen.”

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Kerth hat nur eine Impfdosis erhalten

Kerth meint damit das Impfzentrum in Stralsund, das am 12. Januar eröffnet worden ist. Der Landrat beteuerte, er habe mehrfach gesagt, dass „er definitiv nicht geimpft werden möchte”. Aber die Impfungen würden ansonsten verfallen, ist ihm laut Eigenaussage mitgeteilt geworden. Kerth versicherte weiter, dass er nur einmal geimpft worden sei und die zweite Dose nicht erhalten habe.

Am Dienstag erklärte Kerth auf seiner Facebook-Seite: „Zum Dienstschluss des Impfzentrums waren deshalb noch vier aufgezogene Spritzen vorhanden, die hätten weggeworfen werden müssen. Man war daher auf der Suche nach impfbereiten Personen und sprach auch mich an, da ich wegen der Eröffnung im Impfzentrum war. Es war klar, dass ich nur einwilligen könne, wenn alle Versuche, noch andere Personen für die angebrochenen Dosen zu finden, endgültig gescheitert sind. Nachdem dies über längere Zeit telefonisch und unter anwesenden Personen vergeblich versucht wurde, stand fest, dass an diesem Abend niemand für die restliche Dosis gefunden werden konnte und diese definitiv verworfen würde. Zu diesem Zeitpunkt herrschten noch erhebliche Sorgen hinsichtlich der Impfverträglichkeit, auch unter medizinischem Personal. Ich hatte Sorge, dass ein beharrliches Nein meinerseits diese Sorgen verstärken könnte.”

Durchsuchung bei Halles Oberbürgermeister Wiegand

Wegen der vorgezogenen Corona-Impfung von Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) vor zwei Wochen ist in der Zwischenzeit nun auch die Staatsanwaltschaft tätig geworden. Die Polizei durchsuchte am Montag mehrere Diensträume der Stadtverwaltung. Gegenstand seien die Ermittlungen in einem Verfahren gegen Wiegand wegen des Verdachts der „veruntreuenden Unterschlagung” des Corona-Impfstoffs, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Er sei verdächtig, „unter Missachtung der in der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesministers für Gesundheit geregelten Impfreihenfolge” dafür gesorgt zu haben, dass er selbst und andere noch nicht berechtigte Personen geimpft wurden. Sowohl durch Presseberichte als auch Erklärungen Wiegands zum Sachverhalt sehe die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht erfüllt.

 

 

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Kommentare (13)

Ein weiteres neues Wort. Damit soll weiter der Eindruck geschürt werden, es handele sich hierbei um etwas besonders kostbares, was nur durch die gnadenvolle Zuteilung erreichbar wird...
Was für ein Unsinn! In den meisten Impfzentren kommen viele Leute einfach nicht! Diese Impfdosen werden regelmäßig von den Organisatoren angeboten.
Hier wird gerade gegen das zunehmenfe Impfchaos (auch neu) eine Kampagne gefahren! Berichten Sie doch lieber über die "Erfolge" in den Altenheimen.
Danke

kommt bestimmt nicht zum Impfen. Der möchte lieber zu Hause ohne Impfung und Intensivmedizin seinen letzten Atemzug tun.

als geimpft nichts mehr können....

Unter anderen Vorzeichen würde man Ihnen hier vorhalten der Angst und Panikmacherei verfallen zu sein. So unterschiedlich können Wertungen ausfallen, wenn man einen gemeinsamen Nenner gefunden hat.

ich habe zu viel gelesen, sogar in offiziellen Quellen: TROTZ Impfung (so schreibt es sich heute) gestorben.
Außerdem wird mich niemand überzeugen, mich impfen (von impfen kann ich leider eigentlich nicht schreiben) zu lassen. Ich bin nämlich gesund und will es bleiben.
Was mit den Alten geschieht sehe ich als einen Skandal an, aber es gibt sie noch, die mutigen und gewissenhaften Menschen und vor allem Heimleiter, siehe Uhldingen-Mühlhofen.

ich mache da auch keinen Termin.
Alle anderen Impfungen habe ich. Und in Ihrer Aufzählung fehlte nur noch...in Freiheit!
Streben Sie dagegen nach einem Ende mit dieser Impfung und Intensivmedizin? Ihre Chancen stehen gut!

die deutsche Kernkompetenz. Denunzieren, Einsperren, Desinfizieren, da werden wieder altbewährte Fachkräfte und junge Quereinsteiger gesucht.
Wer hat ihn denn angeschwärzt?
Oh, wie müssen sie es dreißig Jahre lang vermisst haben.
Staatsanwaltschaft?
Ernsthaft?
Normale, unbescholtene Menschen werden behandelt wie Terroristen.

Impfpropaganda ist das, mehr nicht...

wenn am Ende des Tages immer noch so viel Restimpfstoff übrig ist.
Und davon wissen meist nur die Bürgermeister oder andere Stadthonoratioren und sind dann auch zur Stelle.

Es kann doch nur etwas „übrig“ sein, was keiner will.

Sie können doch mal fragen, wenn Sie soooo scharf drauf sind.
Ja, wissen Sie denn gar nicht mehr, wie man das mit der Bückware früher geregelt hat? Nein? Haben Sie nichts anzubieten? Na, dann haben Sie halt Pech. Kann Ihnen jede gewesene Konsumverkäuferin erklären.

Viele Ü80-jährige warten sehnsüchtig auf Post um sich dann endlich umständlich und aufwendig einen Impf-Termin besorgen zu dürfen.
Da würde es bestimmt Erleichterungen geben, wenn man zu viele einlädt.
Wer dann nicht dran kommt, wäre aber beim nächsten Mal der erste.
Drängeln dank gehobener politischer Stellung geht gar nicht.
Ich hoffe nur, das Gedächtnis reicht bis zur nächsten Wahl.

...stimmt, was der Landrat sagt, wird ebenso der/die Impfarzt/-ärztin von Staatsanwaltschaft überprüft, denn Ärzte müssen auch die Verfügungen einhalten und gegebenenfalls Landrat abweisen. Entlastend wird sein, dass es der erste Tag in diesem Impfzentrum war und das Impfhandling drunter und drüber ging.

und wenn, vielleicht freuen sie sich schon auf den digitalen Impfpass, dessen Einführung das Bundeskabinett bereits beschlossen hat.
Deutsche Wirtschaftsnachrichten schrieb gestern darüber.

War das nicht eine Verschwörungstheorie?