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Brutale Attacke in Wismar

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Verdächtiger nach Angriff auf Syrer festgenommen

Der Übergriff in Wismar hat Bestürzung ausgelöst.
Der Übergriff in Wismar hat Bestürzung ausgelöst.
babelsberger - Fotolia.com

Die Politik hat mit Bestürzung auf den mutmaßlich fremdenfeindlichen Übergriff auf einen Mann in Wismar reagiert. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt, es gab eine Festnahme.

Die Polizei hat einen 26-jährigen Deutschen vorläufig festgenommen, der einen Syrer in Wismar angegriffen haben soll. Das teilte die Staatsanwaltschaft Schwerin am Donnerstag mit. Sie prüfe, ob Haftantrag gestellt werde. Der 20-jährige Syrer war nach Angaben der Polizei am späten Mittwochabend in einem Park mit einer Eisenkette geschlagen und verletzt worden. Der Mann erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen, konnte aber nach ambulanter Behandlung die Klinik wieder verlassen.

Der Tatverdächtige bestritt den Vorwurf nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei der polizeilichen Vernehmung. Er gab an, selbst von Ausländern angegriffen worden zu sein und berief sich dann auf sein Aussageverweigerungsrecht.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) betonte, dass der Rechtsstaat keine gewalttätigen Übergriffe gegen Menschen und Sachen dulde – egal durch wen sie verursacht werden und gegen wen sie sich richten. „Nach den bisherigen und ersten polizeilichen Ermittlungen ist ein fremdenfeindlicher Hintergrund wahrscheinlich. Deshalb hat auch der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen”, sagte Innenminister Caffier am Donnerstagmittag.

Caffier: "Konsequent gegen geistige Brandstifter vorgehen"

„Gleichwohl ermitteln Staatsanwaltschaft und Landespolizei in alle Richtungen. Die Landespolizei wird alles daran setzen, alle Täter zu ermitteln und der Justiz zuzuführen.” Dazu wird das Polizeipräsidium Rostock eine Sonderkommission (SoKo) aufrufen.

Innenminister Lorenz Caffier sagte weiter: „Sollte sich tatsächlich ein rechtsextremistischer Hintergrund dieser feigen Tat bestätigen, macht mich das umso fassungsloser. Aber es bestärkt mich auch, weiterhin konsequent gegen die geistigen Brandstifter vorzugehen und diejenigen beim Namen zu nennen, die aus solchen Taten auch noch politisches Kapital schlagen wollen.”

Wismars Bürgermeister beklagt "Pogromstimmung"

Auch Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) reagierte entsetzt: „Ich wünsche dem Opfer rasche und vollständige Genesung”, erklärte sie am Donnerstagmittag. Der „abscheuliche Vorfall” werde hoffentlich schnell aufgeklärt. „Wir dürfen nicht zulassen, dass eine fremdenfeindliche Stimmung um sich greift, die Wegbereiterin solcher Taten ist.”

Die sollten die Menschen gerade in Mecklenburg-Vorpommern aus den schrecklichen Vorkommnissen in Rostock-Lichtenhagen 1992 gelernt haben. Neben der staatlichen Ebene sei auch die Zivilgesellschaft gefordert, „offensiv für unsere Werte von Freiheit, Weltoffenheit, Akzeptanz und Solidarität einzutreten.”

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer sagte dem NDR, er sei „total wütend” und bezeichnete die Täter als „Brandstifter”. Er sprach von einer „Pogromstimmung” in Deutschland, die nun auch in seine Stadt geschwappt sei. Gleichwohl betonte er: Dies sei in Wismar nicht der Alltag.

Nachbarin alarmierte die Polizei

Der junge Syrer war nach Polizeiangaben von den Unbekannten zunächst ausländerfeindlich beschimpft worden, dann sollen zwei der Täter ihn mit Fäusten angegriffen haben. Der Dritte habe mit einer Eisenkette gegen seine Schulter und Rippen geschlagen. Als der 20-Jährige dann zu Boden ging, sei er getreten worden. Anschließend seien die Täter geflohen. Gestohlen wurde nichts.

Eine Anwohnerin hatte laute Geräusche gehört, vermutete eine Auseinandersetzung und alarmierte die Polizei. Sie habe aber kein Wort verstehen können. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Der Hintergrund sei aber noch unklar. Der Syrer lebt in Wismar. Der Status des Mannes, also inwieweit ein möglicher Asylantrag schon bewilligt wurde, war zunächst nicht klar. In Mecklenburg-Vorpommern werden aber nur Zuwanderer auf Kommunen verteilt, die Aussicht auf Asyl haben. Alle anderen Zuwanderer bleiben in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes.

Dieser Artikel mehrfach aktualisiert.

Kommentare (2)

Interessant ist in Deutschland doch immer wieder, wie mit zweierlei Maß gemessen wird! Heißt es da nicht eigentlich "Alle Menschen sind gleich"?? Ich habe noch nie so einen Aufschrei aus der Politik gehört, wenn 3 Syrer einen Einheimischen verprügeln oder gar anstechen? Wo ist dann die Moral und der Apell an die Justiz, volle Härte und Null Toleranz walten zu lassen? Wo bildet man da Sonderkomissionen um den Fall aufzuklären? Die meisten Übergriffe durch Migranten kann man ebenfalls als fremdenfeindlich bezeichnen, weil sie hauptsächlich durch Hass gegen die "Westlichen" gezeichnet sind! Da spricht man dann nur von "schlechter Kindheit" Des Weiteren hat sich die Politik vollkommen aus Justizangelegenheiten herauszuhalten!

Jetzt heizen sie plötzlich Zuwanderer, als ob sie auf der Walz sind. wie Handwerksburschen