SCHWARZWILD

Stadt-Jäger soll Wildschweine aus Greifswald verscheuchen

Immer wieder tauchen Wildschweine in Greifswald auf. Sogar eine Ampel überquerten sie bei Grün. Ein Stadt-Jäger soll sie jetzt vergrämen.
dpa
Die Hansestadt Greifswald hat Mittel für einen Stadtjäger in ihren Haushalt für 2019 eingestellt.
Die Hansestadt Greifswald hat Mittel für einen Stadtjäger in ihren Haushalt für 2019 eingestellt. Gregor Fischer
Greifswald.

Die Hansestadt Greifswald hat Mittel für einen Stadtjäger in ihren Haushalt für 2019 eingestellt. Der Haushalt sei aber noch nicht bestätigt, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Ein Grund für den Posten seien die immer wieder in der Stadt auftauchenden Wildschweine.

So kursierten Mitte März zunächst in den sozialen Medien Fotos einer Rotte Wildschweine mit Frischlingen, die am helllichten Tage an einer Ampel bei Grün eine Straße überquerten. Sie fanden der Sprecherin zufolge selbst wieder aus der Stadt hinaus. Der Stadtjäger oder die -jägerin soll das Schwarzwild in erster Linie vergrämen und nicht abschießen.

Östlicher Landesteil am ehesten betroffen

Nach Angaben des Landesjagdverbandes in Damm bei Parchim kommt Schwarzwild immer wieder mal in Stadtrandgebiete, in Gartenanlagen und auf Friedhöfe. Ein großes Problem wie etwa in Berlin seien Wildschweine im Nordosten jedoch nicht. Am ehesten sei der östliche Landesteil betroffen.

Wildschweine in Siedlungen oder Städten sind Ausdruck der hohen Population, wie der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim, sagte. Er ist selbst Jäger. Wildschweine finden nach seinen Worten schnell heraus, dass sie in Städten nicht gejagt werden und dass sie dort unkompliziert an Nahrung kommen, etwa auf Komposthaufen, in Abfallbehältern oder auf Rasenflächen, die sie auf der Suche nach Regenwürmern und Engerlingen leicht umpflügen können.

Schwarzwild auf keinen Fall füttern

Um Schwarzwild davon abzuhalten, dem Menschen zu nahe zu kommen, sollte es auf keinen Fall gefüttert werden, mahnte Froitzheim. Außerhalb der Städte könne in angrenzenden Feldern und Wäldern verstärkt „scharf” gejagt werden. Möglich wäre auch der Einsatz von Saufängen – großen kastenartigen Fallen für Wildschweine.

Als Ausnahme und bei schwerwiegenden Problemen für die Bürger wäre auch die Jagd mit Pfeil und Bogen denkbar, die ansonsten in Deutschland verboten ist. In Rostock-Hohe Düne habe ein Jäger vor Jahren mit einer behelfsmäßigen Nachtjagd-Ausrüstung die Wildschweinplage in den Griff bekommen, berichtete Froitzheim.

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