WARNSTUFE ROT

Starke Gewitter walzten über den Nordosten (Video)

Donner, Blitz, Starkregen, Hagel. In der Nacht zum Mittwoch suchten heftige Gewitter MV und Brandenburg heim. Und der Deutsche Wetterdienst hat schon neue Unwetterwarnungen herausgegeben.
Christine Gerhard Christine Gerhard
Blitz über Gützkow
Blitz über Gützkow Thomas Buth
Auch in Neubrandenburg blitzte es heftig.
Auch in Neubrandenburg blitzte es heftig. Simon Voigt
Neubrandenburg.

Das Gewitter, das in der Nacht zum Mittwoch über den Nordosten hinwegrollte, dürfte auch die tiefsten Schläfer wachgerüttelt haben. Mit teils extremem Starkregen, Hagelgeschossen und sehr hohen Blitzaktivitäten von teilweise 71 Blitzen in zehn Minuten zogen die schwarzen Wolken Richtung Norden. Und das mit einer Geschwindigkeit von örtlich bis zu 79 Stundenkilometern.

Besonders heftig waren die Unwetter in Brandenburg. Dort fielen örtlich in kürzester Zeit 50 Liter Regen pro Quadratmeter und es prasselten große Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern nieder. Aber auch im vorpommerschen Uckermünde riss der Gewitter-Sturm einen großen Baum um.

Zunächst nur von fern hörten dagegen Anwohner in Torgelow und Anklam das Donnergrollen, als der Stormtracking-Service von „Kachelmannwetter” um 1.20 Uhr das Gewitter etwa 17 Kilometer südlich von Prenzlau meldete. Die Abstände zwischen Blitz und Donner waren von dort noch lang, die Blitzaktivität über der Uckermark mit sieben Blitzen in zehn Minuten noch gering. Mit 68 Stundenkilometern zog das Gewitter nordwärts über Mildenitz, Woldegk, Strasburg, Hept, Groß Miltzow, Schönbeck, Friedland, Boldekow und Rubenow.

Tornadoartig rotierende Gewitterwolke

In der Nähe von Torgelow dann hatte das Gewitter bereits eine Geschwindigkeit von 72 Stundenkilometern erreicht. Schwere Sturmböen und Hagel mit zwei bis vier Zentimeter großen Hagelkörnern meldete der Trackingdienst. Die Blitzaktivität war bis 2.20 Uhr auf 59 Blitze in zehn Minuten gestiegen.

Zwar ließ bei Anklam das Tempo etwas nach – mit 54 Stundenkilometer wälzten sich Blitz und Donner weiter gen Norden – dafür gewann das Gewitter dort eine neue Intensität: Laut Stormtracking-Service waren örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von über vier Zentimetern möglich, weiterhin tobten schwere Sturmböen. Und auch die schon zuvor hohe Blitzaktivität kam auf einen neuen Rekord: 71 Blitze in zehn Minuten waren hier zu messen.

Und das Gewitter war weiter auf dem Vormarsch. Um 3.15 Uhr erreichte es die Gegend von Templin, über die es mit 72 Stundenkilometer hinwegrollte. Mit 35 Blitzen in zehn Minuten hatte die Blitzaktivität zwar nachgelassen, doch wurde hier ein faszinierendes Wetterschauspiel beobachtet: Eine Gewitterwolke rotierte tornadoartig. In der folgenden Dreiviertelstunde erreichte das Gewitter Mildenitz, Groß Daberkow, Strasburg, Schönhausen und Heinrichswalde.

Höchste Warnstufen ausgerufen

Spätestens gegen vier Uhr wurden auch Murmeltiere in der Gegend von Strasburg wach, als Blitz, Donner, Starkregen, Hagel und teils schwere Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 79 Stundenkilometern über sie hinweg raste. Die Blitzfrequenz hatte sich inzwischen auf 13 Blitze in zehn Minuten abgeschwächt und war als gering zu bezeichnen. Auch Anklam wurde von dem schnell nordwärts fegenden Gewitter nicht verschont. In der Zugbahn lagen darüber hinaus Hanshagen, Kemnitz, Greifswald, Brünzow, Loissin, Putbus, Ostseebad Binz , Bergen auf Rügen, Sagard und Saßnitz.

In der Nacht wurden die beiden höchsten Warnstufen ausgerufen. Bei Stufe Rot empfiehlt der Deutsche Wetterdienst (DWD), Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie ist erreicht, „wenn wir davon ausgehen, dass golfballgroßer Hagel oder Regen von über 25 Liter pro Stunde fallen”, sagte Thomas Ruppert vom DWD dem Focus. Die höchste Warnstufe, violett, gelte für Unwetter, bei denen lebensbedrohliche Situationen und große Schäden entstehen können.

Erholung von der Gewitternacht ist uns aber in der kommenden Nacht nicht vergönnt. Für Mittwochnachmittag bis in die erste Nachthälfte zum Donnerstag warnt der DWD erneut vor starken, mitunter linienförmig angeordneten Gewittern mit Unwetterpotential. Dabei werden Sturmböen zwischen 80 und 100 Stundenkilometer und Starkregen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter erwartet, sowie kleinkörniger Hagel. Vereinzelt soll es zu Unwettern mit Orkanböen bis zu 120 Stundenkilometern und heftigem Starkregen um 30 Liter pro Quadratkilometern und großkörnigem Hagel kommen. In der Nacht zum Donnerstag sollen die schweren Gewitter dann allmählich Richtung Osten abziehen.

Im Video ist das Gewitter über Prenzlau zu sehen.

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