UNTERLAGEN DER STAATSSICHERHEIT

Stasiakten-Behörde rechnet nicht mit weniger Anträgen auf Einsicht

Je länger die friedliche Revolution in der DDR zurückliegt, desto weniger wissen junge Leute über die Staatssicherheit. Da muss die Unterlagenbehörde gegensteuern – findet zumindest die Leiterin.
dpa
Ungeachtet der rückläufigen Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht hält die Leiterin der Neubrandenburger Außenstelle die Stasi-Unterlagenbehörde auf lange Sicht für unverzichtbar.
Ungeachtet der rückläufigen Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht hält die Leiterin der Neubrandenburger Außenstelle die Stasi-Unterlagenbehörde auf lange Sicht für unverzichtbar. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Die drei Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde im Nordosten werden trotz landesweit leicht rückläufiger Anträge auf Akteneinsicht nach Einschätzung einer Leiterin noch über Jahre gebraucht. Die politische Bildung werde immer wichtiger und die Betroffenen wollten Auskünfte über ihre Schicksale in ihrer Region haben, sagte Marita Richter, Leiterin Neubrandenburger Außenstelle des Bundesbeauftragten (BStU) am Donnerstag.

In Neubrandenburg wurden im abgelaufenen Jahr 1309 Anträge gestellt – 50 Anträge mehr als 2016. In Schwerin und Rostock waren es etwas weniger als 2016. Das Alter der Antragsteller liege meist zwischen 50 und 70 Jahren.

Weil inzwischen geburtenstarke Jahrgänge vor der Rente stehen, rechnet Richter mit keinem gravierenden Rückgang in den nächsten Jahren. „Viele merken erst kurz vor der Rente, dass ihnen noch Zeitabschnitte fehlen.” Die Wartezeit auf Akteneinsicht liege derzeit bei etwas mehr als zwei Jahren, könne aber bald sinken.

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