SOMMERFERIEN

Staus auf Usedom, Rügen und der A20

Sommerferien in sechs Bundesländern, kein Urlaub im Ausland wegen Corona, ausgebuchte Hotels, Campingplätze und Pensionen: Auf den Insel Usedom und Rügen sowie auf der A20 drohen lange Staus.
Ein klassisches Nadelöhr: Wolgast vor der Insel Usedom (Archivbild).
Ein klassisches Nadelöhr: Wolgast vor der Insel Usedom (Archivbild). Tilo Wallrodt
Sommer 2020. Die Zinnowitzer Seebrücke war am Freitag rappelvoll.
Sommer 2020. Die Zinnowitzer Seebrücke war am Freitag rappelvoll. Tilo Wallrodt
Sommer 2020. Der Strand von Zinnowitz zur Mittagszeit.
Sommer 2020. Der Strand von Zinnowitz zur Mittagszeit. Tilo Wallrodt
Polizeibeamte im Einsatz auf der Insel Usedom
Polizeibeamte im Einsatz auf der Insel Usedom Tilo Wallrodt
Usedom.

Für das Wochenende erwarten der ADAC und die regionale Tourismusbranche einen Ansturm auf die Urlaubsgebiete in Mecklenburg-Vorpommern, denn in fünf weiteren Bundesländern beginnen die Sommerferien.

In den vergangenen Monaten sei es schwer einzuschätzen gewesen, ob und wie die meisten Menschen in den Urlaub fahren, sagte ADAC-Sprecher Christian Hieff. Es könne in Corona-Zeiten nicht einfach auf die Erfahrungswerte aus den Vorjahren zurückgegriffen werden. Zuletzt hätten aber immer mehr Mitglieder des Automobil-Clubs in Beratungen durchblicken lassen, dass sie ihren Urlaub dieses Jahr innerhalb Deutschlands und mit dem Auto bestreiten wollen.

+++ Aktualisierung, Stand Samstag, 27. Juni 18.26 Uhr: So lief der Ferienstart auf Usedom und Rügen tatsächlich.+++

Viel Verkehr Richtung Usedom und Rügen

Der ADAC rechnete mit starkem Reiseverkehr in Richtung der Inseln Rügen und Usedom auf der B96 und der B110/111. Auf den Autobahnen sei das sogenannte Tribseer Loch auf der A20 ein Staugarant. Auch müssten Autofahrer mit Staus an Baustellen wie der Petersdorfer Brücke auf der A19 rechnen sowie auf der A24 zwischen Berlin und Hamburg bei Suckow und zuvor am Dreieck Wittstock (Brandenburg).

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Am Freitagnachmittag gab es offenbar noch keine größeren Staus in Mecklenburg-Vorpommern. Wie die Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg berichteten, war der Verkehr auf allen Straßen im Land zumeist fließend verlaufen. Sogar die im Sommer oft staugeplagten Zufahrten der Inseln Rügen und Usedom seien bisher unauffällig gewesen. Nur ein Unfall auf der A20 nahe Jarmen habe zeitweise Verzögerungen ausgelöst.

Schon ganz anders sah es am Samstagvormittag aus. Wie erwartet staute sich der Verkehr auf der A20 bei Tribsees. Auch auf den beiden Zufahrtsstrecken auf die Insel Usedom über Wolgast beziehungsweise Anklam ist Geduld gefragt. Wer auf Usedom nach Polen fahren möchte, ist ebenfalls mit längeren Wartezeiten konfrontiert.

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Auto-Demo vor Usedom verschärft Lage

Am Sonntag könnte es wegen einer angekündigten Auto-Demo zu Verkehrsbehinderungen auf der B109, B110 und B111 kommen – also rund um Greifswald, Wolgast und Anklam, wo sowieso schon mit viel Verkehr gerechnet wurde. Die AfD plant Protest gegen Corona-Auflagen und Fahrverbote.

Aktuelle Bildergalerie von Usedom: Volle Strände, sehr gut besetzte Restaurants und Cafés sowie prall gefüllte Ufer- und Seepromenaden.

Auf der Insel Rügen ist hinter Stralsund sowie um Bergen ebenfalls schon jetzt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Bis auf je einen Abschnitt bei Leizen (Höhe B198), Alt Schwerin und dem Kreuz Güstrow, ist auf der A19 noch freie Fahrt möglich.

Kapazitäten bis Mitte August ausgelastet

Mecklenburg-Vorpommern war am Montag als erstes Bundesland in die Sommerferien gestartet. „Es ist schon ziemlich voll, aber jetzt kommen die intensivsten Zeiten”, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Während der Sommerferienzeit in Deutschland bis Mitte September rechnet er mit rund vier Millionen Übernachtungsgästen im Land. Die wichtigsten Ziele sind die Badeorte an der Ostseeküste und die Mecklenburgische Seenplatte. Die Kapazitäten seien bis Mitte August ausgelastet, sagte Woitendorf.

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Dem Verband zufolge werden in diesem Sommer dennoch weniger Gäste kommen als in anderen Jahren. Die Abstandsregelungen wegen der Corona-Pandemie führen zu Begrenzungen: Zwar dürfen wieder 100 Prozent der Betten belegt werden, doch manche Hotels haben nicht genügend Platz in den Restaurants, um die Abstandsregelungen umzusetzen. Zum Teil fehlt auch Personal.

An den Ostsee-Stränden wimmelte es am Freitag von sonnenhungrigen Menschen, und wer etwa in den beliebten Orten an der Lübecker Bucht noch einen Strandkorb ergattern wollte, stand meist vor dem Schild: „Belegt”.

Wegen der Corona-Krise machen in diesem Jahr mehr Deutsche als sonst Urlaub im eigenen Land. Um zu großes Gedränge an den Stränden zu verhindern, haben etwa die Ostseebäder Scharbeutz, Sierksdorf, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin eine Internetseite entwickelt, auf der sich Tagestouristen bald vorab über das Platzangebot an den Stränden informieren können.

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Strandkörbe mit Corona-Abstand

Zudem müssen die Strandkörbe überall in einem Corona-Abstand von 3,25 Metern stehen, was in einigen Fällen bedeutet, dass nicht so viele Strandkörbe vermietet werden können. Er habe jetzt etwa 30 Prozent weniger Strandkörbe stehen, sagt Vermieter Peter Voß in Timmendorfer Strand. Strandkorbvermieterin Katja König konnte dagegen zusätzliche Flächen schaffen: „Ich hatte immer einen Spielplatzbereich, den habe ich jetzt aufgegeben”, sagt sie.

Der Kieler Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) machte sich am Freitag in Timmendorfer Strand ein Bild von der Lage. „Aus der Ferne betrachtet sieht der Strand schon sehr voll aus, aber wenn man näher ran geht, sieht man, dass die Menschen die nötigen Abstände mehrheitlich einhalten”, bilanziert er.

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Britta Meier aus Nordrhein-Westfalen, die schon kurz vor dem großen Reisewelle aus dem Süden in der Lübecker Buch ankam, hätte solche Menschenmengen auch nicht erwartet. „Ich bin erstaunt, wie voll es hier ist”, sagt sie. Sie freue sich aber für die Hoteliers, und das mit dem Abstandhalten gehe auch, sagt sie und blickt auf ihren Sohn, der im Wasser spielt.

Warnung vor zu viel Lockerheit

Einige greifen beim Abstandhalten auf eine alte Tradition zurück. Melanie Michalk-Hallmann aus Travemünde hat um die zwei Strandkörbe der Familie am Strand von Niendorf eine Sandburg gebaut, damit nicht jeder dazwischen rennt. Das wirke, sagt sie.

Den Ansturm spüren die Ferienorte an der Nord- und Ostsee. Sie berichten durchgängig von einer sehr guten Buchungslage. „Bei uns sind die Quartiere fast restlos ausgebucht. Die Vorbuchungen für den Sommer 2020 waren auch vor der Corona-Pandemie schon sehr gut, so dass nur noch wenige kurzfristige Reisende hinzugekommen sind”, sagte die Pressesprecherin des Tourismus-Service Grömitz, Jaqueline Felsmann.

Auch an der Nordseeküste sind die Betten vielerorts zum großen Teil ausgebucht. „Wir hatten vermutlich den stärksten Juni der vergangenen Jahre, und in der kommenden Woche werden wir die 90 Prozent-Marke in Auslastung und Belegung hinter uns lassen”, sagte Olaf Raffel vom Büsumer Tourismus Marketing Service TMS.

In Niedersachsen warnte der Tourismusverband Gäste und Gastgeber vor zu viel Lockerheit. „Wenn Abstands- oder Hygieneregeln nicht eingehalten werden, dann knallt uns das um die Ohren”, sagte der Vorsitzende der Tourismusverbandes Niedersachsen, Sven Ambrosy. Das Allerschlimmste, was der Tourismuswirtschaft passieren könne, wäre ein coronabedingter Lockdown aufgrund erhöhter Infektionszahlen.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock war wegen überfüllter Strände im Badeort Bournemouth noch einen Schritt weiter gegangen. Er drohte mit der Schließung von Stränden.

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Kommentare (5)

Also auf Usedom, z.B. Ostseebad Trassenheide und Ostseebad Koserow gibt es keinen Anstand der Strandkörbe von 3,50 Meter. Die Lage ist so, das es fast unmöglich zum eigentlichen Strand zwischen den Strandkörben hindurch zu kommen. Der Strand von Koserow ist hoffnunglos mit Strandkörben zugestellt und lässt fast kaum noch Platz für Nichtmieter. Eine Unverschämtheit diese Geldmacherei. Kontrolliert wird nichts. Coronaregeln sind augenscheinlich ausgesetzt und interresieren auch nicht. Hier kann jeder machen was er will, weil es auch keine Folgen hat, und das tut man dann auch. Also erholsamer Urlaub geht definitiv anders. Wer mal richtig Stress haben will, fährt nach Usedom. Dem Tourismusverband und dem Wirschaftsminister von MV sei Dank.

und wer es nicht wahrhaben will und das Gegenteil behauptet, sollte einfach einmal auf die einschlägigen Webcam's der Ostseebäder schauen.

Bleib doch einfach zu Hause, statt hier rumzulamentieren!!!!

ich wohne auf Usedom, bin also zu hause.

Dann Entschuldigung, sorry