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Steht auf der A20 Deutschlands gefährlichste Toilette?

Starke Nerven sind gefragt, wenn man an dieser Baustelle auf der A20 seine Notdurft verrichten möchte. Nur eine Armlänge entfernt rauscht der Verkehr vorbei.
Diese Toilette an der A20 wirft Fragen auf.
Diese Toilette an der A20 wirft Fragen auf. ZVG
Grimmen.

„Hier wird im Berufsverkehr Kacken zur Mutprobe”, fasst ein Leser die Situation zusammen. Er hat dem Nordkurier am Dienstag ein Foto von einer Baustelle auf der A20 zwischen den Abfahrten Grimmen und Stralsund geschickt.

In Richtung Berlin geht es hier nur einspurig entlang, der fließende Verkehr muss auf den Standstreifen ausweichen. Direkt daneben steht auf dem Rasen eine Dixi-Toilette. Wer schon einmal in einer solchen sein Geschäft verrichten musste weiß, dass man darin von der Außenwelt nur notdürftig abgeschottet ist. Vielmehr bekommt man alles noch sehr gut mit, was um einen herum passiert.

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Verkehr rauscht vorbei

Und so dürften auch die, die sich auf die Toilette an der A20 wagen, jedes vorbeifahrende Fahrzeug deutlich beim Toilettengang spüren – erst recht, wenn es sich um große Lkw handelt, die nur eine Armlänge entfernt vorbeirauschen.

Auch der Leser, der uns dieses Foto geschickt hat, ist Lkw-Fahrer. Ihm war der kuriose Toiletten-Standort am Montag aufgefallen, vom Hörensagen weiß er aber, dass von den Bauarbeiten, die hier angeblich aufs Klo gehen sollen, schon seit vergangener Woche eine gehörige Portion Nerven für die Notdurft gefordert sind. Nach seinen Angaben finden die eigentlichen Bauarbeiten derzeit auf der entgegengesetzten Fahrbahn statt.

Baustelle auf der Zielgeraden

Ihn ärgert auch die sich ändernde Verkehrsführung an dieser Baustelle. „Mal ist die eine Seite gesperrt, mal die andere”, sagt er. Aktuell gebe es keine richtige Auffahrt auf die Autobahn mehr, sondern nur noch ein Stoppschild. Wer auf die A20 will, muss erst halten und dann Gasgeben – gerade bei der aktuell früh einsetzenden Dunkelheit mitunter ein gefährliches Unterfangen. Etwa 150 Meter später kommt man dann an der Toilette vorbei. Die Geschwindigkeit an der Stelle ist auf 60 Kilometer pro Stunde begrenzt.

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Verantwortlich für die Baustelle ist die Autobahnmeisterei Süderholz. Von dort heißt es, dass die Firma vor Ort entscheidet, wo genau die Dixis aufgestellt werden. Für die Bauarbeiter sei es Normalität, darin ihr Geschäft zu erledigen und es sei auf jeden Fall besser, als dies im nächsten Graben zu tun.

Deckschicht wird erneuert

Seit ungefähr drei Wochen wird an dem A20-Abschnitt gebaut, um die Deckschicht zu erneuern. Man sei in der dritten von vier Bauphasen und in etwa anderthalb Wochen ist vermutlich alles überstanden. Dann kann der Verkehr wieder ungehindert über die Autobahn rollen. Die Verkehrsführung wurde während der Bauarbeiten laut der Autobahnmeisterei einmal geändert, indem von der einen auf die andere Fahrbahnseite gewechselt wurde. So musste die A20 nicht komplett gesperrt werden. Nun aber würde es bis zum Ende der Bauarbeiten bei der aktuellen Verkehrsführung bleiben.

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Die Baufirma, die auf der Baustelle tätig ist, ist die GP Günter Papenburg AG mit Sitz in Hannover. Die zuständige Pressestelle war am Dienstag nicht zu erreichen. Aus der Firma heraus wurde dies mit dem derzeit grassierenden Coronavirus begründet.

Es war daher auch nicht von offizieller Stelle zu erfahren, ob die Toilette überhaupt in Benutzung ist. Ein Mitarbeiter der Baustelle sagte dem Nordkurier, dass dies nicht der Fall sei. Für staunende Blicke bei vorbeifahrenden Autofahrern dürfte sie aber dennoch sorgen.

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