Szenen aus einem Video, das die Steinwürfe zeigt. Die Gruppe der Angreifer kam aus dem Wald im Hintergrund.
Szenen aus einem Video, das die Steinwürfe zeigt. Die Gruppe der Angreifer kam aus dem Wald im Hintergrund. Jonas_1887/Twitter
Risikospiel

Steinwürfe auf Zug mit HSV-Fans – Polizei sucht Zeugen

Auf dem Weg zum Risikospiel gegen Hansa Rostock wurde ein Zug mit HSV-Fans mit Steinen beworfen. Die Polizei sucht Zeugen.
Butzow

Das Ligafinale von Hansa Rostock gegen den Hamburger SV wurde von der Polizei bereits vorab als Risikospiel eingestuft. Und so begann der Sonntag schon mit Spannungen auf dem Weg ins Rostocker Ostseestadion. Ein ICE aus Hamburg, war auf Höhe des Bahnhofs Bützow mit Steinen beworfen worden. Die Bundespolizei sucht nun weitere Zeugen des Vorfalls.

Nach ersten Ermittlungen handelte es sich bei den Tätern um eine größere Gruppe vermummter Personen, welche komplett schwarz und weiß gekleidet waren, wie ein Sprecher am Montag erklärte. Er beschreibt den Vorfall wie folgt: Als der Zug gerade den Bahnhof verließ, näherte sich ihm die Gruppe aus einem Waldgebiet auf Höhe der ehemaligen Abstellanlage. Von dort bewarfen sie den Zug mit Steinen. Die Gruppe soll sich aus der Ortschaft Wolken dem Bahnhof genähert haben und nach der Tat auch wieder in diese Richtung geflüchtet sein.

Ein Twitter-Nutzer hatte ein Video des Vorfalls veröffentlicht:

80 HSV-Fans im Zug

Im Zug saßen neben weiteren Reisenden nach Polizeiangaben rund 80 HSV-Fans. Personen seien bei dem Angriff nicht verletzt worden. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt, am Zug fanden sich mehrere Einschlagspuren, er konnte jedoch weiterfahren.

Die Bundespolizei konnte bereits Videomaterial auswerten und Zeugen befragen, hofft aber auf weitere Zeugen und Hinweise, etwa auch zu den Tätern oder zu auffälligen Fahrzeugen in Tatortnähe. Die Tatzeit liegt zwischen 11:05 Uhr und 11:15 Uhr.

Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Rostock unter den Telefonnummern 0381/2083-1111 oder -1112 entgegen. Darüber hinaus können jederzeit über die kostenfreie Hotline der Bundespolizei 0800 6 888 000 oder jede andere Polizeidienststelle Angaben gemacht werden.

Bereits vor der Abfahrt in Hamburg sei in dem Zug immer wieder die Notbremse gezogen worden, hieß es von der Polizei bereits am Sonntag.

Zwölf verletzte Polizisten

Insgesamt waren am Sonntag rund um das Risikospiel 1850 Polizisten im Einsatz. In einer Einsatzbilanz sprach die Polizei von 14 Verletzten, darunter 12 Polizisten. Es gab eine Festnahme und es seien diverse Anzeigen aufgenommen worden. Die Fans lieferten sich immer wieder Provokationen vor und im Stadion. Das Spiel endete mit einem Sieg für die Gäste aus Hamburg, die damit die Relegation zur Bundesliga erreichen konnten.

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