VOR 80 JAHREN

Stralsund erinnert an Juden-Deportationen

Vor 80 Jahren wurden aus Vorpommern die ersten Juden aus Deutschland nach Stettin deportiert. In Stralsund soll am Donnerstag ein „Marsch des Lebens“ an ihr Schicksal erinnern.
Von den insgesamt 1.100 Deportierten aus Vorpommern überlebten nicht einmal 20 den Holocaust. (Symbolfoto)
Von den insgesamt 1.100 Deportierten aus Vorpommern überlebten nicht einmal 20 den Holocaust. (Symbolfoto) dpa
Stralsund.

Mit einem „Marsch des Lebens“ in Stralsund soll am Donnerstag ein Zeichen gegen das Vergessen, gegen Rassismus und modernen Antisemitismus gesetzt werden. Das teilten die Ueckermünder Arche und die „Initiative zur Erinnerung an jüdisches Leben in Stralsund“ als Veranstalter mit. Die Demonstration beginne gegen 17.00 Uhr am Neuen Markt und führe durch die Innenstadt zum Alten Markt. Zum Abschluss ist eine Kundgebung mit Gaby Glassmann geplant, der Enkelin der Stralsunder jüdischen Kaufmannsfamilien.

Im Vorfeld (14.30 Uhr – Alter Markt) wird zudem von der Rostocker Synagogengemeinschaft eine Stadtführung durch das jüdische Stralsund angeboten. Bereits am Dienstag findet in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Stralsund eine Vortragsveranstaltung statt, zu der neben Gaby Glassmann auch der Direktor der Wiener-Library in London, Dr. Toby Simpson, erwartet wird.

„In Stralsund gab es vor der Zeit des Nationalsozialismus viel jüdisches Leben“, sagte Organisatorin Friederike Fechner. Viele jüdische Mitbürger Vorpommerns seien in der Nacht zum 13. Februar 1940 nach Stettin zur Deportation gebracht worden, darunter auch 33 Stralsunder. Die Aktion sei die erste Deportation von jüdischen Personen und Familien aus Deutschland gewesen. „Von den insgesamt 1.100 Deportierten überlebten nicht einmal 20 den Holocaust.“

Auch in Greifswald wollen Initiativen an das Schicksal pommerscher Juden erinnern. Nach einer Andacht in der Marienkirche am Donnerstag (17.00 Uhr) lädt der Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises zu einem gemeinsamen Gedenkmarsch vom früheren jüdischen Betsaal in der Mühlenstraße 10 zu den Stolpersteinen der Stadt ein. Einen Tag vorher wird im Literaturzentrum Koeppenhaus der preisgekrönte Film „Frau Stern“ von Anatol Schuster gezeigt.

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