Meeresmuseum
Stralsunder Forscher bilden "Gärtner" für Korallen aus

Teambesprechung.
Teambesprechung.

Biologen des Meeresmuseums Stralsund stemmen sich gegen das weltweite Korallensterben. Auf den Malediven sind sie derzeit im Einsatz, um Einheimische für die Wiederansiedlung von Korallen zu schulen.

Zusammen mit Experten des Zoo-Aquariums Madrid sind die „Coral Doctors“ des Meeresmuseums Stralsund derzeit auf mehreren maledivischen Inseln im Einsatz, um ihr Know-How über die Wiederansiedlung und Vermehrung von Korallen an Anwohner, Hotelbetreiber, Touristen und Mitarbeiter von Tauchstationen weiterzugeben.

Setzlinge werden auf spezielle Untergründe gepflanzt

Die Kursteilnehmer würden zunächst über die Biologie der Korallen und den Schutz der Riffe geschult, sagte die Stralsunder Meeresbiologin und Projektleiterin Dr. Nicole Kube. Zum Programm gehörten auch Konzepte zur Müll- und Abwasserentsorgung. Im praktischen Teil erlernten die Einheimischen dann in mehreren Workshops, wie man unter Wasser neue Korallengärten anlegt. Dabei werden Setzlinge aus intakten Riffen gewonnen, entsprechend vorbereitet und auf speziellen Untergründen wieder angepflanzt.

Erfahrungen von Aquarianern werden genutzt

„Durch Wissen, Pflege und Sorgfalt kann man viel zum Erhalt der Riffe beitragen“, sagte Kube. Doch bei Wiederanpflanzungsmaßnahmen passierten oft viele Fehler. „Mit unserem Fachwissen und unseren Erfahrungen in der Korallenzucht für unsere Meeresaquarien können wir da helfen.“

Das Programm „Coral Doctors“ war 2016 auf Initiative des Stralsunder Ehepaares Torsten und Yamila Krussk gestartet worden. Es wird hauptsächlich über Spenden finanziert.