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Stralsunder Forscher wird in Westafrika fündig

Timo Moritz zeigt Fotos einer neuen Bodensalmlerart (l.) und einer neuen Art von Mondsalmler. Foto: Stefan Sauer
Timo Moritz zeigt Fotos einer neuen Bodensalmlerart (l.) und einer neuen Art von Mondsalmler. Foto: Stefan Sauer
Stefan Sauer

Der Kurator für Fische am Deutschen Meeresmuseum, Timo Moritz, hat mehrere bislang unbekannte Spezies gefunden. Doch einige Arten könnten bald schon ausgestorben sein – bevor sie überhaupt erforscht wurden.

Die Vermessung der Welt ist noch nicht abgeschlossen, man muss sich eben nur wie Alexander von Humboldt vor mehr als 200 Jahren auf den Weg machen. Der Stralsunder Fischforscher Timo Moritz lebt das Humboldtsche Forscherideal. „Meinen Studenten sage ich immer, ins Feld zu gehen und die Augen zu öffnen“, sagt der 38-jährige Biologe. Selbst im 21. Jahrhundert gebe es Flecken auf der Erde, die bislang weitgehend unerforscht seien – und denen, bevor sie vollständig erfasst sind, bereits die Zerstörung durch den Menschen drohe.

In solchen Arealen Afrikas entdeckte Moritz drei neue Fischarten, die von der internationalen Fachwelt anerkannt wurden und nun eigene Namen besitzen: Labeo meroensis, Barboides britzi und Nannocharax signifer. Sie gehören zu den Karpfen- und Salmlerartigen.

Im Rahmen seiner Promotion zog es Moritz ab 2002 nach Benin und Burkina Faso – kleine Staaten in Westafrika – und den Sudan. Sein Ziel: die Erforschung des Wanderungsverhaltens von Fischen in der Trockenzeit. „Dass ich dabei auf neue Arten gestoßen bin, war ein Zufall", berichtet der Ichtyologe, der am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund arbeitet und an der Universität Jena lehrt.

In den Sumpfwäldern entdeckte Moritz mit dem Barboides britzi den kleinsten Süßwasserfisch Afrikas. Das Tier, das zur Familie der Karpfenartigen gehört, ist nur knapp 13 Millimeter lang.