Coronavirus

Stralsunder Gesamtschule führt Maskenpflicht im Unterricht ein

In einer Schule in Stralsund müssen die Schüler jetzt auch im Unterricht Masken tragen. Als Alternative hätte man hundert Schüler in Quarantäne schicken müssen.
dpa
In einer Stralsunder Schule herrscht jetzt permanente Maskenpflicht. (Symbolbild)
In einer Stralsunder Schule herrscht jetzt permanente Maskenpflicht. (Symbolbild) Marcel Kusch
Stralsund

An der Stralsunder Integrierten Gesamtschule Grünthal müssen die Schüler von diesem Donnerstag (12. November) an auch im Unterricht Maske tragen. An der Schule sind nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Rügen aktuell 14 Schüler und ein Lehrer mit dem Coronavirus infiziert. Täglich kämen neue positive Testergebnisse hinzu, erklärte ein Kreissprecher. Die Maßnahme gelte bis zum 20. November. Die Alternative sei, mehrere hundert Schüler für 14 Tage in Quarantäne zu setzen. Das habe man vermeiden wollen.

In Lübow (Nordwestmecklenburg) schlossen die Behörden eine Grundschule bis zum 24. November. Von der verordneten Quarantäne betroffen seien 93 Schüler, sechs Lehrkräfte und drei weitere Angestellte der Schule, teilte der Landkreis mit.

Schon länger wird in Deutschland über eine Maskenpflicht im Unterricht diskutiert. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte zuletzt gesagt, dass sie eine Maskenpflicht im Unterricht befürwortet. „Eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht halte ich in einer Phase hoher Infektionszahlen selbst an Grundschulen ebenfalls für zumutbar, auch wenn das Maskentragen über den Tag natürlich lästig ist”, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview mit der „Rheinischen Post”. „Das Maskentragen ist aber für mich das effektivste Mittel, um Unterricht zu ermöglichen.”

Schülervertreter: „Permanente Maskenpflicht ist unzumutbar”

In einigen Bundesländern gilt die Maskenpflicht im Unterricht bereits, etwa in Bayern. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hatten einige Politiker sie ebenfalls gefordert.

Der Landesschülerrat in Mecklenburg-Vorpommern hält solche Überlegungen für realitätsfern. Hier könnt ihr mehr dazu lesen. Denn wenn Schülerinnen und Schüler permanent eine Maske tragen müssten, dann „bliebe keine Zeit zum Durchatmen”, sagte am Mittwoch Vorstandsmitglied Hanna Suhr. Eine permanente Maskenpflicht hält sie für unzumutbar.

Karliczek habe wohl noch nie selbst acht Stunden lang in einem eisigen Klassenraum mit Maske gelernt, so die Schülervertreter. Daher laden sie die Bildungsministerin herzlich zu einer regulären Unterrichtseinheit ein, damit sie sich auch ein Bild von der aktuellen Lage machen kann. Sie schreiben: „Selbstverständlich mit regelmäßigem Lüften, einem dicken Pullover und Maske.”

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