„CRYSTAL ENDEAVOR“

Stralsunder MV Werft meldet Baufortschritt bei Luxus-Kreuzfahrtschiff

Die „Crystal Endeavor“ sollte eigentlich im Spätsommer zu Wasser gebracht werden. Doch der Bau verzögerte sich. Genting-Chef Colin Au stellte ein Ultimatum.
Ein Blick auf den Rohbau der Crystal Endeavor im Februar dieses Jahres. Das Schiff liegt heute noch in der Stralsunder Schiffb
Ein Blick auf den Rohbau der Crystal Endeavor im Februar dieses Jahres. Das Schiff liegt heute noch in der Stralsunder Schiffbauhalle. Ralph Sommer
Im Januar 2021 soll die Crystal Endeavor mit 200 Passagieren zu ihrer ersten Eisfahrt in die Antarktis laufen.
Im Januar 2021 soll die Crystal Endeavor mit 200 Passagieren zu ihrer ersten Eisfahrt in die Antarktis laufen. MV Werften
Stralsund.

Ende Juni hatte Genting-Chef Colin Au die MV Werft in Stralsund besucht und der Belegschaft ein Ultimatum gestellt. Demnach forderte er, den Verzug beim Bau des ersten Luxuskreuzfahrtschiffs „Crystal Endeavor“ binnen sechs Wochen aufzuholen. Die Frist ist abgelaufen. Nordkurier fragte nach, wie das gelungen ist.

Der Baufortschritt sei in den letzten Wochen vorangetrieben worden, sagte der Sprecher der MV Werften, Stefan Sprunk. Die eingeleiteten Beschleunigungsmaßnahmen wie Mehrarbeit sowie die Nutzung von Synergien zwischen den einzelnen Standorten des Werftenverbundes in Wismar, Warnemünde, Bremerhaven und Stralsund zeigten Wirkung.

Inwiefern der Verzug bereits abgeholt werden konnte, ließ Sprunk allerdings offen. „Final werden wir den Wirkungsgrad aller Maßnahmen im September bewerten.“ Nach früheren Plänen sollte die „Crystal Endeavor“ bereits im Spätsommer mit dem Stralsunder Schiffshebelift zu Wasser gebracht werden. Doch derzeit befindet sich der Rohbau des 164 Meter langen Luxuskreuzfahrtschiffes noch in der Schiffbauhalle. Das Schiff soll nun spätestens im Spätherbst in den Strelasund kommen.

Fachkräftemangel sorgt für Verzögerung

Nach Werftangaben war es wegen fehlender Fachkräfte und Erfahrungen zu zeitlichen Verzögerungen gekommen. Der Chef der Genting-Gruppe, Colin Au, hatte sich am 22. Juni vor Ort in Stralsund über die zeitlichen Probleme beim Bau des eisgängigen Passagierschiffes informiert und eine Beschleunigung des Bauprozesses gefordert, um den Zeitplan noch einzuhalten. Anderenfalls soll er in Erwägung gezogen haben, das Schiff schlimmstenfalls auf einer anderen Werft fertigzustellen.

Die Geschäftsführung hatte daraufhin in Absprache mit Belegschaft und Betriebsrat für die nächsten zwei Monate eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38 bis 40 auf 45 Stunden angeordnet. Seitdem werden pro Woche 17 statt bislang 15 Schichten gefahren werden. Für zusätzliche Arbeitskräfte hatte die Stadt Stralsund die kurzfristige Bereitstellung von 100 kommunalen Wohnungen angeboten.

Erprobung in Ostsee zum Jahreswechsel

Für den Bau der Mega-Yacht mit bis zu 105 Quadratmeter großen Kabinen, Solarium, Wellness- und Poollandschaften sowie Helikopter und U-Boot an Bord hatte Genting einen ambitionierten Zeitplan ausgegeben. Nach dem Baustart im Februar 2018 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im August vergangenen Jahres die Kiellegung vollzogen. Die Erprobung in der Ostsee ist für den Jahreswechsel geplant, bevor das Schiff im Frühjahr 2020 an die zur Genting-Gruppe gehördende Reederei Crystal Expedition Cruises übergeben werden soll.

Vor der Indienststellung soll die rund 350 Millionen Euro teure Endeavor während der Olympischen Sommerspiele im Juli 2020 in Tokio für Privatfahrten verchartert werden, bevor es dann zu ersten Kreuzfahrtreisen nach Japan, den Fernen Osten, Neuseeland und Australien gehen soll. Die erste Eisfahrt in das antarktische Rossmeer ist dann für Januar 2021 geplant. Nach Reederangaben ist diese Fahrt mit 200 Passagieren bereits ausgebucht.

Nach Fertigstellung der Crystal Endeavor will die Stralsunder Werft schon im kommenden Jahr mit dem Bau eines zweiten baugleichen Schwesterschiffes beginnen.

 

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